Die Artikel auf Mises Deutschland – Juni 2021

Rückblick auf die Artikel des Ludwig von Mises Institut Deutschland im Monat Juni:

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„DIE VERHEISSUNGEN DES SOZIALISMUS“

Vergangenheit und Zukunft einer machtvollen Idee

Samstag, 9. Oktober 2021,
10 Uhr bis 18 Uhr
im Hotel „Bayerischer Hof“, München

„Ich würde mich über ein Streitgespräch mit Sahra Wagenknecht freuen.“

von Rainer Zitelmann, 2. Juni 2021

Das Rezept, das Wagenknecht uns empfiehlt, ist auch das aus ganz alten Zeiten: Mehr Staat, weniger Markt. Das Wort „Markt“ wird in dem Buch fast ausschließlich mit einer negativen Konnotation bzw. in einem negativen Kontext verwendet, ebenso wie der Begriff Globalisierung. Viele ihrer ökonomischen Thesen sind einfach falsch, so wenn sie behauptet: „Echte Gewinne macht heute nur noch, wer sich Zugang zu den Brieftaschen der Bessergestellten schafft.“ (S. 81) Ein Blick auf die Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt belegt das Gegenteil. Die Reichsten sind durch Produkte und Dienstleistungen für die breite Masse reich geworden, so etwa Bill Gates (Microsoft), Larry Page und Sergej Brin (Google), Mark Zuckerberg (Facebook), Jeff Bezos (Amazon). Nur ein einziger unter den zehn Reichsten, nämlich der Franzose Bernard Arnault, wurde mit Produkten für Besserverdiener und Reiche vermögend.

Eugen Böhm von Bawerks „Zum Abschluss des Marxschen Systems“ jetzt als Hörbuch

von Eugen Böhm von Bawerk, 4. Juni 2021

Im Jahre 1896 veröffentlichte der Ökonom Professor Dr. Eugen Böhm von Bawerk (1851 – 1914) sein Essay „Zum Abschluss des Marxschen Systems“ im Rahmen der „Festgaben für Karl Knies“ (Verlag von O. Haering). In dieser berühmten, auch im Marxschen Lager bis heute kontrovers diskutierten, wissenschaftlichen Abhandlung, deckt Böhm-Bawerk die elementaren Denkfehler in Marx‘ Kapital auf und lässt die drei Bände wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen. 125 Jahre später, im Jahre 2021, hat Christan Leuenberg von Mises Karma den gesamten Text als Hörbuch eingesprochen. Mit einer Gesamtspielzeit von knapp 4 Stunden ist das Werk nun zum Anhören verfügbar. Das Download-Paket umfasst die einzelnen Kapitel und Unterkapitel als hochauflösende MP3-Dateien sowie das Cover und ein PDF-Dokument mit Tabellen, auf die im Text Bezug genommen wird.

Vom Schutz der Freiheit zum Schutz vor der Freiheit?

von Johann Braun, 7. Juni 2021

Um die Sache der Freiheit glaubwürdig vertreten zu können, muß man die Vieldeutigkeit und Hintergründigkeit dieses Begriffs kennen und offen zur Sprache bringen. Nur dann kann man den Punkt bezeichnen, an dem eine aus allgemeinen Gründen unabdingbar gebotene Einschränkung der individuellen Freiheit in eine kollektivistische Unfreiheit umschlägt. Der demokratische Rechtsstaat, das Erfolgsmodell der alten Bundesrepublik, liefert dafür zwar den Schlüssel, aber nicht die Antwort. Diese muß unter Einbeziehung der jeweils gegebenen Verhältnisse immer von neuem erarbeitet werden. Wer sozialistischen Systemveränderern den Weg verlegen will, darf sich dieser Arbeit nicht versagen. Insbesondere muß er begründeten Widerspruch erheben, wenn wirkliche oder herbeigeredete Probleme als Hebel zur Abschaffung des freien Individuums benutzt werden sollen.

Wie Geldvermehrung für Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen sorgt

von Jonathan Newman, 9. Juni 2021

Am Ende dieser Kette haben wir die letzten Empfänger des neuen Geldes. Ihre Einkommen steigen nach denen aller anderen (oder nie, wie Rothbard erwähnte). Die Verzögerung ist nicht einmal das wirklich gravierende, denn diese Gruppe bezahlt bereits früh die nun höheren Preise aus dem Kaufrausch der anderen. Die Spätempfänger müssen nicht nur ihren Verbrauch reduzieren, sondern sie büßen auch ihre Fähigkeit ein, produktive Ressourcen und dauerhafte Vermögenswerte zu erwerben. Es kommt zu einer Verlagerung der realen Ressourcen, weg von den späten Empfängern des neuen Geldes hin zu den frühen Empfängern des neuen Geldes.

Die verdrängten Risiken der Null-Risiko-Gesellschaft

von Olivier Kessler, 11. Juni 2021

So bleibt alles beim Alten und die Probleme türmen sich immer weiter auf: Die zunehmend unfinanzierbaren Sozialwerke werden nicht reformiert. Die staatliche Verschuldung und die Abgaben werden laufend erhöht und tonnenweise neues Geld wird herbeigedruckt, weil man Strukturprobleme in der Vergangenheit halt schon immer so zugeschüttet hat. Der lähmenden Überregulierung nimmt man sich nicht mit echten liberalen Reformen, sondern mit zusätzlichen Regulierungen und neu geschaffenen Behörden an. Damit entfernt sich die Gesellschaft immer weiter von ihrem Selbstverständnis einer freien, offenen und aufgeklärten Zivilisation, in welcher ein fairer Wettbewerb um die besten Ideen, Mitarbeiter, Produkte und Dienstleistungen stattfindet.

Bemerkungen über die mathematische Behandlung nationalökonomischer Probleme

von Ludwig von Mises, 14. Juni 2021

Wie Marx und allen Sozialisten fehlt den mathematischen Nationalökonomen die Erkenntnis, dass menschliches Handeln mit künftigen Verhältnissen zu tun hat, über die nichts Sicheres bekannt ist. Wenn man von der Unbestimmtheit der künftigen Dinge absieht, kann man freilich großartige mathematische Kartenhäuser bauen. Es ist ein stillschweigendes Übereinkommen zwischen allen mathematischen Nationalökonomen, die vielen Widersprüche in den ihren Studien zugrundeliegenden Annahmen nicht aufzudecken. Denn folgerichtig lässt sich der Gedanke eines menschlichen Handelns, dem die Zukunft bekannt ist, nicht durchdenken. Leben in einer Umwelt von Menschen, für die das Morgen nichts Unbekanntes birgt, wäre so verschieden von dem Leben, das wir kennen, dass alle Phantasie nicht ausreicht, sich davon eine Vorstellung zu machen. Wäre es überhaupt noch Leben in unserem Sinn?

Sezessionsabstimmungen in Europa: ein Überblick

von Ryan McMaken, 16. Juni 2021

Wie wir an diesen Beispielen sehen können, war Mises‘ Position zugunsten von Plebisziten zur Umsetzung von Selbstbestimmungsplänen durch Sezession im Kontext der späten 1920er Jahre nicht besonders radikal. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden sie als Mittel zur Beilegung von Grenzstreitigkeiten und als Mittel zur Ermöglichung lokaler Vetos bei internationalen Abkommen eingesetzt, die versuchten, die Kontrolle über bestimmte Regionen zu ändern. In vielen Fällen boten Plebiszite nicht die Option der völligen Unabhängigkeit, sondern die Möglichkeit, die betreffende Region einem anderen souveränen Staat anzuschließen. In einigen Fällen wurden Plebiszite aber auch genutzt, um die Gründung neuer souveräner Staaten zu begründen, wie z.B. Slowenien, Estland, Island und Norwegen. In vielen Fällen wurden die Ergebnisse von Plebisziten nicht durchgeführt oder waren nur von kurzer Dauer, selbst wenn sie umgesetzt wurden. Zum Beispiel wechselten die Ionischen Inseln nach der Abstimmung von 1863 mehr als einmal den Besitzer.

Der Wurm muss nicht dem Angler schmecken

von Andreas Tiedtke, 18. Juni 2021

Bevor die sogenannte subjektive Wertlehre entdeckt wurde, gab es sehr unterschiedliche Ansichten dazu, wie eine Sache oder ein Mittel Wert erhält. Manche meinten, es habe etwas mit der aufgewendeten Arbeit zu tun, andere mit den Kosten. Noch heute meinen Menschen, dass sie die besten Verkaufspreise für ihre Güter (Waren und Dienstleistungen) herausfinden, wenn sie in einer Kostenrechnung die Kosten entspre­chend dem Verursacherprinzip aufteilen und dann entsprechend die Verwaltungskos­ten und den Gewinnsatz aufschlagen. Auch politische Unternehmer meinen zuweilen, dass es auf Verdienste ankomme, die sich jemand innerhalb der Partei oder des Staates erworben habe, und nicht darauf, wie »beliebt« der mögliche Kandidat beim »Wähler« wohl sein wird, also das voraussichtliche, wenn auch geschätzte, Stimmergebnis.

Globale Mindeststeuer für Unternehmen – eine schlechte Entscheidung der G7

von Daniel Lacalle, 21. Juni 2021

Die globale Mindest-Unternehmenssteuer ist auch eine protektionistische und extraktive Maßnahme. In den reichen Nationen wird es wenige negative Auswirkungen geben, da ihre Regierungen bereits von großen multinationalen Unternehmen umgeben sind, die keinen massiven Schaden erleiden werden, weil die Subventionen und Steueranreize vor dem Nettoeinkommen groß und großzügig sind. Laut der Studie Paying Taxes 2020 von PWC liegen die Gewinnsteuern in Nordamerika bereits bei 18,5 Prozent, aber, was noch besorgniserregender ist, die gesamten Steuerabgaben einschließlich Arbeits- und anderer Steuern erreichen 40 Prozent der Einnahmen. In der EU und der EFTA (Europäische Freihandelsassoziation) sind die Gewinnsteuern zwar etwas geringer als in Nordamerika, aber die Gesamtbesteuerung liegt weiterhin bei über 39 Prozent der Einnahmen.

Interview mit Hans-Hermann Hoppe: „Der Übergang vom Minimalstaatler zum Anarchokapitalisten ist nicht mehr als das Ergebnis einer halben Stunde intensiven, vorurteilsfreien Nachdenkens.“

Interview mit Hans-Hermann Hoppe, 23. Juni 2021

Die Frage führt unmittelbar zurück zum Thema der Rechtsgleichheit. Eine Handlungsbeschränkung ist nur dann eine wirkliche Beschränkung, wenn sie allgemein gültig ist, also für jedermann gilt. Das ist z.B. so mit der üblicherweise schon im Kindesalter gelernten Handlungsmaxime: “Was Du nicht willst das man Dir tu’, das füg’ auch keinem andern zu.” Diese Maxime beinhaltet eine Handlungsbeschränkung, und sie ist allgemein gültig. Sie gilt ausnahmslos, für jede Person gleichermaßen. Und nur darum ist sie eine wirkliche Beschränkung. Ganz anders sieht die Sache aus, und der Begriff der Beschränkung nimmt eine völlig andere Bedeutung an – und da sind wir wieder beim Thema Staat –, wenn man als Handlungsmaxime z.B. vorgibt: Du, und niemand außer Dir, darfst Gesetze machen und andere aufgrund dieser Gesetze richten. Oder: Nur Du allein darfst von anderen Steuern verlangen und auch eintreiben. Oder: Du, niemand sonst, darfst Papiergeld drucken und als gesetzliches Zahlungsmittel deklarieren. Hierbei handelt es sich ersichtlich nicht um Rechts-Maxime, sondern um Privilegien. Man kann diese Maximen gar nicht verallgemeinern derart, dass jede Person gleichermaßen Gesetze erlassen, Steuern erheben oder Geld drucken kann, ohne damit ein wirtschaftliches und soziales Chaos herbeizuführen. Nur als Sondergesetze oder Ausnahmegesetze, d.h. als Gesetze, die eine Person oder Personengruppe gegenüber einer anderen systematisch auszeichnen und bevorteilen, sind sie überhaupt praktisch durchführbar.

Die Interventionismus-Falle. Und wie wir ihr entkommen können

von Thorsten Polleit, 25. Juni 2021

Im Zuge eines immer stärker um sich greifenden Neo-Interventionismus werden in der gesamten westlichen Welt seit Jahrzehnten freiheitliche Grundprinzipien über Bord geworfen. Beseelt vom Geist des Neo-Interventionismus dringt der Staat immer weiter in alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche vor, ob Arbeitsmärkte, Energiepolitik, Gesundheitswesen, Altersvorsorge und Kredit- und Geldwesen. Immer mehr staatliche Ge- und Verbote reglementieren und verengen die Handlungsfreiheiten der Bürger und Unternehmer. Dieser Weg führt, wenn er immer weiter beschritten wird, zur Errichtung eines sozialistischen-totalitären Gemeinwesens: Die schrittweise Verformung der Gesellschaft in eine planwirtschaftliche Konstruktion, die die Freiheit und damit auch den Wohlstand und die friedvolle Kooperation national wie international zerstört.

Hayek contra Keynes

von Thomas Mayer und Gunther Schnabl, 28. Juni 2021

Hingegen ist aus der Sicht der von Mises (1912) und Hayek (1931) entwickelten österreichischen Wirtschaftstheorie der tiefe Fall der Zinssätze dagegen politisch bedingt. Während in der Vergangenheit die Zentralbanken in Krisenzeiten mit starken Zinssenkungen eine Stabilisierung der Konjunktur anstrebten, zögerten sie in den folgenden Erholungsphasen, die Zinssätze wieder anzuheben (Borio und White 2004). Aus österreichischer Sicht sind negative Zinssätze unter freien Marktbedingungen nicht möglich. Denn Menschen streben danach, ihre Ziele eher früher als später zu erreichen (d.h. sie haben von Natur aus eine positive Zeitpräferenz). Sie werden Umwege nur dann in Kauf nehmen, wenn sie dafür entschädigt werden (durch Zinsen im Falle des Sparens).

 

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