Die Artikel auf Mises Deutschland – Februar 2020

Rückblick auf die Artikel des Ludwig von Mises Institut Deutschland im Monat Februar:

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Sind »WIR« das Volk?

von Stefan Blankertz, 3. Februar 2020

Weder durch sprachliche Zugehörigkeit noch ein gemeinsames geschichtliches Schicksal lässt sich der legitime Raum eines Staatsgebietes klären. Das alleinige faktische Kriterium ist die Fähigkeit eines Staats, sein Gebiet militärisch gegen äußere Angriffe oder innere Separationsbewegungen aufrecht zu erhalten. Das liberale Ideal dagegen formuliert Ludwig von Mises 1927 als das universelle und nicht durch sprachliche, geschichtliche oder anderswie als legitim definierte Recht auf Sezession. »Wenn die Bewohner eines Gebietes, sei es eines einzelnen Dorfes, eines Landstriches oder einer Reihe von zusammenhängenden Landstrichen, durch unbeeinflusst vorgenommene Abstimmungen zu erkennen gegeben haben, dass sie nicht in dem Verband jenes Staates zu bleiben wünschen, dem sie augenblicklich angehören, sondern einen selbstständigen Staat bilden wollen oder einem anderen Staate zuzugehören wünschen, so ist diesem Wunsche Rechnung zu tragen. Nur dies allein kann Bürgerkriege, Revolutionen und Kriege zwischen den Staaten wirksam verhindern.« Mises schränkte hier das Sezessionsrecht ausdrücklich nicht ein bezogen auf die ethnischen, sprachlichen oder religiösen Zugehörigkeiten. »Es handelt sich«, wie Mises ausdrücklich sagt, »nicht um das Selbstbestimmungsrecht einer national geschlossenen Einheit«. Weder dürfe ein Nationalstaat die Sezession eines Gebietes unterbinden, auch wenn es zur gleichen geschichtlichen, ethnischen, sprachlichen oder religiösen Einheit gehöre, noch dürfe er »Teile der Nation, die einem anderen Staatsgebiet angehören, wider ihren Willen aus ihrem Staatsverband loslösen und dem eigenen Staat einverleiben«. Trotz seiner Distanzierung vom Anarchismus steht Ludwig von Mises mit seinem Sezessionsrecht eher in der anarchistischen, als in der üblichen liberalen Tradition.

„Nachhaltiger“ Fisch: Nur ein Marketing-Gag?

von Jeffrey Tucker, 5. Februar 2020

Man muss den Markt Lösungen finden lassen. Wie sich zeigt, sind die Menschen verdammt kreativ und die Konsumenten recht reaktionsstark, solange ihnen die Bürokratie nicht in die Quere kommt. Außerdem ist das eine Lösung, die den meisten Intellektuellen nicht im Traum eingefallen wäre. Mittlerweile verdrehe ich nicht mehr die Augen, wenn mir das Label „nachhaltig“ über den Weg läuft. Es ist etwas sehr Reales und Wichtiges. Es zeigt, wie Märkte arbeiten, auch wenn die Situation aussichtslos scheint. Können andere Probleme mit Hilfe der Kreativität der Menschen gelöst werden? Ganz egal ob Umweltverschmutzung, Klimawandel, Rassen- und Geschlechterungleichheiten, Armut oder schlechter Zugang zu Gesundheitsversorgung – die Lösung dieser Probleme einer Regierung aufzutragen, ist die mit Abstand schlechteste Idee. Nur Lösungsansätze, die kreativ, marktbasiert und aus der Matrix des Austausches und der Wahlfreiheit heraus generiert sind, sind erfolgsversprechend.

Das Zeitalter von Boom und Bust ist nicht vorbei

von Thorsten Polleit, 7. Februar 2020

Aber wenn erst einmal alle Marktzinsen auf null abgesunken sind, beginnt das Problem. Die Kreditmärkte kommen zum Erliegen. Kreditnehmer können ihre fällig werdenden Schulden nicht mehr verlängern, und kein Investor ist bereit, neue Mittel zur Verfügung zu stellen. Der Boom droht in einen Bust umzuschlagen. Um den Zusammenbruch der Schuldenpyramide zu verhindern, greifen die Zentralbanken als „Lender of last resort“ ein und finanzieren alle Kreditnehmer in Not. Das Ergebnis ist Hochinflation. Denn ohne einen positiven Marktzins gibt es Kapitalverzehr, und wirtschaftliche Regression setzt ein. Die Menschen werden ins Elend gestürzt.

Die Arbeit tun die anderen – Helmut Schelskys Abrechnung mit der Priesterherrschaft der Intellektuellen

von Antony P. Mueller, 10. Februar 2020

Die Herrschaft der Sinnvermittler steht und fällt mit dem Glauben an die Verheißung des Heils, eine Botschaft, die das Elendsbewusstsein der Beherrschten zur Vorbedingung hat. Dem Bombardement der Dauerüberredung folgend, gibt der Untertan von heute die Freiheit seines Denkens, Sprechens und Handelns auf, um die versprochenen Heilsgüter zugeteilt zu bekommen und vielleicht noch einige Staatsalmosen dazu. Der Preis ist hoch. Er besteht in Selbstmitleid und Zukunftsangst. Auch die eingebildete Verelendung ist eine Verelendung.

Ein Rat an Präsident Trump im Handelsstreit mit China

von Patrick Barron, 12. Februar 2020

Der Präsident misst den wirtschaftlichen Fortschritt eher an der Zunahme der Beschäftigung und/oder dem Rückgang der Arbeitslosigkeit als an der Zunahme des Wohlstands. Aber mehr Arbeit ist nicht unbedingt ein Zeichen für wirtschaftlichen Fortschritt. Kommunistische Länder, wie die ehemalige Sowjetunion, hatten null Arbeitslosigkeit! Um die Jobs kümmerte sich der Staat. Aber niemand würde behaupten, dass jahrzehntelange Vollbeschäftigung die unglücklichen Bürger der Sowjetunion wohlhabender machte.

Margaret Thatcher über Sozialismus: Ihre besten Zitate

von Lawrence W. Reed, 14. Februar 2020

Die Sozialisten erzählen uns, in dieser und jener Branche gäbe es gewaltige Gewinne, und diese stünden nicht den Aktionären zu, sondern der Öffentlichkeit. Gewinne? Welche Gewinne? Wenn wir eine erfolgreiche Firma verstaatlichen, lösen sich die Gewinne schnell in Luft auf. Die Gans, die die goldenen Eier legt, erkrankt. Staatsgänse sind keine guter Eierleger. Vor einiger Zeit wurde die Stahlindustrie zum Nutzen der Öffentlichkeit verstaatlicht. Der einzige Nutzen der Öffentlichkeit besteht nun darin, zuzuschauen, wie ihr Geld verschwindet – jeden Tag eine Million Pfund.

Die Qualität des Geldes – Teil 1

von Philipp Bagus, 17. Februar 2020

Die Ökonomen haben in letzter Zeit die Zusammenhänge zwischen Kaufkraft und Geldqualität vernachlässigt. Um diese Lücke zu schließen, werde ich die Qualität des Geldes analysieren und untersuchen, wie sich seine Veränderungen auf die Kaufkraft des Geldes auswirken. Ich werde argumentieren, dass Veränderungen in der Qualität des Geldes weitaus wichtiger für den Wert des Geldes sein können als Veränderungen in seiner Quantität. Diese Schlussfolgerung entspricht dem subjektivistischen Ansatz der Österreichischen Schule.

Lasst uns die Zwangsfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks beenden!

von Rainer Fassnacht, 19. Februar 2020

Die Einrichtung des ÖRR und dessen Zwangsfinanzierung war ursprünglich als Mittel gedacht, um deren politische Unabhängigkeit und Neutralität zu gewährleisten. Heute zeigt sich, dass genau das Gegenteil des Gewünschten eingetreten ist. Wer die Österreichische Schule der Nationalökonomie kennt, ist von der Entwicklung nicht überrascht. Macht statt Markt, Zwang statt freiwilliger Individualentscheidung führt unweigerlich zu einem suboptimalen Ergebnis und unerfreulichen Nebenwirkungen.

Eine Ablehnung des Kapitalismus ist ethisch nicht begründbar

von Ludwig von Mises, 21. Februar 2020

In keiner ethischen Lehre oder in den Glaubensrichtungen, die auf den Zehn Geboten fußen, findet sich etwas, was die Verurteilung eines ökonomischen Systems rechtfertigt, das die Bevölkerung vervielfacht hat und die Massen in den kapitalistischen Ländern mit dem höchsten Lebensstandard versorgt, der jemals in der Geschichte erreicht wurde. Auch vom religiösen Standpunkt aus sprechen das Sinken der Kindersterblichkeit, die Verlängerung der durchschnittlichen Lebenszeit, der erfolgreiche Kampf gegen Seuchen und Krankheiten, das Verschwinden von Hungersnöten, Analphabetismus und Aberglauben zu Gunsten des Kapitalismus. Die Kirchen beklagen zurecht die Massenarmut in den ökonomisch rückständigen Ländern. Sie befinden sich aber in einem üblen Irrtum, wenn sie vermuten, dass etwas die Armut dieser bedauernswerten Menschen auslöschen kann, außer der bedingungslosen Übernahme des Systems des Gewinnstrebens der Großunternehmen, das heißt, der Massenproduktion zur Befriedigung der Bedürfnisse der Vielen.

Die Qualität des Geldes – Teil 2

von Philipp Bagus, 24. Februar 2020

Die Ökonomen haben die Qualitätstheorie des Geldes weitgehend vernachlässigt und sich hauptsächlich auf die Quantität des Geldes konzentriert. Veränderungen in der Qualität des Geldes sind für die Kaufkraft des Geldes indes sehr wichtig und haben eine wichtige Erklärungskraft. Die Qualität des Geldes wirkt sich auf die Kaufkraft des Geldes aus, indem sie zunächst die Geldnachfrage verändert, die die veränderte Bewertung einer festen Geldmenge auf den Werteskalen der Öffentlichkeit widerspiegelt. Die erwartete Geldmenge ist nur einer von vielen Faktoren, die die Qualität des Geldes beeinflussen, und leitet ihre Bedeutung aus ihren Auswirkungen auf die Geldqualität ab. Daher muss eine integrierte Geldtheorie den Schwerpunkt auf die Qualität des Geldes legen und die Bedeutung der erwarteten Geldmenge in Bezug auf ihre Auswirkungen auf die Qualität des Geldes erklären.

Die Japanisierung der Europäischen Union

von Jesús Huerta de Soto, 26. Februar 2020

Ja, die japanischen Währungshüter sind der platzenden Blase mit einer überaus laxen Geldpolitik entgegengetreten. Man hat sich auch dazu entschieden, die Kredite fortwährend zu verlängern. Mit anderen Worten, man hat den Unternehmen, die ihre Kredite nicht zurückzahlen können, neue Kredite angeboten, um mit ihnen die alten zu begleichen, usw. Die japanische Zentralbank hat dies alles mitgetragen und gefördert. In Japan ist es kulturell undenkbar, dass eine Firma scheitert. Es wird auch nicht kulturell akzeptiert, dass man Angestellte entlässt. Jede Firma ist wie die Mutter einer großen Familie. Sie muss allen Familienmitgliedern Sicherheit und Arbeit bieten. Obwohl die offiziellen Arbeitslosenzahlen sehr niedrig sein mögen und scheinbar jeder eine Arbeit hat, sollten wir nicht die Bilder aus den großen Abteilungen all der vielen japanischen Firmen vergessen, in denen die Angestellten schlafen oder nichts tun. Offiziell arbeiten sie, aber die versteckte Arbeitslosigkeit ist offenbar massiv, und der Rückgang an Produktivität und der zunehmende Verlust an Wettbewerbsfähigkeit sind enorm (vor allem im Vergleich zu China, Südkorea und den übrigen aufsteigenden Ökonomien in Asien). Zudem hat man die Zinssätze praktisch auf null gesenkt. Die Regierung hat noch eine aggressive Fiskalpolitik oben draufgesetzt und bläst damit die öffentlichen Ausgaben durch den Schornstein.

 

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