Die Artikel auf Mises Deutschland – Juli 2020

Rückblick auf die Artikel des Ludwig von Mises Institut Deutschland im Monat Juli:

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Das Konjunkturpaket atmet den Geist eines merkantilistischen Staatsdirigismus

von Philipp Bagus, 1. Juli 2020

Als Folge von Angebots- und Nachfrageschock müssen sich die Produktionsfaktoren den neuen Gegebenheiten anpassen. Eine Restrukturierung der Produktionsstruktur ist erforderlich. Einige Unternehmen und Sektoren müssen schrumpfen, andere expandieren. Einige Unternehmen müssen rekapitalisiert werden, andere ganz verschwinden. Welche Unternehmen und Sektoren dies sind, entscheiden in einer Marktwirtschaft die Konsumenten durch ihre Kaufentscheidungen. Es wäre eine Anmaßung von Wissen (Hayek 1996), wenn der Staat zentral entscheiden würde, welche Sektoren schrumpfen und welche expandieren sollen.

Mises Seminar 2020: „Kritik der kausalwissenschaftlichen Sozialforschung“ (Vortrag 12)

von Karl-Friedrich Israel, 3. Juli 2020

Vortrag 9 behandelt das Buch „Kritik der kausalwissenschaftlichen Sozialforschung“ (1983) von Hans-Hermann Hoppe.

Ungedecktes Geld: Von Krise zu Krise

von Hubert Milz, 6. Juli 2020

Die Geldpolitik wird seit Jahrzehnten dominiert von den keynesianisch und/oder den monetaristisch inspirierten Zentralbanken. Ohne derartige Zentralbanken wären die 50 Hyperinflationen des 20. Jahrhunderts kaum möglich gewesen. Deshalb hat der Privatbankier Ferdinand Lips (1931-2005) die Gründung der FED im Jahre 1913, als mächtigster und einflussreichster Zentralbank der Welt, das größte Unglück in der Menschheitsgeschichte genannt.

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Corona: Viel Raum für eine wissenschaftliche Aufarbeitung

von Stephan Ring, 8. Juli 2020

Auch bei den bestätigt Kranken zeigt sich das gleiche Bild wie bei Neuinfektionen und Todesfällen: Die Lage hat sich deutlich entspannt. Waren auf dem Höhepunkt am 6. April 64.318 Menschen laborbestätigt mit Corona infiziert – und weder wieder genesen noch gestorben -, so liegt die Zahl dieser akut Kranken derzeit nach den RKI-Daten nur noch bei 5.940 und damit bei einem Neuntel des Höchstwerts. Hauptsächlich durch einige Hotspots (z.B. Tönnies-Fleischfabriken) kam es vom 16. bis 27. Juni zu einem Anstieg um gut 2.000 Akutfälle, der aber in den letzten Tagen wieder abklingt. Eigentlich ist diese „zweite Welle“ – zumindest bislang – überraschend zahm geblieben, wenn man berücksichtigt, dass ein Teil der Quarantäne- und Schutzregeln in den letzten Wochen gelockert worden sind.

Entstaatlichung kurbelt die Wirtschaft an

von Olivier Kessler, 10. Juli 2020

Schweden und Großbritannien sind nur zwei von vielen Beispielen, die auf den ­Erfolg von Entstaatlichungskuren hindeuten. Wie der Index wirtschaftlicher Freiheit zeigt, sind das keine Zufälle: In dem Viertel aller Länder, die die höchste wirtschaftliche Freiheit aufweisen, sind die Menschen im Vergleich zu dem Viertel der Länder mit der geringsten wirtschaftlichen Freiheit rund sechsmal wohlhabender und leben fünfzehn Jahre länger.

Rothbards brillantes Vorwort zu „Theorie und Geschichte“

von George Pickering, 13. Juli 2020

Die Bedeutung einer frühen Grundkenntnis in der Methodik für angehende Österreicher zeigt sich schmerzlich in der inkonsistenten und kontraproduktiven Arbeit vieler etablierter Ökonomen, selbst vermeintlich freier Marktwirtschaftler. Wenn mehr Aufmerksamkeit auf das Einführungspotential von kurzen methodischen Arbeiten, wie Rothbards Vorwort zu Theorie und Geschichte, gelenkt werden kann, können wir erwarten, dass zukünftige Generationen von Österreichern nicht nur in ihrer Methodik, sondern auch in ihrer Fürsprache für eine solide Ökonomie immer stärker und konsequenter werden.

Wie der Staat die Familien schädigt

von Jörg Guido Hülsmann, 15. Juli 2020

Es liegt auf der Hand, dass diese Politik keine Förderung der christlichen Familie bedeutet. Aber sie beschädigt die Familie geradezu, indem sie das Verhältnis von Kosten und Nutzen des Familienlebens verschlechtert. Sie verringert die Anreize, eine Familie zu gründen und auch unter Widerständen am Leben zu halten. Ganztagsschulen und Ganztagskindergärten werden durch die Besteuerung der Familien finanziert, also sinken die Erträge des Familienlebens, während gleichzeitig die Notwendigkeit zusätzlicher Geldeinkommen zunimmt. Die größere wirtschaftliche Selbständigkeit der Frauen verringert dann die Ausstiegskosten aus der Solidargemeinschaft der Familie. So kommt es zu vermehrten Ehescheidungen und alleinerziehenden Müttern. Dieser Zusammenhang wird in weiterer Folge noch dadurch verstärkt, dass auch für die Männer die Anreize zur Familiengründung sinken. Zum einen müssen sie ja nun von vorneherein mit einer höheren Wahrscheinlichkeit des Scheiterns rechnen. Zum anderen bedeutet das deutsche Scheidungsrecht für den Mann sehr häufig den wirtschaftlichen Ruin.

Die EZB auf den Spuren der Reichsbank

von Thorsten Polleit, 17. Juli 2020

Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren, aus meiner Sicht ist es angebracht zu sagen, dass die EZB auf den Spuren der Reichsbank wandelt. (Damit ist sie übrigens nicht allein. Das gilt für alle großen Zentralbanken der Welt.) Die EZB-Räte, genauso wie ihre Kollegen damals in der Reichsbank, setzen alle Hebel in Bewegung, ein politisches Projekt vor dem finanziellen Zusammenbruch zu bewahren, Staat und Sonderinteressengruppen mit immer mehr neu geschaffenem Geld über Wasser zu halten. Wie die Reichsbank-Räte führen auch die EZB-Räte mit ihrer Geldvermehrungspolitik die öffentliche Meinung in die Irre, ermöglichen einem Regierungssystem, das bei offener Darlegung der Dinge keine Aussicht auf die Billigung durch das Volk hätte, den Fortbestand. Und genauso wie die Reichsbank-Räte werden auch die EZB-Räte Staaten und Banken flüssig halten, auch wenn das die Kaufkraft des Euro stark herabsetzt. Es gibt allerdings einen Unterschied zwischen damals und heute: Anders als die Reichsbank-Räte beherrschen die EZB-Räte das Handwerk der Täuschung der Öffentlichkeit viel besser.

Wenn das Machtmonopol versagt

von Andreas Tögel, 20. Juli 2020

Verheerender kann ein politisches Signal nicht sein: die Staatsmacht erklärt das Recht zur Selbstverteidigung kontrafaktisch zur „Aggression“ und stellt sich auf die Seite derer, die private Eigentumsrechte mit Füßen treten. Auf diese Weise wird dem friedlichen Zusammenleben jede Grundlage entzogen. Es soll offenbar nur noch das Recht des Stärkeren gelten. Und wie die grotesken Auswüchse der Black-Lives-Matter-Kampagne zeigen, wird das nicht der rechtschaffene Bürger sein, der Werte schafft, sondern vor keiner Gewalttat zurückschreckende, politisch Fanatisierte, die nichts schaffen, sondern nur zerstören können. Keine guten Aussichten für eine zivilisierte Gesellschaft.

Die südlichen Länder brauchen nicht mehr Geld, sondern mehr Kapitalismus

von Rainer Zitelmann, 22. Juli 2020

Auch jene Länder, denen es heute vergleichsweise gut geht – so etwa Deutschland – brauchen dringend wirtschaftliche Reformen. Deutschland ruht sich heute auf den Reformen von Gerhard Schröder aus, die bald zwei Jahrzehnte zurückliegen. Seitdem ist nichts Positives geschehen. Im Gegenteil: Deutschland hat seine Energiewirtschaft faktisch in eine Planwirtschaft verwandelt – und ist dabei, dies auch für die Automobilwirtschaft zu tun. Auch im Wohnungswesen wird immer mehr staatlich reguliert und die Marktkräfte eingeschnürt. Nicht nur die Südländer, sondern ganz Europa braucht mehr Kapitalismus.

Die richtige Idee für Europa: Markt statt Macht

von Rainer Fassnacht, 24. Juli 2020

Dann wachte ich auf. Ein wenig grübelte ich noch. Als „Austrian“ ist mir die positive Wirkung von Wettbewerb vertraut und die Konzentration von Macht suspekt. Der britischen Entscheidung, nationale Besonderheiten wie beispielsweise das Common Law beibehalten zu wollen und auf Markt statt auf Macht zu setzen, kann ich daher vieles abgewinnen. Aber anders als in meinem Traum ist im echten Leben wohl nicht auszuschließen, dass zumindest auf kurze Sicht Macht statt Markt die Oberhand gewinnt. Es wäre schön, wenn es anders käme, doch noch ist das Ergebnis nicht ausgemacht. Und es wird wohl einige Jahre brauchen, um die wahren Gewinner erkennen zu können.

„Es gibt Grund zur Annahme, dass die offiziellen Inflationszahlen zu niedrig sind“

Interview mit Karl-Friedrich Israel, 27.Juli 2020

Die steigenden Vermögenspreise erschweren es denjenigen, die noch nicht über reales Vermögen verfügen, für die Zukunft vorzusorgen. Will man trotzdem vorsorgen, muss man größere Anstrengungen unternehmen bzw. in der Gegenwart größere Opfer in Form von Konsumverzicht erbringen, als es ohne die disproportionale Vermögenspreisinflation der Fall wäre.

Ein ungezügelter Kapitalismus führt ins Chaos? Stimmt nicht!

von Pierre Bessard und Olivier Kessler, 29. Juli 2020

Je besser das Privateigentum geschützt wird, desto stärker prosperiert das entsprechende Land und desto stabiler ist es. Jahr für Jahr wird dieser Befund vom Index der Eigentumsrechte aufs Neue bestätigt. Weltweit führen besser geschützte Eigentumsrechte zu einem höheren Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, verstärken die Direktinvestitionen und führen auch zu einem höheren Wirtschaftswachstum. Im Fünftel der Staaten mit den am besten gesichertsten Eigentumsrechten ist das Pro-Kopf-Einkommen 2019 mit durchschnittlich 57.343 US-Dollar mehr als 15 Mal höher als im letzten Fünftel des Index, wo das Durchschnittseinkommen pro Kopf durchschnittlich nur 3.646 US-Dollar beträgt und das Potenzial für chaotische Unruhen weitaus grösser ist.

 

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