Thomas Piketty’s sensationelles neues Buch

9.5.2014 – von Hunter Lewis.

Hunter Lewis

Thomas Piketty, ein 42-jähriger französischer Ökonom, hat einen Bestseller geschrieben: Capital in the Twenty-First Century. Die US-Ausgabe, herausgegeben von Harvard University Press, führt die Bestsellerliste an; Premiere für ein Harvardbuch. Kürzlich wurde Piketty in einer Rezension zu dem Mann ernannt, der „die fatale Schwäche des Kapitalismus aufgedeckt hat“.

Was ist die fatale Schwäche? Angeblich würden im Kapitalismus die Reichen im Vergleich zu allen anderen immer reicher. Die Ungleichheit würde schlimmer und schlimmer. Der Fehler sei unvermeidlich im System eingebettet.

Um seine These zu stützen, bietet Piketty –  neben dubioser finanzieller Logik –  eine „spektakuläre Grafik“ mit historischen Daten an. Was zeigt diese Grafik?

Der Anteil des Einkommens in den USA, der auf die reichsten 10 Prozent entfällt, beginnt bei 40 Prozent im Jahr 1910, wächst auf 50 Prozent bis vor dem Börsencrash von 1929, fällt danach und geht im Jahr 1995 wieder auf 40 Prozent zu. Bis 2008 wächst der Anteil erneut auf 50 Prozent an, um schließlich wieder leicht zu fallen.

Lassen Sie uns kurz überlegen, was das bedeutet. Das relative Einkommen der reichsten 10 Prozent ist zwischen 1910 bis heute nicht unaufhaltsam gestiegen, sondern hatte zwei Höchststände: kurz vor den Finanzkrisen von 1929 und 2008. Die Einkommensungleichheit stieg in Phasen ökonomischer Blasenbildung und fiel danach wieder.

Und was war der Grund für diese Finanzblasen? Die Schaffung von zu viel Geld und Schulden durch die FED und andere Zentralbanken. Diese Phasen waren durch die explosive Ausweitung von Staatskapitalismus gekennzeichnet, den einige Reiche mit guten Verbindungen zur Wall Street und zur Regierung für sich ausgenutzt haben.

Wir können aus der Zeit zwischen dem Ende des 1. Weltkriegs und der Großen Depression, sowie aus den letzten 20 Jahren, einiges über Staatskapitalismus lernen, aber nur sehr wenig über Kapitalismus. Staatskapitalismus ist das Gegenteil von Kapitalismus. Kapitalismus ist das Ergebnis freier Preissetzung und freier Märkte. Staatskapitalismus ist die Pervertierung dieser Märkte.

Es liegt natürlich auf der Hand, warum das Weiße Haus Piketty mag. Er stützt die These, der Staat sei das Heilmittel gegen die Ungleichheit, obwohl er in Wirklichkeit ihr größter Verstärker ist.

Das Weiße Haus und der IWF lieben Piketty’s Thesen, denn er propagiert nicht nur hohe Einkommenssteuern, sondern auch erhebliche Vermögenssteuern. Besonders der IWF hat in letzter Zeit die Werbetrommel für Vermögenssteuern zur Sanierung von Staatsfinanzen und Reduzierung von Ungleichheit gerührt.

Rechnen Sie damit, in nächster Zeit immer öfter über Vermögenssteuern zu hören. Sie werden auch hören, dass dies nur ein einmaliges Ereignis sein wird und das Wirtschaftswachstum durch Reduzierung von Ungleichheit angekurbelt würde.

Natürlich ist das Quatsch. Wirtschaftswachstum wird erzeugt, wenn eine Gesellschaft spart und die Ersparnisse vernünftig investiert. Nicht die Menge der Investitionen, sondern deren Qualität ist entscheidend. Der Staat ist kaum fähig zu sparen und zu investieren, von der Unfähigkeit, sinnvoll zu investieren ganz zu schweigen.

Außerdem sollte man sich keine Illusionen darüber machen, dass eine Vermögenssteuer ein einmaliges Ereignis sein wird. Keine Steuer war je ein einmaliges Ereignis. Einmal eingeführt würde sie nicht nur bleiben, sondern stetig erhöht werden.

Picketty sollte sich fragen, was passiert, wenn Investoren Aktien-, Anleihen- und Immobilienvermögen liquidieren müssen, um Vermögenssteuern zu bezahlen. Wie werden die Märkte diese Vermögensmengen absorbieren? Wer werden die Käufer sein? Wird das Wirtschaftswachstum angekurbelt, wenn Märkte und Vermögenswerte unter Verkaufsdruck kollabieren?

1936 erschien mit Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes von Keynes ein schwer verständliches, akademisches Wirtschaftsbuch, welches Politiker dazu ermutigte, genau das zu tun, was sie wollten. Piketty’s Buch dient im Jahr 2014 dem gleichen Zweck, es unterstützt die gleiche kurzsichtige und destruktive Politik.

Würden Obama, der IWF und Leute wie Piketty die Wirtschaft einfach in Ruhe lassen, würde sie sich auch erholen. Aber wie es aussieht, erfinden sie immer wieder neue Methoden, um sie zu zerstören.

Aus dem Englischen übersetzt von Arne Wolframm. Der Originalbeitrag mit dem Titel Thomas Piketty’s Sensational New Book ist am 26.4.2014 auf der website des Mises-Institute, Auburn, US Alabama erschienen.

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Hunter Lewis ist mehrfacher Buchautor. Seine zwei neuesten Bücher sind Free Prices Now! und Crony Capitalism in America: 2008-2012. Er ist Mitbegründer von Against Crony Capitalism.org, sowie Mitbegründer und früherer CEO von Cambridge Associates, einer weltweit tätigen Investmentgesellschaft.

 

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