Murray Rothbards Philosophie der Freiheit

25. März 2019 – In Ablehnung der Sklaverei und des interventionistischen Staates als Sklavenbesitzer

von David Gordon

David Gordon

Murray Rothbard (1926 – 1995) gründete seine politische Philosophie auf einer einfachen Erkenntnis: Sklaverei ist falsch. Praktisch niemand würde es wagen, diese offensichtliche Wahrheit in Frage zu stellen; aber sie hat eine weitreichende Bedeutung. Es ist Rothbards alleiniger Verdienst, bewiesen zu haben, dass die Ablehnung der Sklaverei unweigerlich zu Laissez-faire-Kapitalismus ohne den geringsten Staatseingriff führt.

Wenn wir die Sklaverei ablehnen, sagen wir dann nicht, dass jeder Mensch Eigentümer seines eigenen Körpers ist? Das Unmoralische an der Sklaverei ist ja gerade, dass manche Menschen, nämlich die Sklavenbesitzer, das Recht haben, die Körper derer zu kontrollieren, die sich unter ihrer Herrschaft befinden. Die Herren dürfen den Sklaven sagen, was sie zu tun haben, und sie zum Gehorsam zwingen, wenn sie sich weigern.

Man mag zunächst denken, dass dieser Standpunkt ja wohl in der heutigen Gesellschaft irrelevant ist. Der dreizehnte Verfassungszusatz schaffte 1865 die Sklaverei in den USA ab. Was sollte es heute noch für eine Bedeutung haben, zu wiederholen, dass Sklaverei falsch ist?

Aber sind wir da nicht zu voreilig? Wenn das Wesen der Sklaverei in erzwungener Arbeit für andere besteht, so ist diese heute durchaus noch nicht verschwunden. Wenn Ihnen die Regierung einen Teil Ihrer Einkünfte in Form von Steuern abnimmt, so zwingt sie Sie, für den Staat zu arbeiten. Genau so wie der Sklave nicht behalten darf, was er verdient, sondern es seinem Besitzer geben muss, muss auch der Steuerzahler einen Teil von dem, was er verdient, der Regierung geben. Man könnte zwar einwenden, dass man Steuern vermeiden kann, in dem man nicht arbeitet, aber das ist keine realistische Alternative. Ein System der Sklaverei, indem die Sklaven die Arbeit verweigern können, dafür aber auch kein Essen erhalten, ist sicher keine Verbesserung gegenüber der normalen Sklaverei.

Und die Einkommensteuer ist bei weitem nicht der einzige Bereich, wo sich der Staat wie ein Sklavenbesitzer verhält. In den Vereinigten Staaten gibt es keine Wehrpflicht. Aber früher hat es sie gegeben, und es ist durchaus möglich, dass sie wieder eingeführt wird. Soldaten müssen selbstverständlich Befehlen gehorchen, selbst wenn sie ihr Leben dadurch gefährden.

Aber sind wir nicht trotzdem zu voreilig? Maßnahmen wie die Einkommensteuer und die Wehrpflicht sind zwar bedeutende Eingriffe in unsere Freiheit, wurden jedoch von demokratisch gewählten Vertretern beschlossen. Wie können wir eine Demokratie mit einem System vergleichen, in dem ein Herr anderen befiehlt zu arbeiten, egal ob sie wollen oder nicht? In einer Demokratie kann der Einzelne zwar nicht tun, was er will, aber die Mehrheit bestimmt die Regeln.

Rothbard meint, dass dieser Umstand das Wesen der Sklaverei nicht beeinflusst. In einer Demokratie verhält sich die Mehrheit wie ein Sklavenbesitzer. In dem Ausmaß, wie der Einzelne keine vollständige Kontrolle über seinen Körper ausüben kann, ist er ein Sklave. Die Tatsache, dass er gemeinsam mit den anderen Sklaven einen Anteil an den Entscheidungen hat, ändert nichts an seiner Unfreiheit. Rothbards Meinung nach ist Demokratie ein System, bei dem jeder einen Anteil an jedem besitzt. Es ist lediglich eine andere Spielart der Sklaverei. Der Entscheidung zwischen Selbsteigentum oder Sklaverei entziehen wir uns durch Demokratie nicht.

In vielen Büchern und unzähligen Artikeln arbeitete Rothbard seine Verteidigung des Prinzips des Selbsteigentums in logischer, wenn auch kontroverser Konsequenz aus. Wenn Ihnen das Ergebnis Ihrer eigenen Arbeit gehört, können Sie nicht gegen Ihren Willen gezwungen werden, den Staat zu unterstützen, selbst wenn sich seine Tätigkeit auf den Schutz von Rechten beschränkt – abgesehen natürlich von den Rechten, gegen die er verstößt, in dem er sich Mittel durch Besteuerung verschafft. Außerdem dürfen Menschen in einer freien Gesellschaft konkurrierende Sicherheitsagenturen schaffen: Sicherheitsdienstleistungen müssen kein Monopol sein.

Das Prinzip des Selbsteigentums als offensichtliche Wahrheit darzustellen, die jeder mit gesundem Menschenverstand erkennen sollte, reichte Rothbard allerdings nicht. Bei seiner Argumentation baute Rothbard maßgeblich auf eine Tatsache: Jeder ist de facto Herr seines eigenen Willens. Wenn ich jemand anderem gehorche, muss ich stets die Entscheidung treffen, das zu tun, was er mir sagt; daran ändert auch Gewaltandrohung seinerseits nichts. Ich muss mich entscheiden, ob ich mich der Drohung beuge.

Man mag nun fragen, wie Rothbard zu seinen Schlussfolgerungen gelangt, selbst wenn man ihm Recht darin gibt, dass die Willensfreiheit stets gegeben ist. Muss man aus der Tatsache der Willensfreiheit automatisch zu dem ethischen Werturteil gelangen, dass jede Person als Selbsteigentümer anerkannt werden sollte? Oder begeht Rothbard hier den Fehler, vom „ist“ auf das „sollte“ zu schließen?

Rothbard würde gegen unseren imaginären Zweifler argumentieren. Er würde zugeben, dass er von einem „ist“ zu einem „sollte“ gelangt, würde allerdings abstreiten, dass dies ein Fehler sei. Er würde darauf bestehen, dass sich ethische Prinzipien aus der Natur des Menschen ableiten lassen.

Wie lässt sich dieser ethische Anspruch, der im Gegensatz zu einem Großteil der aktuellen philosophischen Meinung steht, begründen? Rothbard fand ein Argument von Leo Strauss, einem politischen Philosophen, mit dem er öfter Meinungsverschiedenheiten hatte, überzeugend. Strauss hielt die Unterscheidung von Tatsachen und Werten David Humes und zahlreicher seiner Nachfolger für ein realitätsfernes Konstrukt und verwendete lieber eine leichter verständliche Sprache. Nehmen wir beispielsweise an, jemand drängt Sie zur Seite, während sie an der Kinokasse anstehen. Hat er sich nicht unverschämt verhalten? Das Urteil, ob er sich unverschämt verhalten hat oder nicht, ist nicht subjektiv, sondern unterliegt objektiven Bewertungskriterien. Aber „unverschämt“ ist doch wohl ein Werturteil? Wie passt das zu dem angeblichen Gegensatz von Tatsachen und Werturteilen? Nach Ansicht von Strauss und Rothbard sind Werturteile auch Tatsachenurteile. Wenn das wahr ist, stimmt es dann nicht auch, dass es gleichzeitig eine Wert- und eine Tatsachenbehauptung ist, dass Menschen zum Leben bestimmte Dinge benötigen – auch wenn dies sehr viel kontroverser ist? Rothbard zumindest behauptete dies. (Ich skizziere seine Argumente hier nur grob – dies ist keinesfalls eine vollständige Verteidigung.)

Obwohl Rothbards Position wohl nur von einer Minderheit der zeitgenössischen, analytischen Philosophen vertreten wird, gibt es einige führende Vertreter, die sie unterstützen. Die einflussreiche britische Philosophin Philippa Foot vertritt in ihrem Werk Natural Goodness (Oxford University Press, 2001) eine Sichtweise des Guten, die der Rothbards sehr ähnelt. Und selbst wenn man Rothbards Ansichten nicht teilt und der Meinung ist, dass es eine klare Trennung zwischen Tatsachen und Werturteilen gibt, bleibt Selbsteigentum ein gültiges Prinzip für alle, die die Sklaverei ablehnen.

Privateigentum

Wer das Prinzip des Selbsteigentums anerkennt, für den ist das Prinzip des Privateigentums eine logische Konsequenz. Jedem Menschen gehört die eigene Arbeit. Hat er dann nicht das Recht auf alles, was er selbst schafft? Ihm dies zu verweigern, wäre wieder ein Rückschritt in die Sklaverei. Es würde bedeuten, dass andere Menschen das Recht hätten, Ihre Arbeit zu kontrollieren.

Aber wieder sieht sich Rothbard der Kritik ausgesetzt: Sie mögen zwar Ihre eigene Arbeit besitzen, aber das reicht keinesfalls aus als Rechtfertigung für ein Recht auf Privateigentum. Schließlich erschaffen die Menschen nicht das Land, das sie sich aneignen möchten. Aber Rothbard hat wenig Probleme mit diesem Einwand. Land gehört erst einmal niemandem. Kein Landstück betritt diese Welt versehen mit dem Namen eines Menschen. Rothbard lehnt die Hypothese der Georgisten ab, dass allen kollektiv alles Land gehört. Er schreibt in seinem großen Werk Man, Economy and State:

Einige Kritiker, insbesondere die Anhänger von Henry George, behaupten, dass einem Menschen zwar die eigenen Arbeit gehöre, nicht jedoch naturgegebene Ressourcen, denn es wäre ein Vergehen am Erbe aller Menschen, wenn ein einzelner sich solch eine ‘Gabe der Natur’ nehmen würde. Dieser Standpunkt stellt allerdings einen Widerspruch an sich dar. Kein Mensch kann sich irgendetwas aneignen, ohne dabei auch naturgegebene Ressourcen zu verwenden, und sei es nur das Land, auf dem er steht. … Deshalb kann kein Mensch das Eigentum an der eigenen Arbeit erlangen, ohne sich zuvor naturgegebene Ressourcen anzueignen.

Nach Rothbards Ansicht erlangt man Eigentum, in dem man seine Arbeit mit unbesessenem Land vermischt, oder in dem man es als Geschenk oder im Tausch von jemand anderem erhält. Dieser Ansatz stammt natürlich von John Locke, obwohl Rothbard ihn ohne Lockes zahlreiche Vorbedingungen akzeptiert.

Rothbard beweist großen dialektischen Einfallsreichtum, in dem er Einwände gegen diese Theorie vorwegnimmt. Einer der wichtigsten lautet, dass Locke‘sches Arbeitsvermischen die ersten Eigentümer unfair bevorzugen würde. Stellen wir uns eine Gruppe Schiffbrüchiger vor, die zu einer einsamen Insel schwimmen. Gehört dem ersten, der sie erreicht, nun die ganze Insel? Darf er den anderen nun den Zutritt verweigern, sollten sie sich weigern, für einen Subsistenzlohn für ihn zu arbeiten?

Rothbard wischt diesen Einwand mit Leichtigkeit beiseite, wenn er in seiner Ethik der Freiheit schreibt:

Crusoe mag sich bei seiner Ankunft auf einer großen Insel selbstbewusst zum ‘Eigentümer’ erklären. Tatsächlich gehört ihm jedoch nur der Teil, den er besiedelt und verwendet. … Es ist nur erforderlich, das Land einmal zu verwenden, und es so zum Eigentum dessen zu machen, der seine Arbeit mit ihm vermischt und ihm seinen persönlichen Stempel aufgedrückt hat. (Dieses Buch stellt, zusammen mit Power and Market den Hauptbeitrag Rothbards zur politischen Philosophie dar.)

Jetzt können wir uns einen weiteren Einwand vorstellen. Nehmen wir an, Rothbard hat die Kritik der Georgisten und anderer erfolgreich abgewehrt, die behaupten, Erstbesitzer könnten in seinem System alle anderen als Geiseln nehmen. Ist das System nicht trotz all seiner Logik ohne jede praktische Bedeutung? Praktisch alle heutigen Eigentumstitel stammen keinesfalls in direkter Linie von Locke‘schen Erstbesitzern ab. Im Gegenteil, lassen sich viele Landtitel nicht auf gewaltsame Enteignungen zurückverfolgen? Würde der Versuch, Rothbards System in die Praxis umzusetzen, nicht sofort zu einem Krieg verschiedener, miteinander im Konflikt stehender Ansprüche auf Eigentumstitel führen?

Wie üblich hat Rothbard den Einwand schon vorweggenommen. Er sagt, die Beweislast liegt bei demjenigen, der einen Eigentumstitel in Frage stellt. Wenn er den eigenen Anspruch nicht besser begründen kann, bleibt das Land beim jetzigen Eigentümer. Kann das Land nicht zu einem rechtmäßigen Erstbesitzer zurückverfolgt werden, so sind Spekulationen über ihn müßig.

Aber wenn nun der Beschwerdeführer seinen Anspruch beweisen kann? Dann ist Rothbard vollkommen bereit, sein System konsequent umzusetzen. In einer Rothbard`schen Welt würden sich viele Landbesitzer in Lateinamerikasehr viel schlechter gestellt sehen. So schreibt Rothbard in der Ethik der Freiheit:

Dort [in den Entwicklungsländern] lassen sich ein wahrhaft freier Markt, eine wahrhaft libertäre Gesellschaft, die sich dem Recht und Eigentumsrechten verpflichtet fühlt, nur umsetzen, indem ungerechte, feudale Ansprüche auf Eigentum beendet werden. Aber utilitaristische Ökonomen, die über keinerlei Ethik oder Eigentumstheorie verfügen, bleibt nichts anderes als die Verteidigung des Status Quo, den sie gerade vorfinden.

Politische Philosophie gegen Ethik

Rothbards Buch hat einen in mancher Hinsicht irreführenden Titel. Er trennt scharf zwischen politischer Philosophie und Ethik als Ganzem, und sein Buch beschäftigt sich nur mit ersterem. Wenn er beispielsweise vom Nichtaggressionsprinzip ableitet, dass die Menschen das Recht haben sollten, freiwillige Tauschgeschäfte zu tätigen, so ist seine Schlussfolgerung genau wie die Voraussetzung Teil der politischen Philosophie. Er versucht nicht, darzulegen, dass jeder freiwillige Austausch auch moralisch wünschenswert ist.

Wenn Rothbard wirklich recht hat mit seiner politischen Moral, dann ist es oft unmoralisch, unmoralische Aktivitäten zu verbieten. Das klingt unlogisch, aber statt die Moral zu untergraben, wird sie so gerade verteidigt. Der Blick auf jeden beliebigen Zeitpunkt der Geschichte zeigt uns, dass der Hauptgegner der Moral derjenige ist, den Nietzsche „das kälteste aller kalten Monster, der Staat“ bezeichnete. Jede Doktrin, die wie die von Rothard die Rolle der Politik bei der Durchsetzung von Moral stark einschränkt, kann aus moralischer Sicht nur begrüßt werden.

Ist Ethik nötig?

Rothbard widmet einen wesentlichen Teil seines Buches der Kritik anderer klassischer Liberaler wie Ludwig von Mises, F.A. Hayek und Isaiah Berlin, und in einem besonders erwähnenswerten Abschnitt Robert Nozick.

Rothbard gibt sich viel Mühe, eine freie Gesellschaft auf den Grundlagen von Freiheit und Eigentum zu rechtfertigen, wie wir gesehen haben. Aber ist so viel Aufwand dafür überhaupt nötig? Glaubt man Rothbards großem Mentor, Mises, dann ist das nicht der Fall. Der freie Markt lässt sich gut verteidigen, ohne dabei auf kontroverse ethische Annahmen zurückzugreifen. Es lässt sich ohne jedes Werturteil beweisen, dass interventionistische Maßnahmen wie Mindestlöhne ihre selbstgesetzten Ziele nicht erreichen. So gelangen wir zu einer werturteilsfreien Verteidigung des Widerstandes gegen solche Maßnahmen, womit die Verteidigung des freien Marktes gelungen wäre. Ist das nicht genug?

Rothbard sieht das nicht so. Er weist darauf hin, das interventionistische Maßnahmen sehr wohl einigen Menschen helfen, allerdings auf Kosten anderer. Gewerkschaften beispielsweise schaffen es durchaus, für höhere Löhne für ihre Mitglieder zu sorgen, allerdings verlieren Nichtmitglieder durch sie oft ihren Job. Weshalb sollte man annehmen, dass dieses Ergebnis aus Sicht der Gewerkschaft nicht wünschenswert ist? Im Gegensatz zu der Meinung von Mises verfehlen Eingriffe also nicht immer ihr Ziel. Eine wertfreie Verteidigung des freien Marktes ist also nicht möglich.

Rothbard brachte seine Meinungsverschiedenheit mit Mises zu ersten Mal 1960 in einem unveröffentlichten Kommentar zu Mises‘ Artikel „Epistemologischer Relativismus in der Wissenschaft des menschlichen Handelns“ zum Ausdruck. Er formulierte seine wichtigste Kritik kraftvoll:

Wie kann Mises wissen, welche Motive die Etatisten haben? Nehmen wir beispielsweise an, der Preiskontrolleur strebt nach Macht, und ihm ist es egal, wenn Knappheit entsteht … (oder er ist ein Nihilist und hasst alle, und will für Knappheit sorgen); angenommen jemand, der das Vermögen der Reichen beschlagnahmt, hat eine sehr hohe Zeitpräferenz, und ihm ist es egal, ob die Wirtschaft in zwanzig Jahren zusammenbricht. Was dann?

Aber Rothbard distanzierte sich nicht vollständig von Mises‘ Position, dass es eine Verteidigung des freien Marktes geben kann, die sich nicht auf kontroverse ethische Annahmen stützt. Im Gegenteil, er erweiterte sie sogar. In Power and Market bemerkt er, dass manche Markteingriffe abzulehnen sind, weil die zu erreichenden Ziele logisch unmöglich sind. Wenn ein vorgeschlagenes, ethisches Ziel unerreichbar ist, muss es rational abgelehnt werden – dafür braucht es keine bestimmte ethische Sichtweise, die Vernunft reicht dafür völlig. So schrieb er in Man, Economy and State:

Wenn gezeigt werden kann, dass ein ethisches Ziel widersprüchlich und prinzipiell unerfüllbar ist, ist es klar absurd und sollte nicht weiterverfolgt werden.

Ein solches unmögliches Ziel ist die Einkommensgleichheit. Rothbard schreibt in Power and Market:

Einkommensgleichheit kann es niemals geben. Man muss das Einkommen natürlich in realen Werten und nicht in Geldwert betrachten; ansonsten gäbe es keine echte Gleichheit. … Da jeder Mensch notwendigerweise andere Gegebenheiten vorfindet, muss sich sein reales Einkommen auch von Gut zu Gut und von Mensch zu Mensch unterscheiden. Es gibt keine Möglichkeit, verschiedene Güter zu kombinieren, um ein ‘Einkommensniveau’ zu messen. Deshalb ist es vergebens, ein bestimmtes ‘Niveau’ erreichen zu wollen.

Der Gleichheit der Möglichkeiten ergeht es nicht viel besser.

Auch dies ist so bedeutungslos wie das gerade genannte Konzept. Wie ließen sich die Möglichkeiten des New Yorkers und des Inders, um Manhattan zu segeln oder im Ganges zu schwimmen, angleichen? Die unvermeidlichen örtlichen Unterschiede der Menschen lassen jede ‘Gleichheit der Möglichkeiten’ unmöglich erscheinen.

Rothbards ethisches System, das weit komplexer ist, als ich es hier vermocht habe darzustellen, verdient die Aufmerksamkeit jedes an politischer Philosophie interessierten, sowie jedes Menschen, der die Freiheit liebt.

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Aus dem Englischen übersetzt von Florian Senne. Der Originalbeitrag mit dem Titel Murray Rothbard’s Philosophy of Freedom ist am 1.11.2007 auf der website der Foundation of Economic Education erschienen.

David Gordon ist Senior Fellow des Ludwig von Mises Institute, Auburn, US Alabama. Er ist Autor von Resurrecting Marx und An Introduction to Economic Reasoning, sowie Herausgeber zahlreicher Bücher, unter anderem The Essential Rothbard.

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Hinweis: Die Inhalte der Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Ludwig von Mises Institut Deutschland wieder.

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