Die Welt leidet unter Fiat-Geld

23. Juli 2018 – von Thorsten Polleit

[Dieser Vortrag wurde am 14. Juni 2018 im Bayerischen Hof bei den Münchner Wirtschaftsgesprächen,
veranstaltet von der Stiftung für Freiheit und Vernunft, gehalten.]

Thorsten Polleit

Stellen Sie sich einmal vor, Sie geben einem Bauunternehmer den Auftrag, Ihnen ein Haus zu bauen. Die Bauarbeiten sind schon fortgeschritten, da definiert plötzlich der Bauunternehmer die Maße neu: 1 Meter sind nicht mehr 100 cm, sondern nur noch 75 cm. Der rechte Winkel ist nicht mehr 90 Grad, sondern nur noch 84 Grad. 1 Kilogramm ist nicht mehr 1.000 Gramm, sondern nur noch 750 Gramm. Wie das Haus am Ende aussieht, kann man sich an drei Fingern abzählen. Überall gibt es Mängel: Das Haus ist windschief, Wände sind instabil, Decken
einsturzgefährdet, durch den Kellerboden dringt Wasser ein. Es ist lebensgefährlich das Haus zu betreten, geschweige denn darin zu wohnen.

Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren: Das windschiefe, instabile, undichte und einsturzgefährdete Haus steht sinnbildlich für unsere heutigen Volkswirtschaften, in denen die Menschen Fiat-Geld verwenden (müssen), um ihre Käufe und Verkäufe abzuwickeln, ihre Investitionen zu kalkulieren, ihre Kredite aufzunehmen beziehungsweise zu vergeben und ihre Ersparnisse anzulegen.

Konkret und nicht-metaphorisch lässt sich sagen: der chronische Kaufkraftverlust des Geldes, die vielerorts zunehmende Spreizung zwischen Arm und Reich, das Aufblähen und Platzen von Spekulationsblasen, die Wirtschaftsstörungen in Form von Boom und Bust, die steigende weltweite Verschuldung und der immer größer werdende, auswuchernde Staat – das alles sind unmittelbare Folgen des FiatGeldes. Aber auch das gesellschaftliche und politische Miteinander, das Moral- und Wertesystem und die Kultur der Gesellschaften erleiden Blessuren durch das Verwenden von Fiat-Geld.

Fiat-Geld

Sie werden nun fragen: Was ist Fiat-Geld? Der Begriff „fiat“ leitet sich vom lateinischen ab und bedeutet „so sei es“ oder „es finde statt“. Fiat-Geld ist also „verordnetes Geld“ oder „aufgezwungenes Geld“ oder „Zwangsgeld“. (Zur Illustration: Wenn Sie gezwungen werden, einen Hund als Katze zu bezeichnen und zu behandeln, dann ist der Hund eine Fiat-Katze.)

Fiat-Geld – man kann es auch als „ungedecktes Papiergeld“ bezeichnen – zeichnet sich vor allem durch drei Eigenschaften aus: (1) Fiat-Geld ist staatlich monopolisiertes Geld. Die staatlichen Zentralbanken haben das Produktionsmonopol des Geldes. (2) Fiat-Geld wird in der Regel durch Kreditvergabe geschaffen, der keine echte Ersparnis gegenübersteht. Es wird aus dem Nichts geschaffen, oder ex nihilo, wie der Lateiner sagt. Und (3): Fiat-Geld ist entmaterialisiertes Geld. Es hat die Form von bunt bedruckten Papierzetteln (genauer: Baumwollstücken) und Einträgen auf Computerfestplatten (Bits und Bytes). Ob US-Dollar, Euro, chinesischer Renminbi, japanischer Yen, Britisches Pfund oder Schweizer Franken: Sie alle sind Fiat-Geld.

Aus der Geldtheorie wissen wir, dass das Fiat-Geld kein “natürliches”, kein “unschuldiges” Geld ist. Es ist vielmehr durch einen unrechtmäßigen Akt auf die Welt gekommen. Ich darf die Erklärung dazu abkürzen, denn viele von Ihnen werden sie vermutlich kennen: Im System von Bretton Woods, der internationalen Währungsordnung nach Ende des Zweiten Weltkrieges, ist der US-Dollar die Ankerwährung des Systems: 35 US-Dollar entsprachen 1 Feinunze Gold (also 31,1034768 Gramm).

Alle übrigen Währungen – wie Französischer Franc, Britisches Pfund und D-Mark – sind mit einem festen Wechselkurs an den US-Dollar gebunden und können in den US-Dollar umgetauscht werden. Auf diese Weise sind auch sie indirekt – über den US-Dollar – an das Gold gebunden.

In den 1950er und 1960er Jahren beginnen die USA, gegen die Regeln des Systems von Bretton Woods zu verstoßen. Sie betreiben eine zusehends inflationäre Geldpolitik, erhöhten die US-Dollar-Geldmenge, ohne für eine entsprechende Golddeckung zu sorgen. Einige Nationen, allen voran Frankreich, beginnen daraufhin, ihre US-Dollar-Bestände, die sie durch Exportüberschüsse erzielt haben, in physisches Gold bei der US-Zentralbank einzutauschen.

Die Goldbestände der Amerikaner beginnen abzuschmelzen, und zwar in einem Ausmaß, dass eine Zahlungsunfähigkeit der USA in Gold zu befürchten ist. (denn es wurden ja viel mehr US-Dollar ausgegeben, als Gold in der amerikanischen Zentralbank vorhanden ist). US-Präsident Richard Nixon verkündet daraufhin am 15. August 1971, dass fortan der US-Dollar nicht mehr in Gold einlösbar sei.

Durch diesen „monetären Enteignungsakt“ – der in der Literatur beschönigend auch als das “Schließen des Goldfensters” bezeichnet wird – verlieren der US-Dollar und damit auch alle übrigen Währungen die Anbindung an das Gold, ihnen wird sprichwörtlich die Golddeckung entzogen.

Durch diesen unilateralen Handstreich der US-Administration werden alle wichtigen Währungen der Welt zu Fiat-Geld, und dadurch wird ein weltweites FiatGeldsystem aus der Taufe gehoben.

Es waren nicht etwa ökonomische, sondern politische Gründe, die für den Wechsel von Goldgeld zum Fiat-Geld verantwortlich waren. Regierungen wollen die Hoheit über die Geldproduktion, um nach Gutdünken in das Wirtschafts- und Gesellschaftsgefüge eingreifen zu können, um zum Beispiel die Konjunkturen oder die Einkommens- und Vermögensverteilung zu beeinflussen. Das Warengeld beziehungsweise das Goldgeld steht solchen Machenschaften im Wege – und musste weichen.

Geld ist ein Marktphänomen

An dieser Stelle ist es sinnvoll, dass wir uns eine wichtige geldtheoretische Einsicht in Erinnerung rufen: Dass nämlich das Geld – das allgemein akzeptierte Tauschmittel – ein Phänomen des freien Marktes ist. Geld entsteht im freien Markt, und zwar spontan und aus einem Sachgut. Das erklärt der österreichische Ökonom Carl Menger (1840 – 1921) bereits 1871 in seinem Buch Grundsätze der Volkswirtschaftslehre. Mengers Theorie wird von Ludwig von Mises (1881 – 1973) im Jahr 1912 mit einer logischen Begründung versehen.

Der Blick in die Währungsgeschichte zeigt in der Tat, dass Geld stets ein Sachgut war: in Form von Vieh, Muscheln, Salz, Zigaretten, vorzugsweise aber in Form von Edelmetallen wie Gold und Silber. Denn Edelmetalle, allen vor das Gold, haben die physischen Eigenschaften, die es zu einem perfekten Geld machen. Und deshalb wurden sie auch stets, wenn es den Menschen freistand, als Geld ausgewählt.

Mit Mengers Theorie der Geldentstehung können wir wissen, dass Fiat-Geld, oder: ungedecktes Papiergeld, nicht in einem freien Markt durch freiwillige Transaktionen entstehen kann. Der Ökonom Jörg Guido Hülsmann bemerkt dazu:

„Papiergeld ist niemals durch freiwillige Kooperation zustande gekommen. In allen bekannten Fällen wurde es durch Zwang und Nötigung eingeführt, manchmal unter Androhung der Todesstrafe.“

Als Fiat-Währungen haben folglich US-Dollar, Euro, chinesischer Renminbi, japanischer Yen, Britisches Pfund oder Schweizer Franken keinen legitimen Ursprung. Ihre Entstehung ist alles andere als eine zivilisatorische Meisterleistung.

Dunkle Seiten des Fiat-Geldes

Vielleicht denken Sie jetzt: Die Entstehung des FiatGeldes liegt ja schon lange zurück, warum sollte man den Fall nicht zu den Akten zu legen? Das aber wäre kein umsichtiges Urteil. Denn die Verwendung von FiatGeld ist überaus folgenreich: Diese Geldart leidet unter ökonomischen und ethischen Defekten, von denen viele Menschen häufig wenig oder gar nichts wissen. Ich darf daher im Folgenden auf einige dieser Defekte hinweisen.

(i) Fiat-Geld ist inflationär. Es verliert seine Kaufkraft im Zeitablauf, weil seine Menge von den staatlichen Zentralbanken unablässig und nach politischen Erwägungen vermehrt wird. Inflationäres Geld ist jedoch schlechtes Geld, weil es die Wirtschaftsrechnung erschwert und viele Menschen um die Früchte ihrer Arbeit und Sparsamkeit bringt.

(ii) Fiat-Geld begünstigt einige auf Kosten vieler. Es sorgt für eine Umverteilung von Einkommen und Vermögen, indem es die Erstempfänger des neuen Geldes begünstigt auf Kosten derjenigen, die die neue Geldmenge erst später erhalten oder gar nichts von ihr abbekommen (das ist der „Cantillon Effekt“).

Zwar führt jede Erhöhung der Geldmenge zu einer Umverteilung von Einkommen und Vermögen, und zwar notwendigerweise. Das ist beim Warengeld wie auch beim Fiat-Geld der Fall.

Die Umverteilung fällt jedoch beim Fiat-Geld besonders stark aus – und das ist ja auch der Grund, warum der Staat das Warengeld durch sein eigenes, beliebig vermehrbares Fiat-Geld ersetzt hat: Der Staat und die ihm besonders nahestehenden Gruppen profitieren vom inflationären Geld auf Kosten der übrigen.

(iii) Fiat-Geld sorgt für Wirtschaftsstörungen, für Boom-und-Bust. Denn die Vermehrung der Geldmenge durch Bankkreditvergabe senkt die Marktzinsen künstlich ab. Die Ersparnis nimmt dadurch ab, und Investitionen und Konsum nehmen zu. Die Volkswirtschaft beginnt über ihre Verhältnisse zu leben. Früher oder später zerplatzt der monetär angezettelte Scheinaufschwung, und aus dem Boom wird ein Bust.

(iv) Fiat-Geld treibt die Volkswirtschaft in die Überschuldung. Die künstlich gesenkten Zinsen verleiten Private, Unternehmen und Staaten zur Schuldenwirtschaft. Die Schuldenlasten wachsen dabei im Zeitablauf stärker an, als die Einkommen zunehmen.

(v) Fiat-Geld lässt den Staat auswuchern – zu Lasten der Freiheit der Bürger und Unternehmen. Das Fiat-Geld erlaubt es dem Staat, seine Finanzkraft gewaltig auszuweiten, und damit kann er sich im wahrsten Sinne des Wortes eine wachsende Gefolgschaft erkaufen, die Wähler bestechen.

(vi) Das Fiat-Geld beschädigt die Moral- und Wertevorstellungen der Menschen, die mit Fiat-Geld tagtäglich umgehen.

Das Fiat-Geld verlockt zum Leben auf Pump, befördert Konsum zu Lasten der Ersparnisbildung, erhöht die Gegenwartsorientierung der Menschen zu Lasten ihrer Zukunftsorientierung. Das Leben wird kurzatmiger, weniger reflektiert und weniger verantwortungsvoll.

Wer sich in Fiat-Geld verschuldet, entwickelt rasch eine geradezu sklavische Treue zu dem vorherrschenden Wirtschafts- und Politiksystem, in dem er die benötigten Einkommen erzielt, um seinen Schuldendienst leisten zu können.

Je länger Fiat-Geld verwendet wird, desto mehr Arbeitnehmer und Unternehmer werden abhängig von der Fortführung des Fiat-Geldsystems. Arbeitsplätze, Altersvorsorge, Aufträge und Gewinne, die berufliche Karriere und der soziale Status vieler Menschen – alles steht und fällt mit dem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, das vom Fiat-Geld mitgeformt wird.

Eine wachsende Zahl von Menschen wird aufgrund des Eigennutzkalküls zum willigen Unterstützer des FiatGeldes. Das eröffnet in Krisen den politischen Spielraum, um „Rettungsmaßnahmen“ in großem Stile auf den Weg zu bringen – in Form von zum Beispiel Kreditgarantien, Niedrigzinsen, Geldspritzen et cetera –, um das Fiat-Geld vor dem Zusammenbruch zu bewahren.

Es sind vor allem die Krisen, für die das Fiat-Geld sorgt, die sich als ein Wachstumselixier für den Staat erweisen. Denn in der Krise werden regelmäßig und fälschlicherweise die freien Märkte als Schuldige an den Pranger gestellt – nicht aber das staatliche Fiat-Geld.

Dem Staat eröffnen sich so Möglichkeiten, neue Ge- und Verbote, neue Gesetze zu erlassen, durch die die freiheitliche Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung immer weiter ausgehöhlt, durch die sie nach und nach in eine Befehls- und Zwangswirtschaft umgeformt wird. Das Fiat-Geld lässt folglich die Freiheitsgrade der Bürger und Unternehmer schwinden, es untergräbt sie zusehends.

Beharrungskräfte des Fiat-Geldes

Letzteres ist eine ganz wichtige Einsicht, weil eine Volkswirtschaft das Fiat-Geld, wenn es erst einmal eine Zeit lang in der Welt ist, nicht so ohne weiteres wieder loswird.

Das Fiat-Geld zerstört sich nämlich nicht notwendigerweise selbst. Wer meint, man bräuchte nur warten, bis die Sache sich von selbst erledigt, könnte enttäuscht werden. Den Grund will ich kurz aufzeigen.

In der reinen Theorie ist es so, dass ein Ausweiten der Fiat-Geldmenge durch Kreditvergabe einen künstlichen Boom in Gang setzt, der notwendigerweise in sich zusammenbrechen und in einen Bust führen muss. Das haben die Arbeiten zur monetären Konjunkturtheorie, wie sie insbesondere von Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek vorgelegt wurden, abschließend erklärt.

Dazu ein Zitat von Ludwig von Mises:

„Früher oder später muss es zum Zusammenbruch des durch die Kreditausweitung ausgelösten Aufschwungs kommen, und der Anpassungsprozess, den man Niedergang der Konjunktur nennt, wird umso schmerzlicher sein und umso mehr Zeit beanspruchen, je länger die Kreditausweitung fortgesetzt worden war … .“

Die Aussage, dass der Boom in einen Bust umschlägt, gilt allerdings nur unter „sonst gleichen Bedingungen“, also nur unter der “ceteris paribus”-Klausel.

Wendet man die reine Theorie auf die reale Welt an, muss man Folgendes berücksichtigen: Solange es ein gewisses Maß an (Wirtschafts-)Freiheit gibt, bringen Unternehmen Produkt- und Prozessinnovationen hervor, und das lässt die Volkswirtschaften wachsen, es erhöht ihre Leistungsfähigkeit.

Und solange es produktive Fortschritte gibt, werden auch die negativen Folgen des Fiat-Geldes abgemildert, weil sich vor allem die Schuldentragfähigkeit der Volkswirtschaften verbessert. Auf diese Weise kann ein Boom länger dauern, als man vielleicht zunächst denken könnte.

Es ist sogar denkbar, dass der Boom lange anhält, beziehungsweise dass es nur hier und da kleine Busts gibt, der große Bust ausbleibt, weil es der Volkswirtschaft gelingt, ihre produktive Basis trotz des Fiat-Geldes weiter zu verbessern.

Das schließt natürlich nicht den Extremfall aus, dass das Fiat-Geld die produktive Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft so stark schädigt, dass sie schlussendlich unter ihrer Schuldenlast kollabiert.

Ist die Schuldenlast irgendwann zu groß geworden, werden Regierte und Regierende versuchen, ihr zu entkommen: durch Schuldenschnitte und/oder durch die Entwertung des Geldes, also durch eine Politik der hohen Inflation.

Doch auch dadurch muss das Fiat-Geld nicht untergehen. Es kann selbst Hyperinflation überleben – man blicke nur einmal nach Lateinamerika. Der Untergang der deutschen Papiermark im November 1923 war so gesehen ein Sonderfall: Die Hyperinflation war hier so stark, dass die Mark aufhörte, als Geld zu dienen.

Nein, das Fiat-Geld schafft sich nicht notwendigerweise selbst ab. In diesem Sinne schrieb auch der US-amerikanische Ökonom Murray N. Rothbard 1962:

„[I]f fiat money could not continue indefinitely, I would
not have to come here to plead for its abolition.“

Übersetzt: „Wenn das Fiat-Geld nicht unbegrenzt fortgeführt werden könnte, wäre ich hier nicht erschienen, um für seine Abschaffung zu plädieren.“

Doch bevor wir auf die Frage nach der Möglichkeit, sich vom Fiat-Geld abzukehren, zu sprechen kommen, möchte ich auf die europäische Einheitswährung, den Euro, eingehen. Denn der Euro ist eine besonders problematische Fiat-Währung.

Folgen des Fiat-Euro

Wie Sie alle wissen, wurde der Euro 1999 durch den Zusammenschluss, durch ein Verschmelzen, von nationalen Fiat-Währungen geschaffen: Aus vielen einzelnen Fiat-Währungen wurde eine große Fiat-Währung gemacht.

Dass dem Fiat-Euro damit natürlich alle Defekte anhaften, unter denen jede Fiat-Währung leidet, ist unmittelbar einsichtig. Ich will nun einige Folgen des Fiat-Euro illustrieren.

Seit seiner Einführung hat der Euro (soweit er unverzinslich gehalten wurde) fast 30 Prozent seiner Kaufkraft verloren (gemessen an den Konsumentenpreisen). Es ist also eine Illusion, ein falsches Versprechen, der Euro könne den Bürgern zur Wertaufbewahrung dienen. Legt man die Häuserpreise zugrunde, beträgt die Kaufkraft-Entwertung des Euro 44 Prozent.

Der öffentliche Schuldenstand im Euroraum betrug 1999 70,6 Prozent des BIPs im Euroraum, heute sind es knapp 87 Prozent – und liegt damit deutlich über der ursprünglich anvisierten Höchstgrenze des Maastricht-Vertrages von 60-Prozent. Der Euro hat die Verschuldung also weiter ansteigen lassen.

In der Zeit von 1999 bis Anfang 2018 hat die reale Wirtschaftsleistung um 30,5 Prozent zugelegt, die Geldmenge ist hingegen um 168 Prozent gestiegen (also fünfeinhalb Mal so stark!).

Die Bilanz des Euro-Bankenapparates wurde durch die EZB-Geldpolitik von 14,7 Billionen Euro auf 30,8 Billionen Euro aufgebläht – das entspricht etwa 268 Prozent des Euroraum-Bruttoinlandsproduktes.

Die faulen Kredite der Euro-Banken werden aktuell auf knapp 760 Mrd. Euro geschätzt – und belaufen sich damit auf ungefähr 30 Prozent des bilanzierten Eigenkapitals der Euro-Banken.

Doch die unheilvollen Effekte des Fiat-Euro zeigen sich nicht nur in harten Zahlen. Sie treten auch in wachsenden Unstimmigkeiten, in Zwist und Zank zwischen den Euro-Teilnehmerländern zutage.

Viele Menschen bemerken, dass die Dinge sich für sie nicht so entwickeln, wie sie es ihnen vor der Euro-Einführung versprochen wurde; sie realisieren, dass sie abgehängt werden.

Beispielsweise beklagt man in Italien sich lauthals über das strangulierende Diktat aus Brüssel, Paris und Berlin. In Deutschland fühlen sich hingegen viele als Melkkühe. Im kleinen Griechenland scheint man hingegen aufgehört zu haben mit dem Aufbegehren.

Eine Fiat-Währung für viele Nationen, die unterschiedliche Kulturen, Sprachen und Traditionen haben, ist ganz besonders problematisch. Die Konflikte, die sie hervorbringt, entstehen nicht nur innerhalb der teilnehmenden Nationen, sondern auch zwischen ihnen.

Den Fiat-Euro als friedenstiftend zu glorifizieren, ist eine ideologische Verbrämung, sie verkennt die geldtheoretischen und nationalökonomischen Erkenntnisse. Eine Fiat-Währung, die unterschiedlichen Nationen überstülpt wird, erweist sich vielmehr als ein Spaltpilz.

Zwangsumverteilung

Der Euro wäre – und das ist vermutlich nicht übertrieben zu sagen – längst gescheitert, hätte die EZB die Zinsen nicht auf beziehungsweise unter die Nulllinie gedrückt.

Es ist eine Mischung aus Zinsnarkose und Kredit- und Geldmengenvermehrung, mit der die EZB Staaten und Banken im Euroraum über Wasser hält.

Die supra-nationale EZB – fernab von jeder effektiven parlamentarischer Kontrolle – ist zur Machtzentrale im Euroraum aufgestiegen. Sie ist es, die über Wohl und Wehe von Staaten und Banken und damit auch über Produktions- und Beschäftigungsstruktur in den Volkswirtschaften maßgeblich mitentscheidet.

Sie hat zwar den „bescheidenen“ Auftrag, den Euro stabil zu halten. De facto betreibt sie jedoch eine Umverteilungspolitik.

Durch die künstliche Absenkung der Euro-Zinsen erschwert beziehungsweise verunmöglicht die EZB es den Sparern, für ihr Alter anzusparen. Und auch wenn die Sparer die Folgen noch nicht heute spüren, sie werden sie künftig noch schmerzlich zu spüren bekommen, wenn die Pensionen kleiner als erwartet ausfallen.

Begünstigt werden bei all dem Kreditnehmer: denn sie werden mit niedrigen Kreditkosten subventioniert. Die künstlich gesenkten Zinsen halten die wenig produktiven Unternehmen künstlich am Leben. Den besseren Anbietern wird es dadurch erschwert, Marktanteile hinzuzugewinnen. Die Auslesefunktion des Marktes wird gestört, und die künftige Wohlstandsmehrung leidet.

Kurzum: Mit der Nullzinspolitik entwertet die EZB die Zukunft zu Gunsten der Gegenwart.

All diese erzwungenen Umverteilungen spielen sich national wie grenzüberschreitend ab. Wer dabei was bekommt, und wem was genommen wird, lässt sich aus Sicht vieler vermutlich gar nicht genau beziffern.

Und wenn niemand so genau weiß, ob er zu den Geschädigten oder den Gewinnern des Umverteilungskarussells gehört, schwächt das natürlich auch den Widerstand in der Öffentlichkeit – und das erlaubt der EZB, ungeniert weiterzumachen.

Unübersehbar sind jedoch die berühmt-berüchtigten Target-2-Salden. Derzeit beläuft sich der deutsche Target-2-Saldo auf 956,2 Mrd. Euro – das sind fast 30 Prozent des deutschen BIPs – ein Betrag, der den deutschen Steuereinnahmen für 1,4 Jahre entspricht. Dieser Betrag steht im Feuer.

Hinter dem Target-2-Saldo verbirgt sich eine unbesicherte, unverzinsliche Kreditgewährung der Deutschen Bundesbank an andere Euro-Zentralbanken.

Der Target-2-Saldo repräsentiert nicht nur ein Kreditausfallrisiko, das die deutschen Steuerzahler zu tragen haben.

Er reflektiert auch eine Umverteilung von Einkommen und Vermögen in einem gewaltigen Ausmaß. Denn die chronisch unausgeglichenen Target-2-Salden bewirken das Folgende:

Ländern, die noch verhältnismäßig gut dastehen, wird die Substanz entzogen, und sie wird an die Länder weitergereicht, die vergleichsweise schlecht dastehen. (Das schwört Erinnerungen zur früheren Sowjetunion herauf, die ebenfalls ihren wirtschaftlich in der Regel besser dastehenden Satelittenstaaten Tribute abverlangte und sie dadurch wirtschaftlich schwächte.)

Weltwährung

Bis hierin ist die Bilanz zum Euro nicht positiv ausgefallen. Der Grund dafür ist, dass der Euro Fiat-Geld ist.

Die Entstehungsgeschichte des Fiat-Euro hält allerdings eine weitere, wichtige Lehre – vermutlich sollte man besser sagen: Warnung – bereit.

Wir haben bereits gehört, dass jeder Staat die Geldproduktion monopolisieren will, und dass der Staat ein Interesse daran hat, sein eigenes Fiat-Geld herauszugeben.

Ein Staat hat kein Interesse an einem Währungswettbewerb: dass also die Bürger die Möglichkeit haben, sich ihr Geld frei auszuwählen.

Denn dann sind die Möglichkeiten für den Staat, seine Ausgaben durch die Notenpresse zu finanzieren, begrenzt; er kann dann nicht durch schleichende Inflation die Einkommen seiner Bürger enteignen.

Inflationiert ein Staat seine Währung stärker als die anderen Staaten, muss er Kapitalflucht und damit Steuerausfälle befürchten, und auch eine für alle sichtbare Abwertung seiner Währung auf den Devisenmärkten, die ebenfalls die Nachfrage nach seiner Währung beeinträchtigt.

Der Staat versucht daher, in seinem Gebiet den Währungswettbewerb auszuschalten.

Politisch gleichgesinnte Staaten schließen sich sogar zu einem Feldzug gegen den Währungswettbewerb zusammen.

In Europa begann dieser Feldzug bereits in den 1970er Jahren, insbesondere ab 1979 mit dem Europäischen Währungssystem (EWS). Was lange währte, ist 1999 geglückt: 10 nationale Währungen wurden durch den Euro ersetzt. Damit war der Währungswettbewerb in Europa beendet.

Zumal der Euro prinzipiell als Mausefallenwährung konzipiert ist: Man kommt hinein, aber nicht mehr hinaus.

Für das, was sich „im kleinen“ in Europa zugetragen hat, gibt es auf globaler Ebene eine Entsprechung.

Die Agenda der “politischen Globalisten” strebt bekanntlich eine immer engere Kooperation der Einzelstaaten an mit dem Fernziel, eine einheitliche Weltregierung, einen Weltstaat, zu schaffen, einschließlich einer Welt-Fiat-Währung, die von einer Welt-Zentralbank herausgegeben wird.

Es bedarf nicht vieler Worte, um sich diese Dystopie auszumalen. Die Bürger hätten beim Geld keine Wahl- und Ausweichmöglichkeiten mehr – und der Weltstaat hätte einen sehr großen Spielraum, sein Geldproduktionsmonopol für eigene Zwecke einzusetzen.

Die monetären und wirtschaftlichen Verwerfungen, für die das Fiat-Geld sorgt, würden alle Volkswirtschaften der Welt heimsuchen, keine Volkswirtschaft könnte mehr einer monetären Fehlentwicklung entkommen.

Auch die Abschaffung des Bargeldes ließe sich weltweit per Handstreich durchführen. Genauso wie ein Negativzins, durch den die Schulden der Banken entwertet werden können.

Derzeit scheint allerdings dem politischen Globalismus die Luft ausgegangen zu sein, er hat einen schweren Rückschlag erlitten: Die Vereinigten Staaten von Amerika unter Präsident Donald J. Trump haben dem politischen Globalismus den Rücken gekehrt.

Doch diese Momentaufnahme sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass, solange es Staaten gibt (verstanden als territoriale Monopolisten mit der Letztentscheidungsmacht über alle Konflikte in ihrem Gebiet), auch Bestrebungen im Gange sind, dem Währungswettbewerb das Wasser abzugraben.

Ein Wettbewerb zwischen staatlichen Fiat-Währungen, wie es ihn derzeit gibt (zwischen US-Dollar, Euro, chinesischem Renminbi, Britischem Pfund etc.), ist daher nur eine Zwischenstufe – hin zu einer einheitlichen Weltwährung.

Lösungen

Sehr geehrter Damen, sehr geehrte Herren,

ökonomische und ethische Überlegungen führen uns zur Schlussfolgerung: Das Fiat-Geld ist schlechtes Geld. Ein staatliches Fiat-Geld ist eine akute Bedrohung für eine freiheitliche Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung.

Man kann daher sagen: Die Welt leidet unter Fiat-Geld. Doch welche Alternative gibt es denn zum Fiat-Geld? Und wie kann das gelingen?

Friedrich August von Hayek (1899 – 1992) erinnert uns daran, dass das Geld in den Händen des Staates nicht gut aufgehoben ist, und er plädiert für einen freien Markt für Geld, also für ein „natürliches Geld“:

„Die Geschichte staatlichen Umgangs mit Geld ist, mit Ausnahme einiger kurzer glücklicher Perioden, eine Geschichte von unablässigem Lug und Trug. In dieser Hinsicht haben sich Regierungen als weit unmoralischer erwiesen, als es je eine privatrechtliche Körperschaft hätte sein können, die im Wettbewerb mit anderen eigene Arten von Geld auf den Markt bringt.”

Gutes Geld, so Hayek, entsteht im freien Markt, und zwar durch die freie Nachfrage nach und das freie Angebot von Geld.

Ein freier Markt für Geld funktioniert wie jeder andere Markt auch: genauso wie die Märkte für Sportschuhe, Urlaubsreisen, Bücher, Unterhaltungselektronik – durch die ja bekanntlich die Kundenwünsche bestmöglich bedient werden.

In einem freien Markt für Geld bildet sich gutes Geld heraus: Die Geldnachfrager wählen nämlich das Gut als Geld, das ihren Anforderungen und Wünschen am besten erfüllt; schlechtes Geld fragen sie nicht nach.

Doch wie kann ein freier Markt für Geld entstehen? Im Grunde ist das ganz einfach: Um einen freien Markt für Geld zu schaffen, müssen beispielsweise die Zahlkraftgesetze und die steuerliche Benachteiligung von Gütern, die zu Zahlungszwecken verwendet werden können, abgeschafft werden.

Doch gerade das mag ja kein Staat, werden Sie nun entgegnen! Und damit haben Sie grundsätzlich Recht.

Wenn es aber Wettbewerb zwischen Staaten um internationales Kapital und Talente gibt, wenn die Staaten nicht im Gleichschritt marschieren, sondern im internationalen Standortwettbewerb stehen, ändert sich das Bild.

Unter diesen Bedingungen kann es für ein Land durchaus sinnvoll sein, alternative Zahlungsmittel zuzulassen und sich dadurch einen internationalen Standortvorteil zu verschaffen.

Ich möchte an dieser Stelle unsere Vorstellungskraft nicht überstrapazieren, sondern nur darauf hinweisen, dass die Bedingungen für die Möglichkeit, dass ein freies Marktgeld spontan entsteht, nicht unerreichbar sind, wenn zwei Hürden überwunden werden.

(1) Die erste Hürde ist ein Erkenntnis- und Aufklärungsproblem: Das Wissen um die schädlichen Folgen des Fiat-Geldes ist bei den Betroffenen in der Regel immer noch nicht allzu groß.

Ein Grund ist, dass die moderne Volkswirtschaftslehre keinen Anstoß am Fiat-Geldsystem nimmt. Sie problematisiert nicht die ökonomischen und ethischen Folgen des Fiat-Geldes.

Namhafte Ökonomen empfehlen beispielsweise unverdrossen, den Euro zu retten mit neuen Regeln, Gesetzen, Garantien, einem Europäischen Währungsfonds oder einer Bankenunion – obwohl das nur an den Symptomen der Missstände herumkuriert, die Ursachen aber unangetastet bleiben.

Man muss sich in der Tat fragen, ob die vielen “Hauptstrom”-Ökonomen tatsächlich nicht um die Fiat-Geld-Problematik wissen, oder ob sie sie sehr wohl kennen, sich aber scheuen, Ross und Reiter zu nennen, um bei der Politik nicht in Missgunst zu geraten und ihre Karriere zu gefährden.

Doch im Zeitalter des Internets, der Social Media bestehen mittlerweile sehr gute Chancen, das Erkenntnis- und Aufklärungsproblem zu lösen: Viele Menschen lassen sich auf diese Weise aufklären über die Defekte des Fiat-Geldes und die Möglichkeiten, es durch gutes Geld zu ersetzen.

(2) Die zweite Hürde ist das Eigennutzproblem. Natürlich halten viele Menschen am Status quo fest – weil sie sich vom Fiat-Geldsystem als begünstigt ansehen, oder weil sie die Vorteile, die ein Wechsel zum freien Marktgeld bringen würde, nicht abschätzen können.

Ob sich das Eigennutzproblem politisch lösen lässt, ist fraglich – und das gilt gerade für Volkswirtschaften, in denen der Staat bereits eine große Rolle im Wirtschafts- und Gesellschaftsleben spielt.

Was es braucht, ist zumindest ein erfolgreiches Referenzprojekt, ein Zahlungsmittel mit einem praktikablen Zahlungsabwicklungssystem, das die Geldverwender als attraktive Alternative zum Fiat-Geld erblicken – weil es zum Beispiel schneller, sicherer und billiger ist.

Der Markt bringt bereits solche Angebote hervor. Stichworte sind hier die Blockchain, Cybereinheiten wie Bitcoin & Co sowie goldgedeckte Spar- und Zahlungssysteme.

Derartige Angebote lenken die Geldnachfrage um, vom Fiat-Geld weg, hin zum freien Marktgeld. Das würde anfänglich vermutlich mit Kleinzahlungen beginnen, aber auch das Motiv, die Ersparnisse nicht mehr dem Fiat-Geld anzuvertrauen, sondern auf zum Beispiel Gold und Silber oder auch auf Aktien zu setzen, senkt die Fiat-Geldnachfrage zu Gunsten der Nachfrage nach dem besseren Geld.

Nach und nach kann sich dann auch ein Kredit- und Kapitalmarkt in der neuen Währung herausbilden. Damit wird das Fiat-Geld “diszipliniert”, möglicherweise auch schrittweise aus dem Markt gedrängt.

Würde man einen freien Markt für Geld zulassen – hier und jetzt in Europa oder in der gesamten Welt –, so wäre meine Vermutung, dass sehr rasch, vielleicht schon binnen weniger Tage oder Stunden, das Gold – in Form eines digitalen Goldgeldes – zum Grundgeld des monetären Systems gewählt würde.

Wie gesagt, eine persönliche Spekulation, die allerdings auf zeitlose geldtheoretische Überlegungen zurückgreift, und die in einem Zitat von Ludwig von Mises ihre Grundlage finden:

„Man hat an der Goldwährung manches auszusetzen gewusst; man hat ihr den Vorwurf gemacht, dass sie nicht vollkommen sei. Doch niemand weiss anzugeben, wie man an Stelle der Goldwährung Vollkommeneres und Besseres setzen könnte.“

Vorschläge

Wie sähe denn, konkret gesprochen, ein freier Markt für Geld aus? Hier gäbe es keine Zentralbanken, keine Zinspolitik, keine politische verordnete Geldmengenvermehrung.

Banken sind aktiv als Lagerstätten und würden Verwahrund Zahlungsdienstleistungen für das Grundgeld anbieten.

Jeder könnte weiterhin wie gewohnt mit Bargeld, Schecks, Lastschrift, Kreditkarten etc. bezahlen, könnte elektronische Zahlungen per PayPal und anderen Anbietern abwickeln.

Es gäbe auch Banken, die Kredite vergeben – indem sie vorhandenes Geld vom Sparer zum Investor weiterleiten. Durch ihre Kreditvergabe würden sie jedoch kein Geld mehr produzieren.

Es gäbe weiterhin Aktien- und Anleihemärkte, Derivativmärkte, Märkte für Schuldpapiere.

Die chronische Geldentwertung – die Plünderung der breiten Bevölkerung – wäre gestoppt; Boom und Bust gehörten der Vergangenheit an; die Verschuldung könnte nicht mehr systematisch ausufern; und die Herrschaftsmacht bliebe beschränkt.

An dieser Stelle ist es wichtig zu betonen: Es gibt Lösungswege, die vom Fiat-Geld weg und hin zu besserem Geld führen.

Und mit den technologischen Neuerungen, die mittlerweile verfügbar sind, sind die Chancen für das Entstehen eines freien Marktgeldes besser denn je.

Was nach wie vor erforderlich ist, das ist die Aufklärungsarbeit: Dass das heutige Fiat-Geld schlechtes Geld ist; dass gutes Geld möglich ist, dass der freie Markt besseres Geld bereitstellt; und dass es keine überzeugenden ökonomischen und ethischen Gründe gibt, warum Staaten und Regierungen die Geldproduktion monopolisieren sollten.

Spätestens im Zuge einer neuerlichen Erschütterung des monetären Systems – und das Fiat-Geld wird sie herbeiführen – wird vermutlich die Suche nach besserem Geld Fahrt aufnehmen – denn dann wird die ökonomische Bereitschaft der Geldnachfrager steigen (weil die Wechselkosten sinken), nach besserem Geld Ausschau zu halten.

Wie der Prozess aussehen wird, lässt sich vorab natürlich nicht sagen. Was sich aber schon jetzt sagen lässt, ist das Folgende:

Sparer und Investoren sollten nicht darauf vertrauen, dass die Kaufkraft des Fiat-Geldes – ob US-Dollar oder Euro – erhalten bleibt, wie es ihnen von Mainstream-Ökonomen, Zentralbankräten, Regierungsvertretern, dem politischen Establishment erzählt wird.

Schon heute ist das Fiat-Geld ein Verlustgeschäft für die, die ihm ihre Ersparnisse anvertrauen, und die Verluste werden ganz sicher zunehmen, wenn der Währungswettbewerb an Fahrt gewinnt.

Und dass der Währungswettbewerb einen Schub erhält, dazu sollten meine Ausführungen einen Beitrag leisten.

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und hoffe, dass meine Ausführungen für Sie anregend und auch etwas aufregend waren.

Thorsten Polleit, 50, ist seit April 2012 Chefvolkswirt der Degussa Goldhandel GmbH. Er ist Honorarprofessor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth, Adjunct Scholar am Ludwig von Mises Institute, Auburn, US Alabama, Mitglied im Forschungsnetzwerk „Research On money In The Economy“ (ROME) und Präsident des Ludwig von Mises Institut Deutschland. Er ist Gründungspartner und volkswirtschaftlicher Berater der Polleit & Riechert Investment Management LLP. Die private Website von Thorsten Polleit ist: www.thorsten-polleit.comHier Thorsten Polleit auf Twitter folgen.

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Hinweis: Die Inhalte der Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Ludwig von Mises Institut Deutschland wieder.

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