Konsequenzen und Mythen von Preisdeflation

18.4.2014 – von Philipp Bagus.

Philipp Bagus

Lesen Sie nachfolgend den zweiten Teil des Beitrages „Preisdeflation ist kein gesamtwirtschaftliches Problem.“ Den ersten Teil finden Sie hier.

Wir wollen nun allgemeine Folgen von Preisdeflation ungeachtet ihrer Ursache betrachten. Dabei wird auch über die Mythen zu sprechen sein, welche zur allgemeinen Deflationsangst geführt haben. Die Hauptfolge von fallenden Preisen ist eine Umverteilung. Käufer von Gütern und Dienstleistungen profitieren. Verkäufer leiden unter den geringeren Preisen. Fast jedes Wirtschaftssubjekt ist sowohl Käufer von Gütern und Dienstleistungen als auch Verkäufer. Wenn Preise zu unterschiedlichen Graden fallen, gibt es bei einer Preisdeflation Netto-Gewinner und Netto-Verlierer abhängig von den relativen Preisänderungen (genauso wie bei einer Preisinflation). Wie bei jeder Änderung von Daten in einer Volkswirtschaft kommt es zu einer Umverteilung, bei der sich die relative Vermögenslage von Individuen ändert. Preisdeflation bedeutet Vermögensumverteilung in einer Volkswirtschaft. Der allgemeine Reichtum oder die Produktionskapazitäten ändern sich durch eine derartige Umverteilung jedoch nicht direkt.

Wichtige Verlierer bei einer Preisdeflation sind Schuldner. Die reale Last von Schulden steigt, da eine größere Anzahl von Gütern und Leistungen verkauft werden muss, um eine bestimmte Schuld zurückzuzahlen. Daher verlieren die Schuldner, während die Gläubiger gewinnen. Der Staat, als traditionell größter Schuldner der Gesellschaft, ist ein großer Verlierer in einer Preisdeflation.

Unmittelbarer Effekt einer Preisdeflation ist also eine Anpassung in der Vermögensstruktur, aber kein gesamtwirtschaftlicher Nachteil. Dennoch werden unterschiedliche Argumente hervorgebracht, warum eine Preisdeflation abträglich sein sollte. Diese Argumente werden vielmals als offensichtlich angenommen und selten kritisch hinterfragt. Mit diesen Argumenten wollen wir uns im Weiteren auseinander setzten.

Mythos 1: Preisdeflation ist schlecht fürs Bankensystem und damit für die gesamte Wirtschaft

Eine unerwartete Preisdeflation kann zum Bankrott von Schuldnern des Bankensystems führen, da die reale Last von Schulden steigt. In einem Teildeckungsbankensystem ohne Zentralbank kann es bei Insolvenz von Banken schnell zu einer Bankpanik und zum Zusammenbruch des gesamten Bankensystems kommen. Eine ausgeprägte Kreditkontraktion wäre die Folge.

Dieses Argument veranlasste die Zentralbanken in der Finanzkrise einer Preisdeflation durch eine massive Geldproduktion entgegenzutreten. Um das Finanzsystem zu retten, ließen Zentralbanken die Notenpressen heiß laufen.

Ein Zusammenbruch des Finanzsystems als Folge einer scharfen Preisdeflation könnte in der Tat die Produktion kurzfristig negativ beeinflussen. Jedoch könnte diese Situation für eine grundlegende Reform des Bankensystems genutzt und eine vollgedeckte Metallgeldwährung eingeführt werden, welche einen Rückgang der Geldmenge (Deflation) unmöglich macht. Ein stabileres Geldsystem ist mittel- und langfristig der gesamtwirtschaftlichen Produktion sehr zuträglich.

Zugleich muss auch berücksichtigt werden, dass die Alternative zur Preisdeflation nicht nur das Bankensystem rettet, sondern auch die Produktionsstruktur verzerren kann. Um eine Preisdeflation zu verhindern, müssen Zentralbanken die Geldmenge steigern. Dadurch kann der Zinssatz künstlich gesenkt werden, wodurch neue Fehlinvestitionen angestoßen und alte nicht zügig umstrukturiert werden. Wie in der Finanzkrise geschehen, wird durch die geldpolitische Rettung von Banken und Großunternehmen eine rasche Liquidierung von Fehlinvestitionen hinausgezögert. Die Krise verlängert sich.

Zudem führt die Rettung zu Moral Hazard, zu unverantwortlichen und risikoreichen Verhalten. Sich darauf verlassend gerettet zu werden, wenn Preisdeflation droht, werden Banken und Unternehmen tendenziell risikoreicher agieren. Langfristig wird die gesamte Wirtschaft unter diesem Verhalten leiden. Außerdem führt die Geldmengenproduktion zu einer Umverteilung zu Gunsten der geretteten Unternehmen.

Mythos 2: Preisdeflation ist grundsätzlich für Unternehmer schlecht

Oftmals wird behauptet, dass fallende Preise grundsätzlich für Unternehmer schlecht seien. Da die Produktion Zeit braucht, und während der Produktionszeit die Preise fallen, würden Unternehmer vermehrt Verluste einfahren. Dieses Argument beruht auf einer sehr mechanistischen Interpretation des Unternehmertums.

Unternehmer versuchen, und dies ist gerade ihre Aufgabe, die Preise, zu denen ihre Produkte abgesetzt werden können, zu antizipieren. Entsprechend der künftig erwarteten Preise bieten Unternehmer für die Produktionsfaktoren.

Angenommen ein Unternehmer erwartet, dass der Preis seines Produktes in einem Jahr 10% unter seinem heutigen Preis liegt. Dann wird er für die benötigten Produktionsfaktoren heute entsprechend weniger bieten. Die Preise der Produktionsfaktoren, seine Kosten, werden daher heute schon tendenziell fallen.

Mit anderen Worten fallen in einer Preisdeflation sowohl Verkaufs- wie auch Einkaufspreise. Die Gewinnspanne verringert sich nicht notwendigerweise. Fallen die Einkaufspreise schneller als die Verkaufspreise, steigen die Gewinne sogar und die Preisdeflation wirkt belebend auf die Unternehmen. In dem Sinne wirken auch Deflationserwartungen nicht unbedingt abschreckend auf Unternehmen. Deflationserwartungen haben lediglich zur Folge, dass der Preisverfall auf das erwartete Niveau beschleunigt wird. Marktteilnehmer warten einfach mit ihren Käufen ab, bis die Preise auf das erwartete Niveau fallen. Wird einhellig von fallenden Preisen ausgegangen, kann dies sehr schnell geschehen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Preise der Produktionsfaktoren flexibel sind. Verhindern staatliche Interventionen die Anpassung von Preisen und setzen sie zu hohe Niveaus fest, kann es zu Störungen und Produktionsrückgängen kommen.

Mythos 3: Preisdeflation führt zu einem Anstieg der Insolvenzen und damit zwangsläufig zu einer Störung der Produktion

Da die reale Schuldenlast in einer Preisdeflation ansteigt, können Unternehmen in Probleme geraten. Wie wir gesehen haben, ist dies jedoch in einer Wachstumsdeflation kein Problem, da die monetären Gewinne der Unternehmen durch den Produktivitätsanstieg nicht unbedingt fallen. In einer Preisdeflation können Gewinne für einzelne Unternehmen auch steigen, wenn die Einkaufspreise gleich schnell oder schneller als die Verkaufspreise fallen.

Problematisch ist nur der Fall der Kreditkontraktionsdeflation. Die Verminderung der Geldmenge erschwert es Unternehmern, ihre Kredite zu bedienen. Es ist einfach weniger Geld vorhanden, um die gleiche Menge an Schulden zu bedienen.

Eine Insolvenz bedeutet jedoch nicht notwendigerweise einen Rückgang der Produktion. Es kommt lediglich zu einer Strukturanpassung zwischen Eigentümern und Kreditgebern des Unternehmens. Die Vermögenswerte des Unternehmens, die Maschinen, Fahrzeuge und Gebäude verschwinden bei der Insolvenz nicht. Sie bleiben weiter bestehen. Die Eigentümer verlieren ihren Anteil am Unternehmen und die Gläubiger gewinnen die Vermögenswerte des Unternehmens. Es kommt zur unternehmensinternen Umverteilung.

Die Anpassung in der Vermögensstruktur beeinflusst nicht notwendigerweise die Produktion. Über die Produktion bestimmen nun die neuen Eigentümer. Falls das insolvente Unternehmen auf Kreditexpansion und lockere Geldpolitik angewiesen war, sowie in einer Blasenaktivität tätig war, (stellen wir uns vor ein spanisches Bauunternehmen nach dem Immobilienboom bei fallenden Häuserpreisen), wird das Unternehmen liquidiert und die Produktionsfaktoren anderweitig eingesetzt werden. Die Produktion der Blasenaktivität geht zurück und die Produktion von Waren, welche die Konsumenten dringender benötigen, steigt.

In einer Kreditkontraktionsdeflation können jedoch auch überschuldete Unternehmen bankrottgehen, die an sich tragfähige Geschäftsmodelle haben. Die Gläubiger übernehmen das Unternehmen und können es dann entschuldet weiterführen, wenn das einzige Problem die fallenden Preise waren. Die Produktion braucht daher nicht geändert zu werden.

Natürlich sind Insolvenzen auch mit Kosten verbunden. Dazu zählen gerichtliche Auseinandersetzungen. Zudem verlieren Unternehmer, welche ihr Unternehmen im Detail kennen, ihr Eigentum zu Gunsten von Gläubigern, die sich in der Branche möglicherweise nicht auskennen. Grundsätzlich haben aber Insolvenzen in einer Marktwirtschaft die Funktion, die Kontrolle der Produktionsfaktoren von weniger fähigen Händen in fähigere Hände zu transferieren. Insolvenzen zerstören nicht das Produktionspotential, sondern machen vielmehr den Weg zu einer besseren Nutzung frei.

Mythos 4: Preisdeflation ist die Ursache von Massenarbeitslosigkeit

Häufig wird argumentiert, dass Preisdeflation zu Massenarbeitslosigkeit führe. Während die Verkaufspreise frei fallen könnten, würde sich ein Teil der Einkaufspreise für Unternehmen nicht so flexibel erweisen. Vor allem Löhne wären nach unten unflexibel. Daher würden Unternehmen in einer Preisdeflation notwendigerweise Verluste machen.

Es ist richtig, dass Preisdeflation bei nach unten unflexiblen Löhnen zu Arbeitslosigkeit führt. Jedoch ist zu hinterfragen, warum Löhne im Gegensatz zu anderen Preise nicht flexibel sind. Die Ursache der Lohninflexibilität ist der wahre Grund der Arbeitslosigkeit.

Privilegierte Gewerkschaften können verhindern, dass Löhne fallen. Hohe staatliche Arbeitslosenhilfe kann zudem Lohnrückgänge behindern. Außerdem können staatliche Minimallöhne Lohnsenkungen illegal machen. In diesem Fall ist es die staatliche Intervention, die mittelbar die Arbeitslosigkeit erzeugt. Ohne die staatliche Intervention wären die Löhne flexibel und es würde trotz Preisdeflation nicht zur Arbeitslosigkeit kommen.

Staatlich privilegierte Gewerkschaften können immer für zu hohe Löhne sorgen, unabhängig vom allgemeinen Preistrend, d.h. bei fallenden, steigenden, oder konstanten Preisen. Gleiches gilt für Minimallöhne oder Arbeitslosenhilfe. In jedem Falle ist Inflation kein geeignetes Gegenmittel derartiger Arbeitslosigkeit, da Arbeiter und Gewerkschaften, die Preiseffekte der Inflation antizipieren und höhere Nominallöhne einfordern können.

Dem könnte entgegnet werden, dass Löhne nicht nur durch Staatseingriffe starr seien, aber auch natürlich bedingt durch lange Laufzeiten von Arbeitsverträgen. Dauert ein Arbeitsvertrag ein Jahr und fällt der Produktpreis während dieses Jahres, kann der Lohn nicht mehr angepasst werden und der Unternehmer macht Verlust und muss gegebenenfalls den Arbeiter entlassen.

Dieses Argument verkennt jedoch, dass im Notfall der Lohnvertrag neu ausgehandelt werden könnte, zum beiderseitigen Vorteil. Der Unternehmer müsste nicht insolvent gehen und der Arbeiter könnte seinen Job behalten. Außerdem berücksichtigen sowohl Unternehmer als auch Arbeiter bei ihren Lohnverhandlungen die künftige Preisentwicklung. Dabei können sie sich natürlich auch verschätzen. Glauben beide, dass in einem Jahr das Preisniveau niedriger ausfallen wird, werden sie sich wahrscheinlich schon zu Beginn des Jahres auf einen etwas moderateren Lohn verständigen. Es gibt jedoch keinen Grund anzunehmen, dass sich Unternehmer und Arbeiter in Zeiten fallender Preise öfter verschätzen als in Zeiten steigender Preise. Ein Überschätzen der Preisinflation führt gleichermaßen zu Verlusten für den Unternehmer durch zu hohe Löhne.

Mythos 5: Preisdeflation kann zur Liquiditätsfalle führen mit verheerenden Auswirkungen für die Wirtschaft

Schließlich ist noch das Argument der Liquiditätsfalle zu behandeln. In einer Liquiditätsfalle funktionierte die ultimative keynesianische Stimulierung durch expansive Geldpolitik nicht mehr. In einer Rezession soll nach keynesianischem Verständnis eine expansive Geldpolitik die Zinssätze senken und so die Unternehmer zu neuen Projekten animieren, was die gesamtwirtschaftliche Nachfrage ansteigen lässt.

In einer Liquiditätsfalle sind die Zinssätze nahe Null und können nicht weiter gesenkt werden. Selbst wenn die Zentralbank neues Geld in die Wirtschaft pumpt, sinken die Zinsen nicht weiter, und weil Preisdeflation erwartet wird, geben die Akteure das Geld nicht aus, sondern horten es. Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage steigt trotz expansiver Geldpolitik nicht.

Aus den Deflationserwartungen kombiniert mit den Nullzinsen ergeben sich hohe Realzinsen. Die realen Kosten der Kreditaufnahme steigen in die Höhe, da die reale Schuldenlast durch den Preisverfall ansteigen wird. Dem kann nicht mehr durch Nominalzinssenkungen durch die Zentralbank entgegengewirkt werden. Die Zinsen können nicht negativ werden. Man sitzt in der Liquiditätsfalle.

Diesem Argument ist folgendes zu erwidern. Erstens, kann eine reductio ad absurdum zur Anwendung kommen. Für jedes Investitionsprojekt gilt, dass es irgendwann einmal rentabel wird, wenn die Zinsen nur ausreichend negativ sind. Denn hier wird der Kreditnehmer für seine Kreditaufnahme bezahlt.

Zweitens, müssen Investitionen nicht durch Kreditaufnahme finanziert werden. Unternehmer können auch selbst sparen und investieren. Die Eigenkapitalfinanzierung macht Projekte möglich, ohne dass eine erdrückende Schuldenlast entsteht.

Drittens, fördern Preisdeflationserwartungen gerade die Anpassungen der Preise an die erwarteten Niveaus. Sobald die Preise auf die erwarteten Niveaus gefallen sind, verschwindet das Problem höherer Realzinsen. Dauerhafte und große Preisdeflationserwartungen sind recht ungewöhnlich, treten jedoch vor allem bei vorherigen Blasen auf, z.B. im Immobiliensektor auf. Die Erwartung eines Preisverfalls beschleunigt diesen daher und führt zur notwendigen Anpassung der relativen Preise (Immobilienpreise sinken stärker als andere Preise).

Viertens führen Zinssätze nahe Null, unabhängig davon, ob die realen Zinssätze hoch sind, zu höheren Preisen von Kapitalgütern, da die künftigen Einkommensströme der Kapitalgüter geringer diskontiert werden. Wenn sich die Zinssätze aufgrund der Deflationserwartungen Null annähern, wird somit der Preis der Kapitalgüter rasch ansteigen, was die Investitionen in diese fördert.

Weiterer Bestandteil der Liquiditätsfalle ist das Problem, dass aufgrund der Deflationserwartungen Ausgaben zurückgestellt werden. Gerade dieses Zurückstellen beschleunigt jedoch die Preisanpassungen, sodass die Erholung beschleunigt wird. Außerdem können Käufe nicht ewig zurückgestellt werden. Die Wirtschaftsakteure wollen Güter lieber früher als später. Das heißt selbst wenn sie von einem Preisverfall ausgehen, werden sie irgendwann anfangen, ihre Ausgaben zu tätigen, wie auch in einigen Technologiebranchen üblich. Ein Konsumrückgang (Sparanstieg) in der Rezession ist zu begrüßen. Denn zur raschen Erholung und Umstrukturierung sind dringend Ersparnisse nötig. Durch das Sparen werden Ressourcen freigesetzt, die ihrerseits neuen profitablen Investitionsprojekten verwendet werden könnten. Wenn die Investitionen relativ zum Konsum steigen, kommt dies langfristig der Produktivität der Volkswirtschaft zu Gute.

Abschließend ist die Intention der Theoretiker der Liquiditätsfalle zu hinterfragen. Keynesianische Geldpolitiker sehen die Gefahr der Liquiditätsfalle darin, dass die Zentralbank die Macht verloren hat, die Ökonomie durch Kreditexpansion zu stimulieren. Gerade in der Kreditexpansion, welche der Preisdeflation entgegenwirkt, liegen jedoch enorme Gefahren. Die Kreditausweitung führt nicht nur zu einer Umverteilung, sie behindert auch die notwendigen Anpassungsprozesse nach einem künstlichen Boom und kann neue Blasen entfachen.

Schlussfolgerung

Die allgemeine Deflationsangst ist unbegründet. Eine Preisdeflation kann die natürliche und erfreuliche Folge von Wachstum sein, sie kann eine reale Kassenbildung verwirklichen und nach einem künstlichen Boom die Rezession verkürzen. Am unangenehmsten ist die Kreditkontraktionsdeflation, welche die Geldmenge vermindert. Sie ist jedoch nur in einem teilgedeckten Bankensystem, welches Geld zuvor aus dem Nichts geschaffen hat, möglich. Der Haupteffekt ist eine Anpassung in der Vermögensstruktur und nicht, wie in verschiedenen Argumenten angenommen, ein notwendiger Rückgang der allgemeinen Produktion.

Die Furcht vor Deflation wird künstlich von jenen gespeist, die von der Herstellung neuen Geldes profitieren, da sie das neue Geld zuerst bekommen. Banken und Staat, sowie Unternehmungen, die vom Kreditexpansionsboom abhängen, fürchten Deflation und profitieren von der Geldproduktion, die sie als Rezept gegen die Deflation empfehlen, auf Kosten anderer Wirtschaftssubjekte, die höhere Preise zahlen, als sie es sonst gemacht hätten. Durch die künstliche Zinssenkung und die Verzerrung der Produktionsstruktur, ist es gerade die expansive Geldpolitik, welche die größten wirtschaftlichen Katastrophen auslöst und eine Kreditkontraktion erst möglich macht. In einem vollgedeckten Warengeldstandard ist Preisdeflation vollkommen harmlos und das Symptom eines starken Wirtschaftswachstums oder einer erfolgreichen Kassenbildung.

(Dieser Beitrag wurde erstmals im September 2011 beim “Liberalen Institut Zürich” veröffentlicht.)

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Philipp Bagus ist Professor für Volkswirtschaft an der Universidad Rey Juan Carlos in Madrid. Zu seinen Forschungsschwerpunkten Geld- und Konjunkturtheorie veröffentlichte er in internationalen Fachzeitschriften wie Journal of Business Ethics, Independent Rewiew, American Journal of Economics and Sociology u.a.. Seine Arbeiten wurden ausgezeichnet mit dem O.P.Alford III Prize in Libertarian Scholarship, dem Sir John M. Templeton Fellowship und dem IREF Essay Preis. Er ist Autor eines Buches zum isländischen Finanzkollaps (“Deep Freeze: Island’s Economics Collapse” mit David Howden). Sein Buch “Die Tragödie des Euro” erscheint in 14 Sprachen. Philipp Bagus ist ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des “Ludwig von Mises Institut Deutschland”. Hier Philipp Bagus auf Twitter folgen.

Anfang Mai erscheint sein gemeinsam mit Andreas Marquart geschriebenes Buch “WARUM ANDERE AUF IHRE KOSTEN IMMER REICHER WERDEN … und welche Rolle der Staat und unser Papiergeld dabei spielen”.

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