Die Theorie der Freiheit – für Kinder und Jugendliche einfach erklärt

8.12.2017 – Eine Einführung in die Philosophie der Freiheit für die junge Generation mit der neuen Kinderbuchreihe der „Tuttle Zwillinge“.

von Enno Samp.

Enno Samp

Es ist eine besondere Qualität der libertären Idee, dass sie ganz einfach ist. Sie basiert auf wenigen Prinzipien, aus denen sich alles weitere logisch folgern lässt. Entsprechend ist sie auch ganz leicht zu verstehen – eigentlich. Denn für zahlreiche Menschen, die ein Leben lang permanent mit Argumenten für die Bedeutung und Vorteilhaftigkeit eines möglichst starken Staates förmlich überschüttet werden, und vor allem auch für die große Anzahl an Menschen, die ihr Einkommen zu einhundert Prozent vom Staat beziehen, ist die libertäre Idee trotzdem meist nur sehr schwer zugänglich.

Es ist daher gleichzeitig besonders wichtig wie auch sehr einfach, Kindern schon ganz früh die libertären Ideen zu vermitteln. Für Eltern, die von den Lehren von Ludwig von Mises bis zu Roland Baader überzeugt sind, ist es außerdem meist ein selbstverständliches Bedürfnis, früh damit zu beginnen, ihren Kindern die Ideen von Freiheit, der Bedeutung und dem Schutz des Eigentums, der Eigenverantwortlichkeit und der notwendigen Skepsis gegenüber jeglichem staatlichen Handeln zu vermitteln.

Genau das wollte auch der Amerikaner Connor Boyack, der junger Vater von zwei Kindern ist. Für seine Kinder im Grundschulalter suchte er nach Kinderbüchern, die mit seinem libertären Verständnis kompatibel waren – vergebens. Als Gründer und Präsident des libertären Libertas Institute in Utah, USA, sowie als erfolgreicher Autor zahlreicher Artikel war es für ihn dann naheliegend, selbst zur Feder zu greifen. So entstand im Jahr 2014 mit „The Tuttle Twins learn about the Law“ das erste Buch der mittlerweile siebenbändigen Kinderbuchreihe der Tuttle Zwillinge – siehe www.tuttletwins.com.

Dabei handelt es sich um lustige Kindergeschichten, die jeweils auf einem Klassiker der libertären Literatur basieren. Die Kerngedanken dieser Bücher hat Connor Boyack in leicht verständliche, schön geschriebene und spannend erzählte Geschichten für Kinder übertragen. Die Bücher sind außerdem wunderbar illustriert. Elijah Stansfield, der als Grafiker und Filmemacher auch bereits für Ron Paul arbeitete, hat die Tuttle Zwillinge und ihre Erlebnisse in liebevollen Bildern zum Leben erweckt.

Los geht es in Band 1 „Die Tuttle Zwilinge und das Gesetz“ mit dem Essay „Das Gesetz“ von Frédéric Bastiat. Mit der so einfachen wie wichtigen Erkenntnis „Stehlen ist immer falsch!“ lernen die Kinder in diesem Buch unter anderem, dass Steuern Diebstahl und somit unethisch sind. Band 2 verpackt den Essay „Ich, der Bleistift“ von Leonard Read in die Geschichte über einen Schulausflug in eine Bleistiftfabrik. Hier entdecken die Kinder die vielfältigen und weltweiten Verflechtungen der Arbeitsteilung in der freien Marktwirtschaft und deren große Vorteile für alle Beteiligten. Dieser Band erscheint in der deutschen Übersetzung im Laufe des Dezember 2017. Weiter geht es dann mit der „Kreatur von Jekyll Island“ in Anlehnung an Edward Griffin und dem von Hayek inspirierten „Weg zur Knechtschaft“. Das „Food Truck Fiasko“ basiert auf Henry Hazlitts „Economics in one Lesson“, die „Goldene Regel“ vermittelt die Selbstverständlichkeit „Was du nicht willst, das man dir tu …“ und der neueste Band „Die Tuttle Zwillinge auf der Suche nach Atlas“ ist eine ebenso stark verkürzte wie leichte und anschauliche Kinderversion von Ayn Rands Klassiker „Atlas Shrugged“. Es gibt also viele schöne und lehrreiche libertäre Kinderbücher demnächst auch in deutscher Sprache zu entdecken!

Jedes Buch wird außerdem von einem Arbeitsheft ergänzt, das als PDF-Dokument erhältlich ist. Von Ausmalbildern für die ganz Kleinen über leichte Rätsel bis hin zu Diskussionsaufgaben und Aufsatzthemen für schon ältere Leser leiten diese Arbeitshefte zum Vertiefen der Informationen aus den Büchern und zum Gespräch darüber mit Freunden und in der Familie an.

Die Genese der deutschen Übersetzung verlief ganz ähnlich wie die des englischen Originals. Als Vater eines mittlerweile 11-jährigen Sohnes ging es mir nämlich genauso wie Connor Boyack. Ich suchte vor einiger Zeit nach Kinderbüchern auf einer libertären Basis. Zunächst fand ich nichts und entdeckte dann später die englischen Bücher der Tuttle Twins. Schnell entstand die Idee der Übersetzung und so habe ich den Autor und Herausgeber Connor Boyack kontaktiert, der dem sofort zustimmte. Es gibt auch bereits mehrere Übersetzungen seiner Bücher u.a. ins Spanische.

So habe ich mit der Übersetzung der Buchreihe begonnen und kümmere mich auch um Öffentlichkeitsarbeit und Vertrieb im deutschsprachigen Raum. Dazu gibt es insbesondere die Webseite www.kinder-der-freiheit.com. Dort gibt es auch die Bestellmöglichkeit. Erste Rückmeldungen nach der Veröffentlichung von Band 1 bestätigen, dass es für libertäre Kinderbücher auch im deutschsprachigen Raum eine große Nachfrage gibt. Und Eltern wie auch Großeltern schreiben mir bereits begeisterte und dankbare Emails zurück. Die erste – da im print-on-demand-Verfahren zunächst noch in recht begrenztem Umfang hergestellte – Erstauflage war innerhalb weniger Tage ausverkauft.

Die Tuttle Zwillinge wenden sich primär an Kinder im Grundschulalter. Sie sind bereits für Erstklässler oder ältere Kindergartenkinder zum Vorlesen geeignet wie auch zum späteren Selbstlesen. Aber auch ältere Kinder, Jugendliche sowie Eltern und Großeltern können die Geschichten mit Gewinn lesen. Denn diese einfachen, schlüssigen und in ihren Argumentationen nahezu unwiderlegbaren Kindergeschichten bieten auch älteren Lesern einen schnellen und leichten Einstieg in die Botschaften von Mises & Co.

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Enno Samp, 48, ist Bankkaufmann und hat Wirtschaftswissenschaften und Musikwissenschaften studiert. Er arbeitet seit über 20 Jahren im Musikmanagement, u.a. für Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen. Seit 2010 widmet er sich daneben intensiv der Österreichischen Schule der Nationalökonomie.

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Hinweis: Die Inhalte der Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Ludwig von Mises Institut Deutschland wieder.

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