Der Sozialismus hat Venezuela in die Katastrophe gestürzt

26. April 2019 – von Daniel J. Mitchell

Daniel J. Mitchell

Eine meiner Hoffnungen für das Jahr 2018 war, die sozialistische Diktatur in Venezuela würde zusammenbrechen. Leider ist dies nicht eingetreten. Und so habe ich die gleiche Hoffnung in meine Liste für 2019 aufgenommen.

Aber wird es passieren? David Asman scheint in einem kürzlich geführten Interview sehr zuversichtlich zu sein:

Ich war etwas weniger hoffnungsvoll, zumindest war ich zurückhaltender in meiner Vorhersage.

Eines sage ich jedoch mit Bestimmtheit: Hoffentlich geschieht es so schnell wie möglich.

Jedenfalls bin ich ein wenig erschöpft und ich teile keine langen Zusammenstellungen mehr von all dem, was in Venezuela schief geht.

Für mich geht es nun darum, ob eine neue Regierung – wenn Maduro endlich vertrieben sein wird – die richtige Politik verfolgen wird (mit anderen Worten, gibt es Hoffnung auf eine wirtschaftliche Befreiung nach chilenischem Vorbild?).

Und doch es gibt einige Geschichten und Kolumnen über die anhaltende Krise, die mir aufgefallen sind – insbesonders welche, die von Venezolanern stammen.

Andres Malave schrieb für Investor’s Business Daily über das, was mit seinem Land passiert ist:

Hugo Chavez übernahm die Macht und versprach, mit seinem „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ allgemeinen Wohlstand für alle zu schaffen. … Als Teen Vogue vor kurzem twitterte: „#endpoverty kann es nicht geben, ohne den Kapitalismus zu beenden“, war meine erste Reaktion: „Soll sie doch nach Venezuela kommen.“ Venezuela war einst das wohlhabendste Land Lateinamerikas, aber heute leben fast 90% der Bevölkerung in Armut. Die Wirtschaft Venezuelas liegt in Trümmern. …

Venezuelas Elend bedeutet, dass es nicht ungewöhnlich ist, wenn Kinder im Müll herumstöbern, um nach etwas Essbarem zu suchen. Und weil die medizinische Grundversorgung und die Medizin auf einem absoluten, gefährlichen Minimum sind, sterben Neugeborene und ältere Menschen in venezolanischen Krankenhäusern. … In einer Kolumne im Jahr 2006 schrieb Senator Sanders: „Heutzutage ist es eher möglich, den amerikanischen Traum in Südamerika zu verwirklichen, an Orten wie Ecuador, Venezuela und Argentinien“, alle Anhänger des Sozialismus des 21. Jahrhunderts. … besonders ärgerlich ist es, wenn Senator Sanders über die Tugenden des Sozialismus poetisch wird und dabei wegschaut, wie sozialistische Führer in Opulenz leben, während die Massen verhungern.

Ein pensionierter Professor, der noch immer in Venezuela lebt, erklärte den rasanten Abstieg seiner Nation im britischen Spectator.

Der Abstieg nahm seinen Anfang zu Beginn der 2000er Jahre, als die Regierung Hugo Chavez begann, die Kontrolle über … private Unternehmen, die Justiz und die Polizei zu übernehmen. Der Abstieg wurde zu einem Sturzflug, als Nicolas Maduro an die Macht kam und der Staat seinen Einfluss auf die Ölförderung, die Haupteinnahmequelle unseres Landes, ausdehnte. Investoren flohen und Facharbeiter wanderten aus. Als der Lebensstandard sank, war die Antwort darauf, mehr Geld zu drucken.

Eine Hyperinflation war die Folge. … meine Freunde und Verwandten haben viel an Körpergewicht verloren. Wir nennen es die „Maduro-Diät“. … Vor nicht allzu langer Zeit lebte ich wie Sie. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass mein Land mit seinem hart erkämpften Fortschritt so schnell in den Abgrund stürzen könnte. Die falschen Politiker mit den falschen Ideen können eine größere Wirkung haben, als man sich vorstellen kann.

Weil ich Nicht-Venezolaner nicht diskriminieren möchte, lassen Sie uns auch die Äußerungen einiger anderer Autoren betrachten.

In einer Kolumne für CapX weist Kristian Niemietz darauf hin, dass Venezuela ein Beispiel für den modernen „demokratischen Sozialismus“ sein sollte:

Chávez-Fans betonten immer wieder die vielfältigen Unterschiede zwischen Venezuela und dem alten Ostblock. Sie waren besonders stolz darauf, dass es keinen offensichtlichen Konflikt zwischen sozialistischer Ökonomie und politischer Demokratie gebe. Sie wiesen auch darauf hin, dass die Regierung Chávez nicht nur viele große Unternehmen wie die Sozialisten von einst verstaatlichte, sondern auch mit vielen verschiedenen Modellen des sozialen Eigentums experimentierte und nach Alternativen zu privaten und konventionellen staatlichen Unternehmen suchte.

Und sie hatten Recht. Chávez und Maduro haben nie versucht, die ehemalige Sowjetunion oder einen ihrer Verbündeten nachzuahmen. Sie versuchten wirklich, etwas Neues zu schaffen. Und nun schauen Sie, wie es endete. … Frühere sozialistische Experimente haben die gleichen Flitterwochen wie Venezuela hinter sich, in der sie von westlichen Intellektuellen weithin und begeistert gelobt wurden.

Trotzdem bin ich sicher, dass wir immer nach wie vor hören werden, „der echte Sozialismus sei nicht versucht worden“.

Im Grunde bin ich offen für das Argument, dass das, was in Venezuela geschah, eine andere Form von Statismus war. Das Ergebnis ist jedoch immer das gleiche.

Der Fall Venezuelas ist wie „Atlas Shrugged“ im realen Leben.

Francisco Toro äußerte sich in der Washington Post über den jüngsten Zusammenbruch der venezolanischen Energieversorgung:

In einem Land, das sich bereits durch eine schwere humanitäre Krise schleppt, bedeutet der Zusammenbruch der Stromversorgung die endgültige Katastrophe. Die Venezolaner waren bereits chronisch hungrig, und eine große Zahl von ihnen berichtete, dass sie Gewicht verloren hatten, weil sie sich nicht ausreichend Essen leisten konnten. … Die Geschichten, die man aus Krankenhäusern überall im Land hört, sind erschütternd. Nur einige hatten funktionierende Notstromgeneratoren, aber praktisch nirgendwo konnte damit ein ganzes Krankenhaus über mehrere Tage versorgt werden. In den sozialen Medien wurde ein Video verbreitet, das eine Krankenschwester zeigt, die eine Handpumpe benutzt, um zu versuchen, ein Kind am Leben zu erhalten.

Tausende von Dialyse-Patienten, die sich nicht behandeln lassen können, sind von einem langsamen und qualvollen Tod bedroht. … die Regierung Maduro hat Sabotage durch die USA für die Energiekrise verantwortlich gemacht. … Sabotagevorwürfe gegen die Vereinigten Staaten haben keinen Anschein von Glaubwürdigkeit: Das Stromnetz Venezuelas befindet sich seit über einem Jahrzehnt im allmählichen Abstieg. … in den letzten 12 Jahren hat die Regierung das Netz zugrunde gerichtet. Nach der Verstaatlichung der Versorgungsunternehmen hörte die Regierung einfach auf, in die routinemäßige Wartung von Kraftwerken oder Stromleitungen zu investieren, was zu einer stetigen Verschlechterung führte und das Netz seit Jahren instabil macht.

Eine Geschichte auf Fox beschäftigt sich mit den erbärmlichen Umständen, unter denen „gewöhnliche“ Venezolaner zu leiden haben:

Tausende und Abertausende von Venezolanern strömen über die Brücke nach Kolumbien, ihre Gesichter sind hager und sie haben kaum mehr als einen Rucksack bei sich. Spindeldürre Frauen halten ihre kleinen Babys im Arm und betteln entlang der mit Müll übersäten Gossen. Teenager verhökern alles von Zigaretten über Süßigkeiten bis hin zu Wasser für ein bisschen Kleingeld. … die Venezolaner – viele mit Universitätsabschluss oder ordentlichen Arbeitsplätzen in der einst wohlhabendsten Nation Lateinamerikas – greifen nun nach allem, was sie zum Überleben benötigen. …

Frauen verkaufen ihre Haare an lokale Perückenmacher in Kolumbien für etwa 10-30 Dollar, je nach Länge und Qualität. Andere Frauen verkaufen ihre Körper. Mädchen im Alter von etwa 14 Jahren säumen die Straßen von Cucuta, sie sind „zu mieten“ sind und verdienen rund sieben Dollar „pro Dienstleistung“. … mehr als 55 Prozent der medizinischen Fachkräfte – Ärzte, Krankenschwestern und andere – haben das Land verlassen. Ansässige Ärzte, die in Venezuela geblieben sind, verdienen umgerechnet 24 Dollar pro Monat, während Spezialisten nur ein wenig mehr verdienen, vielleicht 30 Dollar.

Das Schlimmste habe ich für den Schluss aufgehoben.

Die BBC berichtet, dass die Situation in Venezuela so hoffnungslos geworden ist, dass sogar Gräber ausgeraubt werden:

Auf dem größten Friedhof von Caracas, dem Cementerio del Sur, wurden die meisten Gräber geplündert, um an Schmuck und Goldzähne zu kommen oder sogar an Knochen, die dann für Rituale verkauft werden können. Für trauernde Verwandte wie Eladio Bastida, der jede Woche das Grab seiner Frau überprüft, um sicherzustellen, dass es nicht geplündert wurde, ist die Situation wie ein Abbild für das umkämpfte Venezuela.

Nach meinem Kenntnisstand hat es in Venezuela bisher noch keinen Fall von Kannibalismus gegeben, so dass ich annehme, dass es sogar noch schlimmer werden kann.

Aber das wirft die Frage auf. Warum haben Bernie Sanders und andere Linke und Sozialisten Venezuela mit so viel Lob überschüttet?

Und jetzt, wo sie von der Realität eingeholt wurden und die Wirtschaft zusammengebrochen ist, warum weichen sie Fragen über ihre bisherige Unterstützung aus?

Am Wichtigsten aber ist die Frage: Warum wollen sie eine ähnliche Politik für die Vereinigten Staaten?!?

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Der Originalbeitrag mit dem Titel Venezuela Is „Atlas Shrugged“ in Real Life ist am 15.4.2019 auf der website der Foundation of Economic Education erschienen.

Daniel J. Mitchell ist Experte für finanzpolitische Themen wie Steuerreformen, die wirtschaftlichen Auswirkungen von Staatsausgaben und angebotsseitige Steuerpolitik. Mitchell war Senior Fellow des Cato Institute und der Heritage Foundation und arbeitete als Ökonom für Senator Bob Packwood und den Finanzausschuss des Senats. Seine Artikel finden sich in Publikationen wie dem Wall Street Journal, der New York Times, Investor’s Business Daily und der Washington Times. Er ist ein häufiger Gast in Radio und Fernsehen und ein gefragter Vortragsredner. Mitchell hat einen Bachelor- und Master-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von der University of Georgia und einen Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften von der George Mason University. Sein Blog heißt Liberty – Restraining Government in America and Around the World.

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Hinweis: Die Inhalte der Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Ludwig von Mises Institut Deutschland wieder.

Foto: youtube / The Miami Herald

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