Sozialismus ist die größte Bedrohung für die Umwelt

16. Oktober 2019 – von Daniel Lacalle

Daniel Lacalle

Falls wir eine echte Alternative zu fossilen Energiequellen wollen, die den Umweltschutz fördert, Emissionen reduziert und das Leben auf der ganzen Welt verbessert, so wird diese Alternative einzig der freie Markt liefern.

Sowohl die Geschichte als auch wirtschaftliche Anreize sagen uns, dass Interventionismus und Sozialismus nie die Umwelt schützen; Umweltschutz gilt dort nur als Ausrede, um die Kontrolle über die Wirtschaft auszudehnen und Verschmutzer zu subventionieren, um angeblich für Arbeitsplätze in sogenannten strategischen Sektoren zu sorgen.

Der Interventionismus errichtet in der Tat erst die Hindernisse für technische Innovationen und disruptive Entwicklungen:

Erstens schwächen Technologie und Wettbewerb die Macht des Staates, die Preise und Wirtschaftskreisläufe in der Gesellschaft zu kontrollieren. Sie schmälern so seine Macht, Gewinner und Verlierer zu bestimmen und zu entscheiden, wann, wo und wie Geld ausgegeben wird.

Zweitens sind disruptive Technologien inflationshemmend und ermöglichen Staaten nicht, politische Günstlinge in aufgeblähten und ineffizienten Firmen unterzubringen, die sich alleine auf politische Macht stützen. Der fundamentale Grund dafür, warum der Interventionismus nie die Umwelt und Innovationen verteidigen wird, liegt darin, dass er Wettbewerb verabscheut, und dass Technologie und Wettbewerb seine Macht schwächen.

Das Schweigen bei den Protesten, die wir in den Medien der gesamten westlichen Welt verfolgen können, ist jedoch ohrenbetäubend – das Schweigen in Bezug auf die am stärksten interventionistischen Wirtschaftsräume der Welt, die von Staaten und staatseigenen Firmen kontrolliert werden – den schlimmsten Umweltverschmutzern der Welt. Es ist deswegen traurig, dass etwas, das wir alle unterstützen sollten – Umweltschutz nämlich – wie so viele Dinge dafür missbraucht wird, die verabscheuungswürdigsten und totalitärsten Formen des Interventionismus reinzuwaschen.

Es geht dabei nicht darum, die Umwelt zu schützen, sondern die Pfründe, die für extrem interventionistische Politiker so attraktiv sind, weil sie ihnen die einzige Möglichkeit bieten, weiter Macht auszuüben, die sie verlieren würden, wenn echter Wettbewerb, bessere Technologien und Transparenz zugelassen würden.

In Wahrheit treten interventionistische Systeme nämlich nie für bessere Umweltbedingungen ein, sondern sie missbrauchen das Klimaschutzbanner nur, um das genaue Gegenteil zu tun, und die Schuld dafür denen in die Schuhe zu schieben, die ihnen am gefährlichsten werden. Die Politisierung des Klimaschutzes nützt nicht der Umwelt, sondern dient lediglich dem Interventionismus als Feigenblatt. Deshalb auch das Schweigen in Bezug auf extrem interventionistische Regierungen wie die Chinas oder des Iran.

China hat schon Genehmigungen dafür erteilt, in den nächsten zwölf Jahren mehr Kohlekraftwerks-Kapazitäten neu zu schaffen als die gesamte heutige US-Kapazität, und fast doppelt so viel wie die Kapazität der EU. Unterdessen werden im Iran fossile Brennstoffe am stärksten subventioniert.

Die größten Subventionen für Umweltverschmutzung gibt es, wenig überraschend, in Ländern mit geringer wirtschaftlicher Freiheit, starker Kontrolle der Regierungen über die Wirtschaft und zahlreichen Staatsbetrieben. Von den 147 Ländern, die den neuesten Umweltschutzabkommen beigetreten sind, gehören bei mehr als 90% die Firmen und Wirtschaftsbereiche, die am stärksten zur Umweltverschmutzung beitragen, zu 100% dem Staat (die Erzeuger der Ölstaaten, die größten Kohlekraftwerke, Stahlhersteller etc.).

Natürlich ist es sehr einfach, in freien Ländern ein sogenannter Aktivist zu sein, der gegen Aktiengesellschaften wettert, die zur Lösung der Probleme, und nicht zum Problem selber beitragen. Es ist sehr einfach, die Steuern für die Menschen mit Verweis auf den Umweltschutz zu erhöhen, während die am stärksten verschmutzenden Branchen subventioniert werden.

Ist es nicht amüsant zu lesen, dass Staaten, die uns erzählen, wie sehr sie angeblich dem Umweltschutz verpflichtet sind, gleichzeitig in den nächsten zehn Jahren vorhaben, ganz enorm in Raffinerien und Kohlekraftwerke zu investieren? Nicht weil sie sie brauchen – in diesen beiden Branchen gibt es weltweit Überkapazitäten. Hier wird investiert um des Investierens willen – etwas, das Interventionisten stets gerne tun.

Wenn der Wettbewerb ausgeschaltet und die wirtschaftliche Logik beim Investieren außer Acht gelassen wird, treten Staaten nie für Veränderungen ein, sondern sie verschleiern Ineffizienz stets mit wohlklingenden Worten.

Die Aktivisten – nicht alle Aktivisten -, die führende innovative Unternehmen und die freie Wirtschaft, die die Lösung sind, angreifen, tun dies nicht aus Mangel an Informationen oder aus Ignoranz. Sie tun es, weil sie ein anderes Ziel haben. Manchen Klimaaktivisten macht es nichts aus, totalitären Regierungen, Theokratien oder Diktaturen zuzuarbeiten (egal ob sie nun Verschmutzer sind oder nicht), um die letzten Reste des freien Marktes in der westlichen Welt, die schon am Interventionismus erstickt, zu zerstören.

Manche Klimaaktivisten versteifen sich darauf, gerade Firmen anzugreifen, die führend in den Bereichen Technologie, Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind, weil es nicht darum geht, effiziente Firmen zu haben, die führen, in dem sie Arbeitsplätze schaffen, ihre Position weiter stärken und weltweit wachsen. Es geht vielmehr darum, sie zu enteignen und mit politischen Günstlingen zu füllen. Genau das hat bei staatlichen Ölfirmen auf der ganzen Welt dazu geführt, Werte und Effizienz zu vernichten und Überkapazitäten aufzubauen.

Die Interventionisten sind nicht dumm oder inkonsistent, wenn sie bei Venezuela, China oder dem Iran schweigen, und nur US-Firmen angreifen, die den Umweltschutz verbessern, indem sie wachsen und innovativ sind. Es geht darum, Wettbewerb und private Innovation – die zwei Dinge, die weiterhin die Welt verbessern, Armut reduzieren und Wohlstand schaffen, verschwinden zu lassen.

Dies ist das Traurige bei Politikern, die sich selbst als progressiv bezeichnen, in Wahrheit aber regressiv sind: Sie wollen Staatskonzerne, die den Wettbewerb schwächen und Positionen nach politischen Kriterien vergeben. Das ist die perfekte Formel zur Vernichtung von Innovation und Wandel.

Es gibt nur zwei Möglichkeiten, um Herausforderungen beim Umweltschutz zu meistern: Wettbewerb und Technologie. Keine auf Macht und Preiskontrollen versessene Regierung wird sich dafür einsetzen. Sie werden dies bekämpfen. Und genau das geschieht gerade in Ländern gar nicht so weit entfernt.

Interventionistische Regierungen wollen Inflation und Kontrolle. Und Technologie und Wettbewerb sind deren größte Feinde.

Technologie und Wettbewerb können nur im Kapitalismus gedeihen, in dem man für Innovationen mit Erfolg belohnt wird, und in dem die kreative Zerstörung überholter Branchen begleitet wird vom Wachstum innovativer Branchen, die für weit mehr Wohlstand sorgen als die untergegangenen. Dies ist nur im Kapitalismus möglich. Wirtschaftliche Freiheit ist der einzige Garant für Umweltschutz.

 

Die Dekarbonisierung ist unaufhaltsam, aber sie würde noch viel schneller voranschreiten, gäbe es nicht die Fallstricke derer, die sich heute als die Retter der Erde aufführen, während sie in Wahrheit nur die Bürger besteuern, um weiterhin die Verschmutzung durch „nationale Champions“ zu fördern.

Technologie und Wettbewerb sind schneller und effizienter bei der Dekarbonisierung. Aber Technologie und Wettbewerb senken auch die Preise und schränken die Macht des Staates ein – zwei Dinge, die der Staat hasst.

Einzig freie Märkte bieten die Lösung für die Herausforderungen des Klimaschutzes.

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Aus dem Englischen übersetzt von Florian Senne. Der Originalbeitrag mit dem Titel Socialism Is the Greatest Threat to the Environment ist am 8.10.2019 auf der website des Mises-Institute, Auburn, US Alabama erschienen.

Daniel Lacalle ist promovierter Wirtschaftswissenschaftler und Autor von Escape from the Central Bank TrapLife In The Financial Markets und The Energy World Is Flat.

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Hinweis: Die Inhalte der Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Ludwig von Mises Institut Deutschland wieder.

Foto: Adobe Stock

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