Wirtschaftliche Freiheit, nicht Entwicklungshilfe, ist der Weg aus der Armut

14.3.2018 – von Patrick Tyrrell.

Dieser Tage wurde der Index of Economic Freedom 2018 – eine jährliche Studie, die 180 Länder nach ihrer wirtschaftlichen Freiheit mit Fakten und Zahlen bewertet – von der Heritage Foundation veröffentlicht.

Die Ergebnisse, kombiniert mit Armutsdaten der Weltbank, zeigen, dass die Einwohner von Ländern, die über ein hohes Maß an wirtschaftlicher Freiheit verfügen, weitaus seltener unter bitterer Armut leiden.

Wie aus dem Diagramm, das die 122 Länder widerspiegelt, für die aktuelle Armutsdaten vorliegen, hervorgeht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Einwohner der Länder, in denen es am meisten an wirtschaftlicher Freiheit mangelt, von weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag leben müssen, etwa dreißigmal höher als in Ländern, in denen die Menschen wirtschaftlich am freiesten sind.

In Ländern, die zu den freiesten 20 Prozent gehören, leben weniger als 1 Prozent der Bevölkerung (im Durchschnitt) von 1,90 US-Dollar pro Tag oder weniger. Dagegen leben in Ländern, die im unteren Fünftel rangieren, durchschnittlich 27 Prozent der Bevölkerung von 1,90 US-Dollar pro Tag.

Dieses untere Fünftel wird repräsentiert durch Länder wie Togo, Tschad und Niger, wo die wirtschaftliche Freiheit unterdrückt wird. In Togo leben etwa 50 Prozent der Bevölkerung von 1,90 US-Dollar pro Tag oder weniger. Im Tschad liegt der Anteil der Bevölkerung, der von 1,90 US-Dollar pro Tag lebt, nach den neuesten Daten bei 38,4 Prozent. Im Niger sind es 45,5 Prozent (2014).

Diese Erkenntnisse sollten berücksichtigt werden, wenn Organisationen wie der Internationale Währungsfonds oder die Weltbank Hilfe für Entwicklungsländer planen. Diese Planungen ignorieren allzu oft die Verletzung wirtschaftlicher Freiheit durch Despoten, Diktatoren und Autokraten.

Wer die Eigentumsrechte oder die Rechtsstaatlichkeit missachtet, um an der Macht zu bleiben, wird seit Jahrzehnten mit Milliarden Dollar an ausländischer Hilfe aus reichen Ländern belohnt. Despoten und Diktatoren haben diese Hilfe oft dazu benutzt, ihre Macht zu festigen, indem sie beispielsweise Nahrungsmittelhilfen von Gruppen, die sie nicht unterstützen, zurückhalten.

Diese Machthaber und Diktatoren heimsen oft die Lorbeeren dafür ein, dass sie Entwicklungshilfe ins Land gebracht haben, während sie den Menschen ihres Landes die wirtschaftliche Freiheit nehmen, die sie brauchen, um die Abhängigkeit von ausländischer Hilfe zu beenden.

William Easterly erklärt in seinem Buch The Tyranny of Experts, wie dies zu verschiedenen Zeiten seit Beginn des 20. Jahrhunderts geschehen ist und so Gewalt hervorgebracht hat, unter anderem in Ländern wie China, Kolumbien, Äthiopien und Sudan. Diese Ungerechtigkeit setzt sich dort fort, wo Entwicklungshilfe ohne Rücksicht auf Rechtsstaatlichkeit und wirtschaftliche Freiheit geleistet wird.

Diejenigen, die Entwicklungsgelder für das Ausland bereitstellen, sollten sich auf die Sicherung der individuellen Rechte und der wirtschaftlichen Freiheit der Menschen konzentrieren und nicht auf die Verteilung der Lieferungen durch die politischen Maschinerien von Despoten und Diktatoren.

Wirtschaftliche Freiheit – nicht Finanzhilfe – ist der bewährte Fluchtweg aus einer ansonsten nie endenden Schleife generationenübergreifender Armut.

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Der Originalbeitrag mit dem Titel Freedom — Not Foreign Aid — Is the Solution to Global Poverty ist am 6.3.2018 auf der website der Foundation of Economic Education erschienen.

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Patrick Tyrrell ist Forschungskoordinator im The Heritage Foundation’s Center for Data Analysis.

Hinweis: Die Inhalte der Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Ludwig von Mises Institut Deutschland wieder.

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