In Memoriam Susanne Kablitz

15.2.2017 – Am 11. Februar 2017 ist Susanne Kablitz verstorben. Mit ihrem Tod ist eine mutige, unerschrockene Stimme im Kampf für die Freiheit verstummt. Susanne Kablitz hatte verstanden, dass die Freiheit in akuter Gefahr ist; dass man für seine Freiheit kämpfen muss; dass die Freiheit nicht zum Nulltarif zu haben ist.

Susanne Kablitz hat persönlich erfahren, dass nicht alle in die Hände klatschen, wenn man die Stimme erhebt, um gesellschaftliche Missstände – vor allem den Staat – anzuprangern. Das schreckte sie aber nicht zurück. Im Gegenteil. Sie schritt umso unbeirrbarer und beherzter voran – als Autorin, als Referentin, als Verlegerin.

In Gedenken an Susanne Kablitz und ihr zu Ehren veröffentlichen wir an dieser Stelle ihren Beitrag „Eine Stunde Ihres Lebens“. Darin begegnet Susanne Kablitz uns noch einmal mit all ihren Emotionen und ihrem Herzblut, mit denen sie um Mitstreiter für die Freiheit warb – und sich vor allem gegen den „Staatsmoloch“ und ein „wahnwitziges Falschgeldsystem“ auflehnte.

Der Tod von Susanne Kablitz ist ein großer menschlicher Verlust. Er ist auch ein großer Verlust im Kampf für die Freiheit in Deutschland.

Andreas Marquart                         Thorsten Polleit

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Eine Stunde Ihres Lebens

Susanne Kablitz

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was eine Stunde Ihres Lebens wert ist? Eine Stunde, die Sie nur ein einziges Mal erleben werden! Eine Stunde, die niemals wiederholt werden kann! Eine Stunde, die Ihr ganzes Leben verändern kann – ob nun in positiver oder in negativer Hinsicht. Egal, wie Sie diese Stunde verbringen – Sie werden diese sechzig Minuten selbst mit allem Geld dieser Welt nicht noch einmal leben können. Sie ist weg, verbraucht, unwiderruflich und bis in alle Ewigkeit. Sie sollten sich also gut überlegen, wie Sie diese sechzig Minuten nutzen von denen Sie nicht wissen, wie oft Sie diese in Ihrem Leben zur Verfügung haben.

Wenn man noch sehr jung ist, glaubt man normalerweise, man hat unendlich viel Zeit; diese Unbeschwertheit mit der man durch das Leben läuft, das einem so verheißungsvoll und aufregend vorkommt, ist in erster Linie das glückselige Vorrecht der Jugend und wohl einer der Gründe, warum man sich manches Mal wünscht, nochmal zu dieser Zeit zurückkehren zu können.

Man verschwendet nur wenige Gedanken daran, wie kurz das Leben sein kann und dass man eines Tages die vielen Stunden, die man mit Dummheiten und „Sinnlosem“ vergeudet hat, bereuen könnte. Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Überzeugung Menschen von sich behaupten, dass sie „alles anders machen würden“, wenn sie denn noch einmal die Chance dazu hätten. Ich bezweifle das – wir würden vielleicht nicht in jeder Beziehung die gleichen Dinge wieder tun, aber dafür andere und ob die wirklich cleverer wären, ist zumindest fraglich.

Dann werden wir älter und stellen langsam aber absolut sicher fest, dass die Geburtstage immer schneller zu kommen scheinen. Es kommt einem so vor, dass nicht mehr 12 Monate dazwischenliegen, sondern die Zeit zusehends zusammenschrumpft. Jede kleine Falte mehr im Gesicht macht klar – die Zeit schreitet unbarmherzig voran und damit auch der Zeitpunkt, an dem wir von dieser Welt wieder Abschied nehmen und den nachfolgenden Generationen Platz machen. Man sollte also annehmen, dass wir die Zeit, die wir auf diesem wunderschönen blauen Planeten verbringen dürfen, so großartig wie möglich verleben wollen.

Dieser aus meiner Sicht für alle Menschen erstrebenswerte Anspruch wird jedoch von deutlich weniger Zeitgenossen als angenommen für wichtig erachtet. Schauen Sie sich nur die Masse der Menschen an – wenn es um die Zahlung des Tributs geht, mit dem sie sich zu dieser Gesellschaft zugehörig fühlen (dürfen), dann scheint die Lebenszeit und die Arbeitskraft, die sie in Geld umgerechnet beim „Herrscher“ abzuliefern haben, niemanden wirklich zu stören.

Mit fast schon religiöser Ergebenheit werden tagelang Zettel sortiert, beschriftet, abgeheftet, unendliche Gespräch mit Steuerberatern geführt, dessen Abrechnungsuhr gnadenlos tickt, um ein paar mickrige Euros von dem Geld zurückzuerhalten, was man sich selber erarbeitet hat. Lebenszeit und Arbeitskraft, dass nun dahingehend kanalisiert wird, dass man immer – ausnahmslos immer – mit einem Bein im Gefängnis sitzt, weil man irgendeinen dummen Zettel entweder nicht richtig oder gar nicht abgeliefert hat.

Laut dem deutschen Beamtenbund fehlen bis zu 700.000 Beamte in Deutschland, die Mitarbeiter in den Finanzämtern versinken hoffnungslos im Papierwust. Wo noch im Kaiserreich 500.000 Beamte reichten, zu einer Zeit, wo es weder Computer noch sonstige moderne Kommunikationsmittel gab, benötigen wir heute ein Vielfaches an Beamten und Mitarbeitern im öffentlichen Dienst. Nun soll die Zahl sogar noch ordentlich aufgestockt werden – alles Menschen, die Anspruch auf Pensionen haben, die nicht im Entferntesten gegenfinanziert sind.

Dieser und noch jede Menge anderer Wahnsinn ist das Ergebnis unserer sozialistischen Träume von der Notwendigkeit eines überbordenden Staates, für dessen üppige Mahlzeiten wir immer mehr unserer Lebenszeit opfern müssen, um dieses immer gefräßigere Monster irgendwie noch halbwegs satt zu kriegen.

Hätten wir nicht unser wahnwitziges Falschgeldsystem, was die Illusionen nährt, dieses System sei aufrechtzuerhalten; der Spuk wäre schon längst zu Ende. Wenn den Menschen klar wird, welchen Tanz sie auf dem Vulkan aufführen, sie wären über ihren Wagemut zutiefst erstaunt.

Es ist geradezu erschreckend bemerkenswert wie risikobereit wir sind, wenn es um die Versprechungen geht, die der Staat einzig allein auf Grundlage unserer Bereitschaft zur Abtretung unserer aller Lebenszeit und perfektioniert durch ein vollkommen ungedecktes, betrügerisches Scheingeldsystem, abgibt.

Wir haben den Blick für echte Werte verloren; wir tauschen unsere wertvolle, niemals wiederkehrende Lebenszeit ein, um ein System aufrecht zu erhalten, was uns letztendlich zertreten wird. Wir sind dermaßen von diesen ganzen sozialistischen Paradiesversprechungen geblendet, dass wir anscheinend ernsthaft glauben, dass unsere Ansprüche gerechtfertigt sind und wir die finanziellen Möglichkeiten, die man uns wie eine Karotte vor die Nase hält, tatsächlich haben.

Wir sind zu einer dermaßen dekadenten Gesellschaft mutiert, die allen Ernstes Lebenszeit dafür aufbringt, für ein gigantisches Staatsmoloch Zettelchen zu sammeln, um ein paar Cents nahezu wertlosen Geldes „zurückzuerhalten“, das uns den Anschein von Wohlstand vermitteln soll und die ursprünglich wertproduzierenden Leistungsträger zu Marionetten am Gängelband von Bürokraten degradiert.

So bitter es auch sein mag, aber wir brauchen einen Zeitenwechsel; wir brauchen einen frischen Wind, der unsere Gehirne und unsere Herzen durchpusten wird. Einen Wind, der uns mit aller Deutlichkeit vor Augen führt, dass wir in jeder Hinsicht wieder ehrlich werden müssen. Sowohl, was unser Geld als auch, was unsere Denkweisen angeht.

Solange wir an die Lebenslügen glauben, die uns „der Staat“ einredet, solange wir als glückliche Sklaven der Staatswillkür durch unser Leben stolpern und ein selbstbestimmtes Leben nicht führen möchten, solange verpfänden wir jede einzelne unserer vergleichsweise wenigen Lebensminuten für einen viel zu niedrigen Preis. Dieses Verbrechen an uns selbst wird sich rächen – und dieser Tag der Rache rückt immer näher.