„Attacke auf den Mainstream“

22.6.2015 – Über die Reaktionen des Medienhauptstroms auf ein libertäres Manifest: Buchrezension „Attacke auf den Mainstream“

Andreas Tögel

von Andreas Tögel.

Selten zuvor hat ein politisches Buch eines in diesem Genre neuen Autors derart viel Staub aufgewirbelt, wie „Deutschland von Sinnen“. Wenn der türkischstämmige Zuwanderer Akif Pirinçci Deutschland nicht aus der Perspektive des diskriminierten Hassobjekts ewig rassistisch-faschistoider „Biodeutscher“ (© Grünparlamentarier Czem Özdemir) schildert; Wenn dieser Mann seiner deutschen Heimat sogar eine Liebeserklärung macht; Ja, wenn er sich sogar anmaßt, Probleme zu benennen, die (außer den nahezu ausnahmslos linken Redakteuren des Feuilletons und den ungezählten Sozialisten in allen politischen Parteien) jede(r) erkennt, brennt der Hut. Dann verliert die politisch korrekte Dressurelite des Landes jede Contenance und verfällt in hysterische Veitstänze.

Da das vorliegende Buch die Reaktionen auf „Deutschland von Sinnen“ zusammenfasst und kommentiert, zunächst ein paar Worte dazu: Dessen Erscheinen ging ein von Pirinçci auf der „Achse des Guten“ veröffentlichter Aufsatz mit dem Titel „Das Schlachten hat begonnen“ voran. Dieser Beitrag hatte den tödlichen Angriff eines Türken auf einen jungen deutschen Mann im niedersächsischen Städtchen Kirchweyhe zum Inhalt. In Reaktion auf diese Tat fand es im politisch-medialen Komplex – vom hohen politischen Würdenträger bis zum letzten Redaktionsassistenten – niemand für angebracht, ein Wort des Bedauerns über das Schicksal des Opfers zu äußern. Stattdessen wurde die Gewalttat dazu missbraucht, eine imaginierte „Gefahr von rechts“ zu beschwören und den (oder die) Täter zu Opfern umzudeuten. Seiner Empörung über diese haarsträubende Umkehr der Tatsachen ließ Pirinçci freien Lauf.

Die heftig zustimmenden Publikumsreaktionen zu diesem Text veranlassten den Manuscriptum-Verlag dazu, dessen Autor zu einem Buch zu animieren, das sich (nicht nur, aber auch) dem Thema Zuwanderung widmen sollte. Der Untertitel enthält die Inhaltsangabe: „Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer“. Pirinçci kennt kein Erbarmen mit denjenigen, die er bezichtigt, das von ihm seit seiner Ankunft als kleiner Junge innig geliebte Deutschland planmäßig zu zerstören: Professionelle Emanzen, hedonistische Berufsschwuchteln und linke Politiker, die eine unkontrollierte Massenzuwanderung ausschließlich zum Sozialhilfeempfänger qualifizierter Analphabeten vorantreiben, werden von ihm gnadenlos und in einer zum Teil brutalen Sprache durch 276 Seiten geprügelt.

Den Boden für den Verkaufserfolg von Pirinçcis Philippika hat zweifellos Thilo Sarrazin mit „Deutschland schafft sich ab“ aufbereitet. Doch während letzterer eine staubtrockene, völlig humorfreie Datensammlung vorgelegt hat, die sich der Lektüre heftig widersetzt, steckt „Deutschland von Sinnen“ voller Witz und (Selbst-)Ironie. Man mag es nicht aus der Hand legen, soviel Vergnügen bereitet es beim Lesen.

Von „Voller Ladung Hass“, „purer Menschenverachtung“ oder „Volksverhetzung“ (Ijoma Mangold / Die Zeit), kann dennoch nur jemand schreiben, dessen Weltbild aus nichts als Vorurteilen gegen diejenigen besteht, für die er selbst nur tiefste Verachtung bereithält. Deren Weltsicht und Befindlichkeit kann die auf dem hohen Ross ihrer totalen moralischen Überlegenheit sitzenden „Meinungsbildner“ keine Sekunde lang anfechten. Denn in diesem durch und durch selbstgerechten Milieu gilt jeder als finsterer Reaktionär oder gar Nazi, wenn zwischen ihn und die linke Wand mehr als nur ein Blatt Papier passt…

„Attacke auf den Mainstream“ ist die chronologische Bestandsaufnahme der Reaktionen, die auf die Veröffentlichung von Pirinçcis Bestseller erfolgt sind. Es handelt sich um eine entlarvende Dokumentation der totalen Realitätsverweigerung, der Arroganz, des Unverstands und der puren Niedertracht, die im deutschen Meinungshauptstrom vorherrscht. Wer „Deutschland von Sinnen“ tatsächlich gelesen hat (und nicht nur die pejorativen Kommentare vernagelter linker Narren widergibt), meint, nicht recht zu sehen, wenn einer der ob des überwältigenden Verkaufserfolgs des Buches völlig entgleisten Rezensenten meint, den ungemein originellen Vergleich mit Hitlers „Mein Kampf“ anstellen zu müssen. Ist, ohne Adolf zu bemühen, in diesem Lande tatsächlich kein politischer Diskurs mehr zu führen? Stammt Hitlers rezenter Wiedergänger tatsächlich aus Istanbul?

Welches Buch wird da kommentiert, wenn in Besprechungen von „Frauenhass“, „Homophobie“ und „Fremdenfeindlichkeit“ die Rede ist? Nichts davon ist darin zu finden! Aber: Es kann eben nicht sein, was nicht sein darf. Zuwanderung ist super, Feminismus ist toll und Schwulsein das Allergrößte. Basta.

Pirinçci wendet sich in seinem Buch gegen nichts davon. Allerdings schreibt er, und zwar in einer Sprache, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt, gegen die völlig sinnfreie Verkultung bestimmter Personengruppen und Lebensentwürfe an. Und, was für die in geschützten Werkstätten versammelten Bessermenschen der schreibenden Zunft vermutlich besonders verstörend ist: Er bricht eine Lanze für den Rückzug des Staates aus allen privaten Lebensbereichen. Ziel seines Furors sind somit weder Zuwanderer noch Schwule. Es sind vielmehr die „linksversifften“, von beinharten Emanzen und windelweichen Eunuchen beherrschten Medien und der alle Lebensbereiche durchdringende Gouvernantenstaat.

Dass der Mann damit eine Art „libertäres Manifest“ vorgelegt hat, macht ihn zum Gottseibeiuns der zu Tausenden in den Redaktionsstuben – insbesondere in den öffentlich-rechtlichen Medienanstalten – hockenden, steuer- und subventionsabhängigen Symbionten des Leviathans. Nicht von Ungefähr, blitzt bei nicht wenigen von ihnen der unverhohlene Wunsch nach Zensur (nicht nur des Internets) auf. Indem der Versuch unternommen wird, Pirinçci in die ultrarechte Ecke zu rücken, meint der gemeine linke Lohnschreiber, auf jegliches Argument verzichten zu können. Auf das Niveau dieser Art von Schmuddelkindern lässt sich der politisch hyperkorrekte Mainstream nämlich gar nicht erst herab…

Wie tief ist die Zunft der selbsternannten Meinungsbildner im Lande gesunken, wenn die sich nicht anders zu helfen wissen, als das Thermometer zu zerschlagen, weil es unerträglich heiß geworden ist? Wie weit haben sie sich vom Boden der Realität entfernt, wenn Ihnen tatsächlich nichts anderes mehr einfällt, als den Überbringer unangenehmer Botschaften und Berichterstatter über das Offensichtliche, mit ihrem geifernden Hass zu überziehen und sich an semantischen Fragen abzuarbeiten, anstatt den Ursachen der von Pirinçci apostrophierten Fehlentwicklungen auf den Grund zu gehen?

Fazit: Ein Sittenbild des intellektuellen Lumpenproletariats im Lande, dessen Protagonisten sich bevorzugt als Medienschaffende betätigen…

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Attacke auf den Mainstream
Akif Pirinçci und Andreas Lombard (Hg.)
Lichtschlag Edition Sonderwege
219 Seiten, broschiert
12,90 Euro

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Andreas Tögel, Jahrgang 1957, ist gelernter Maschinenbauer, ausübender kaufmännischer Unternehmer und überzeugter “Austrian”.

 

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