Inflation: Staatlich erzeugter Terror

30. September 2022 – von Jeff Deist

Diese Rede von Jeff Deist wurde am 3. September 2022 bei der Ron Paul Institute Konferenz in Nord-Virginia gehalten.

Jeff Deist

I. Einleitung

Erinnern Sie sich noch an die schönen alten Zeiten des Jahres 2019? Man sagte uns, die US-Wirtschaft sei in bester Verfassung. Die Inflation sei niedrig, es gäbe viele Arbeitsplätze, das Bruttoinlandsprodukt wachse. Und ehrlich gesagt, wäre Covid nicht aufgetaucht, wäre Donald Trump höchstwahrscheinlich wiedergewählt worden.

Auf einer Veranstaltung im Jahr 2019 sagte mein Freund und Ökonom Dr. Bob Murphy etwas sehr Interessantes über die politische Spaltung in diesem Land. Er sagte:

Wenn Sie denken, dass Amerika jetzt gespalten ist, wie sähe es dann aus, wenn die Wirtschaft am Boden wäre, wenn wir einen weiteren Crash wie 2008 hätten?

Nun, wir müssen uns ein solches Szenario vielleicht nicht mehr lange vorstellen.

Wenn Sie denken, dass die Amerikaner heute gespalten sind und sich gegenseitig an die Kehle gehen – metaphorisch, aber zunehmend auch im Wörtlichen Sinne –, dann stellen Sie sich vor, sie würden frieren und hungern!

Stellen Sie sich vor, wir müssten so etwas durchleben wie Deutschland in der Weimarer Republik, Argentinien in den 1980er Jahren, Simbabwe in den 2000er Jahren oder Venezuela und die Türkei heute? Wie sähen dann unsere politischen und sozialen Spaltungen aus?

Meine Damen und Herren, wir leben unter der Tyrannei des Inflationismus. Er terrorisiert uns, entweder fast unbemerkt oder sehr direkt. Ich vermute, dass er bald noch viel direkter werden wird.

Wie der verstorbene Bill Peterson erklärte:

Inflationismus bedeutet, in den heutigen Begriffen, Ausweitung der staatlichen Nettoverschuldung und absichtliche Kreditausweitung auf nationaler Ebene, es handelt sich um einen politischen Irrweg von monumentalem Ausmaß, und zwar zu viel Geld zu schaffen, dem zu wenige Güter gegenüberstehen. Er beruht auf der ‚Geldillusion‘, einer weit verbreiteten Verwechslung von Einkommen als Geldzufluss mit Einkommen als Waren- und Dienstleistungszufluss – einer Verwechslung von ‚Geld‘ und Vermögen.

Inflationismus ist sowohl ein fiskalisches als auch ein monetäres Regime, aber seine Folgen gehen weit über den Bereich der Wirtschaft hinaus. Er hat tiefgreifende soziale, moralische und sogar zivilisatorische Auswirkungen. Und zu verstehen, wie er uns terrorisiert, ist die Aufgabe von heute.

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II. Den Inflationismus verstehen

Ich möchte Sie bitten, drei Dinge zu bedenken.

Erstens: Inflation ist eine Politik. Wir müssen die Politik dafür verantwortlich machen. Die Inflation ist nicht etwas, das sich unserer Kontrolle entzieht und periodisch auftritt wie das Wetter. Unsere geld- und steuerpolitischen Regelungen zielen darauf ab, sie zu schaffen, und halten sie für eine gute Sache. Vergessen wir nicht, dass sowohl Trump als auch Biden die Covid-Konjunkturprogramme unterschrieben haben, die zusammen etwa 7 BILLIONEN Dollar direkt in die Wirtschaft pumpten – auch wenn die tatsächlich verfügbaren Waren und Dienstleistungen aufgrund von Lockdowns drastisch reduziert waren. Die Deflation war stets die natürliche Reaktion auf eine Krise, eine Krise, die meiner Meinung nach zwar eine künstlich erzeugt war, aber dennoch eine Krise. Aber naturgemäß hat Uncle Sam aktiv versucht, den natürlichen Wunsch, in einer Zeit der Unsicherheit weniger auszugeben und mehr Bargeld zu halten, zu vereiteln.

Diese 7 Billionen Dollar wurden fiskalpolitisch geschaffen. Es handelte sich nicht um neue Passiva der Fed, die gegen Aktiva der Geschäftsbanken eingetauscht wurden, um auf Umwegen die Staatsschulden zu monetarisieren, wie wir es bei der Quantitativen Lockerung gesehen haben. Es handelte sich um einen direkten Stimulus des Finanzministeriums über den Kongress als unverhohlene fiskalpolitische Maßnahme. Kostenloses Geld. Dieses Geld floss direkt auf die Konten von Privatpersonen (Stimulus Schecks), von staatlichen und kommunalen Verwaltungen, von Millionen von Kleinunternehmen (PPP-Darlehen [Paycheck Protection Program]), der Luftfahrtindustrie und es wurde für zahllose andere Zwecke ausgegeben. Das war tatsächlich Cash, und dieses Geld wird auch real ausgegeben. Jeder Wirtschaftswissenschaftler, der Ihnen sagt, dass die heutige Inflation eine Überraschung ist, ist also entweder falsch informiert oder er täuscht Sie bewusst.

Es handelt sich um ein politisches Programm. Die Inflation wird bewusst erzeugt. Der Unterschied zwischen dem angeblich wünschenswerten Verbraucherpreisindex (CPI) von 2 % und dem sehr schlechten, furchtbaren, schädlichen CPI von 9 % ist nur ein gradueller. Die gleiche Denkweise führt zu beidem. Aber die Inflationisten bestehen darauf, dass ein bisschen Virus gut für uns ist, etwa wie bei einem Impfstoff … Nach dieser Logik ist eine offizielle Politik von ein bisschen Inflation der Mechanismus, um zu viel Inflation zu verhindern. Ein kurioser Standpunkt.

Zweitens: Inflation ist nichts anderes wie staatlich herbeigeführter Terror, und wir sollten sie auch so behandeln. Sie ist kriminell. Sie lässt uns in Angst leben. Inflation ist nicht nur ein wirtschaftliches Problem, sondern verursacht in jeder Gesellschaft, die sie betrifft, tiefe kulturelle und soziale Krankheiten. Sie erschwert enorm die Geschäftsplanung und das Unternehmertum – die beide auf Gewinn- und Verlustrechnungen auf der Grundlage von Geldpreisen beruhen –und macht sie zudem viel riskanter, was bedeutet, dass wir von beidem weniger bekommen. Wie kann man vernünftig Geldgewinne bemessen, wenn die Einheiten, in der sie bemessen werden, ständig an Wert verlieren? Sie untergräbt die Kapitalakkumulation, den Motor für höhere Produktivität und materiellen Fortschritt. Die Inflation vernichtet also sowohl den vorhandenen als auch den künftigen Wohlstand, der nie entsteht, und somit verschlechtert sie die Welt, in der unsere Kinder und Enkelkinder leben werden. Und sie macht uns im Alter arm und hilfsbedürftig.

Schließlich ist Sparen etwas für Dummköpfe. Die aktuellen Zinssätze für einjährige Termineinlagen liegen unter 3 Prozent, während die Inflation mindestens 9 Prozent beträgt. Sie verlieren also 6 Prozentpunkte, wenn Sie einfach nur stillhalten! Übrigens, das letzte Mal, als der offizielle Verbraucherpreisindex zweistellig war, in den frühen 80er Jahren, brachte eine einjährige Termineinlage 15 Prozent ein. Ich würde gerne Jerome Powells Erklärung hierzu hören. Übrigens, seit Alan Greenspan dieses großartige Experiment von vier Jahrzehnten mit immer niedrigeren Zinssätzen begonnen hat, raten Sie mal, wer davon nicht profitiert hat? Arme Menschen und Kreditnehmer mit geringer Bonität, die immer noch weit über 20 Prozent für ihre Autokredite und Kreditkarten zahlen.

Aber es gibt eine unausgesprochene Wahrheit: Die Inflation macht uns auch zu schlechteren Menschen. Sie korrumpiert uns moralisch. Sie zwingt uns nahezu dazu, den sofortigen Konsum gegenüber der Sparsamkeit vorzuziehen. Ökonomen nennen dies eine hohe Zeitpräferenz, das heißt, wir bevorzugen materiellen Konsum heute zu Lasten von Sparen oder Investieren für das Morgen. Sie bringt uns dazu, mehr Mittel auf Kosten der Zukunft in der Gegenwart zu verbrauchen – das Gegenteil dessen, was alle gesunden Gesellschaften tun. Kapitalakkumulation im Laufe der Zeit, das Ergebnis von Gewinn, Sparen und Investieren, hat uns alle hierher gebracht – in eine Welt mit fast unvorstellbarem materiellem Reichtum um uns herum. Inflationismus kehrt dies um.

Dieser sehr menschliche Impuls, für schlechte Zeiten zu sparen und vielleicht etwas für die Kinder zu hinterlassen, wird damit zunichte gemacht. Inflationismus ist unausweichlich eine menschenfeindliche Politik.

Drittens kann es auch hier zu einer Hyperinflation kommen. Sie wird vielleicht nicht eintreten, und sie wird vielleicht nicht bald eintreten. Aber es könnte durchaus passieren. Und selbst eine gleichmäßige Inflation von 10 Prozent bedeutet, dass sich die Preise etwa alle sieben Jahre verdoppeln. Wir können so tun, als ob die Gesetze der Ökonomie für die führende Supermacht der Welt nicht gelten oder als ob die Reservewährung der Welt vor den Problemen der weniger bedeutenden Länder sicher wäre. Und es ist sicherlich richtig, dass unser Status als Land, das eine Reservewährung herausgibt, uns eine einmalige Stellung verschafft und dass die Welt den Dollar braucht. Regierungen und Industrie verwenden den US-Dollar hauptsächlich, um Öl von den OPEC-Ländern zu kaufen, daher der Begriff „Petrodollar“. Es ist sicherlich richtig, dass Regierungen, Zentralbanken, große multinationale Unternehmen, weltweite Investmentfonds, Staatsfonds und Pensionsfonds jede Menge US-Dollar halten – und damit auf perverse Art und Weise unser Interesse teilen am Erhalt von König Dollar. Es stimmt, dass wir keine simplen historischen Beispiele dafür haben, dass eine Weltreservewährung wie etwa Gold weltweit eine rasche Abwertung erlitten hätte (selbst die spanische Silberabwertung in den Jahren 1500 und 1600 wurde nicht unbedingt durch einen Überfluss an umlaufender Währung verursacht). Wir befinden uns also auf unbekanntem Terrain, vor allem angesichts der fiskalischen und monetären Exzesse der letzten fünfundzwanzig Jahre und insbesondere der letzten zwei Jahre. Das bedeutet aber nur, dass die Ansteckungsgefahr größer und gefährlicher ist. Die ganze Welt kann auf einmal erkranken.

III. Eine Geschichte: Wenn Geld stirbt

Aber wie die meisten von Ihnen inzwischen sicher wissen, können wir das Schiff nicht einfach mit Logik, Fakten und stichhaltigen Argumenten umdrehen oder die Herzen und Köpfe der Menschen gewinnen. Um Einfluss zu gewinnen, brauchen wir Geschichten oder Narrative, wie es heute in den Medien heißt. Wir brauchen emotionale Reaktionen. Deshalb möchte ich eine Geschichte mit viel Pathos vorschlagen, um die Menschen aus ihrer Selbstgefälligkeit aufzurütteln und eine Warnung auszusprechen.

Diese Geschichte lautet „Das Ende des Geldes“, es ist Adam Fergussons brillanter, warnender Bericht über die Hyperinflation im Deutschland der Weimarer Zeit. Es ist die Geschichte, die die Amerikaner heute unbedingt hören müssen.

Fergussons Buch sollte den Zentralbankern zur Kenntnis gebracht werden (wir fragen uns, wie viele von ihnen es kennen). Es ist kein Buch über Wirtschaftspolitik an sich – es ist eine Geschichte, eine historische Darstellung der Torheit und Selbstverherrlichung deutscher Politiker und Bürokraten. Es ist die Geschichte einer Katastrophe, die von Menschen verursacht wurde, die sich einbildeten, sie könnten die Märkte durch geldpolitische Maßnahmen überwinden. Es ist eine Erinnerung daran, dass Krieg und Inflation untrennbar miteinander verbunden sind, dass die Kriegsfinanzierung Nationen in die wirtschaftliche Katastrophe führt und den Boden für autoritäre Kriegstreiberei bereitet. Wir sind der Meinung, dass Versailles und die Reparationen die Voraussetzungen für Hitlers Aufstieg geschaffen haben, aber ohne die frühere Aufhebung der Goldreservepflicht in Höhe von einem Drittel durch die Reichsbank im Jahr 1914 wäre Deutschland wohl kaum zu einer dominierenden europäischen Militärmacht geworden. Ohne die Inflationierung wäre Hitler vielleicht nur eine Fußnote gewesen.

Vor allem aber ist „Das Ende des Geldes“ eine Geschichte der Entbehrungen und der Erniedrigung. Nicht nur für Deutsche, sondern auch für Österreicher und Ungarn, die in den 1910er und 20er Jahren mit ihren eigenen politischen Umwälzungen und Währungskrisen zu kämpfen hatten. In einem besonders ergreifenden Kapitel beschreibt Fergusson die Mühen einer Wiener Witwe namens Anna Eisenmenger. Ein Freund von mir, @popeofcapitalism auf Twitter, schickte mir ihr Tagebuch von Amazon.

Die Geschichte beginnt mit ihrem komfortablen Leben als Frau eines Arztes und Mutter einer wunderbaren Tochter und dreier Söhne. Sie sind begabt, kultiviert, musikalisch und gehören zur oberen Mittelschicht. Sie verkehren sogar mit Erzherzog Franz Ferdinand und seiner Frau, der Herzogin von Hohenberg.

Doch im Mai 1914 wird ihr glückliches Leben erschüttert. Ferdinand wird in Sarajewo ermordet und der Krieg bricht aus. Kriege kosten Geld, und der Goldstandard, den Österreich-Ungarn klugerweise 1892 eingeführt hatte, wird beinahe augenblicklich als Hindernis wahrgenommen. Also beginnt die Regierung in vorhersehbarer Art und Weise, Kriegsanleihen in großer Zahl auszugeben, und die Zentralbank wirft die Druckerpresse an. Dies führt dazu, dass die Preise allein in den Kriegsjahren um das Sechzehnfache anstiegen.

Aber auch abgesehen vom Krieg selbst sind die menschlichen Auswirkungen katastrophal.

Frau Eisenmenger hat mehr Glück als die meisten Wienerinnen. Sie besitzt kleine Anlagen, die ein bescheidenes, in Kronen fixiertes Einkommen abwerfen. Ihr Bankier drängt sie ohne viel Aufhebens, alle Gelder sofort in Schweizer Franken umzutauschen. Sie zögert, denn der Handel mit Fremdwährungen ist mittlerweile illegal geworden. Aber bald merkt sie, dass er Recht hatte. Wahrscheinlich gibt es hier eine Lektion für uns alle zu lernen!

Im Laufe des Krieges ist sie gezwungen, auf den Schwarzmarkt zu gehen und ihr Vermögen zu verpfänden, um Lebensmittel für ihre kriegsgeschädigten Kinder zu beschaffen. Ihre Währung und ihre österreichischen Anleihen werden fast wertlos. Sie tauscht die goldene Uhr ihres Mannes gegen Kartoffeln und Kohle ein. Die Abwärtsspirale ihres Lebens, die von Hunger und dem Horten von allem, was einen realen Wert hat, geprägt ist, dreht sich so schnell, dass sie kaum Zeit hat, sich darauf einzustellen.

Doch die Misere endet nicht mit dem Ende des Krieges. Im Gegenteil, der Vertrag von Saint-Germain von 1919 leitet eine Phase der Hyperinflation ein: Die Geldmenge steigt von 12 auf 30 Milliarden Kronen im Jahr 1920 und auf etwa 147 Milliarden Kronen Ende 1921 (klingt das übrigens nicht nach Amerika 2020?). Im August 1922 sind die Verbraucherpreise vierzehntausendmal höher als vor Kriegsbeginn acht Jahre zuvor.

In nur wenigen Jahren erlebt sie unzählige Tragödien, die durch Entbehrungen, Kälte und Hunger noch verschlimmert werden. Ihr Mann stirbt. Ihre Tochter erkrankt an Tuberkulose und stirbt, so dass Frau Eisenmenger sich um ihre Tochter im Kleinkindalter und ihren kleinen Sohn kümmern muss. Ein Sohn wird im Krieg vermisst, ein Sohn erblindet, und ihr Schwiegersohn wird durch den Verlust beider Beine zum Krüppel. Lebensmittel und Kohle sind rationiert, so dass ihre Wohnung eine elende Behausung ist, und sie ist gezwungen, Durchsuchungen der „Lebensmittelpolizei“ auszuweichen, die nach illegalen Vorräten sucht. Schließlich wird sie von ihrem eigenen kommunistischen Sohn Karl in einem Wutanfall in die Lunge geschossen.

Es gibt einen eindringlichen und historisch korrekten Stummfilm über die Verhältnisse im Wien dieser Zeit mit dem Titel „Die freudlose Straße“, in dem eine junge Greta Garbo die Hauptrolle spielt. Die von ihr gespielte Figur sieht, wie sich alles um sie herum verschlechtert; sogar ihr Vater schlägt sie mit seinem Stock, wenn sie ohne Essen nach Hause kommt. Einst freundliche Nachbarn werden misstrauisch gegenüber den Brot- und Käsevorräten der anderen, während die Prostitution überhandnimmt. Wütende Menschen drängeln sich in der Schlange und warten darauf, dass der Metzger öffnet; wenn er es tut, erhalten nur die attraktivsten Frauen die an diesem Tag verfügbaren Fleischreste. Schlägereien sind an der Tagesordnung. Hungernde Kinder betteln vor Restaurants und Cafés wie streunende Hunde um Essen. Alles Vertraute und Schöne in der Gesellschaft wird scheinbar über Nacht entwürdigt und kommt herunter.

Wie in einem Stephen King-Horrorfilm verwandelt sich etwas sehr Vertrautes in einen fremden und bedrohlichen Ort. Ihre Nachbarschaft erscheint in einem anderen Licht. Menschen, die man zu kennen glaubte, werden zu bösartigen Fremden. Die Suche nach Sündenböcken, Ausspionieren und Denunzieren sind an der Tagesordnung.

Kommt Ihnen das bekannt vor, vor allem nach Bidens makabrer Rede von neulich Abend?

Wenn also das nächste Mal einer dieser Soziopathen der politischen Nomenklatura ein paar Billionen mehr ausgeben will, um einen Grünen New Deal oder einen Krieg mit China oder kostenlose Collegebesuche zu finanzieren, denken Sie an die Geschichte von Frau Eisenmenger.

IV. Die Lehren für heute

Wie können wir diese düstere historische Lektion aus der Weimarer Zeit auf das heutige Amerika anwenden? Wie können wir diese Geschichte erzählen?

Zunächst erklären wir den Inflationismus mit seinen menschlichen Auswirkungen, um ihn zu personalisieren und zu entlarven. Wir machen die Geldpolitik lebendig und unmittelbar, nicht langweilig und trocken und technokratisch. Auch hier gibt es eine enorme moralische und zivilisatorische Komponente in der Geldpolitik. Inflation schadet nicht nur unserer Wirtschaft, sie macht uns zu schlechteren Menschen: verschwenderisch, kurzsichtig, faul und ohne Rücksicht auf künftige Generationen. Professor Guido Hülsmann hat speziell hierüber ein Buch geschrieben. Es heißt „Die Ethik der Geldproduktion“. Dies ist vielleicht die größte unerzählte Geschichte im heutigen Amerika: die Geschichte, wie die Fed nicht nur unsere Wirtschaft grundlegend von der Produktion auf den Konsum umgestellt hat, sondern auch, was dies mit uns als Menschen gemacht hat. Lassen Sie nicht zu, dass sich solche Akteure hinter einer komplexen Federal-Reserve-Struktur verschanzen, sondern lassen sie uns die simple Realität aussprechen: Geldpolitik ist nichts anderes als krimineller Diebstahl an zukünftigen Generationen, an Sparern und an den ärmsten Amerikanern, die am weitesten vom Geldhahn entfernt sind. Die Vorstellung, dass halbwegs intelligente Laien die Geldpolitik nicht verstehen können, dass sie zu wichtig und komplex wäre, um von irgendjemand anderem als den Experten verstanden zu werden, ist Unsinn. Wir sollten sie entlarven.

[wir] sollten … die absurde Vorstellung, dass „Politik“ uns reicher machen könnte, der Lächerlichkeit preisgeben.

Zweitens sollten wir die absurde Vorstellung, dass „Politik“ uns reicher machen könnte, der Lächerlichkeit überführen. Mehr Waren und Dienstleistungen, die dank Kapitalinvestitionen mehr und effizienter produziert werden und dadurch für zurückgehende Preise sorgen, das macht uns reicher. Das ist der einzige Weg. Nicht durch gesetzgeberische oder geldpolitische Verordnungen.

Deshalb sollten wir die Ideen von „politischer öffentlicher Ordnung“ und insbesondere von „Geldpolitik“ bekämpfen. Inflationismus schafft eine Fake-Wirtschaft, eine „Scheinwirtschaft“, wie Axios es kürzlich formulierte. Eine Scheinwirtschaft ist auf ein gewaltiges Maß an fortlaufenden fiskalischen und monetären Interventionen angewiesen. Wir nennen das zwar einfach „Finanzialisierung“, aber wir alle haben das Gefühl, dass unser Wohlstand nur geliehen ist. Wir alle spüren es. Die Kapitalmärkte sind im Niedergang: Eine Menge Geld bewegt sich, ohne dass für irgendjemanden Wert geschaffen wird. Unternehmen müssen keine Gewinne machen oder Dividenden zahlen; alles, was für die Aktionäre zählt, ist der Verkauf ihrer Aktien mit Gewinn. Es braucht immer einen neuen Ponzi-Käufer. Aber wir wissen intuitiv, dass dies nicht richtig sein kann: Denken Sie an ein Restaurant oder eine Textil-Reinigung, die jahrelang ohne Gewinn gearbeitet haben, in der Hoffnung, sie Jahre oder Jahrzehnte später mit Gewinn zu verkaufen. Nur die verzerrten Anreize, die durch die Inflation geschaffen werden, machen ein solches Denken überhaupt möglich. Also weg mit der „Politik“ – was wir brauchen, ist gesundes Geld!

Schließlich sollten wir keine Angst haben, der Übertreibung oder des Alarmismus bezichtigt zu werden. Ich möchte Sie Folgendes fragen: Was passiert, wenn wir uns irren, und was passiert, wenn die sich irren? Was „die“, das heißt die Zentralbanker und die nationalen Finanzministerien, tun, ist ungeheuerlich. Fake-Geld ist unendlich, echte Ressourcen sind es nicht. Eine Hyperinflation mag vielleicht nicht unmittelbar oder demnächst vor der Tür stehen; niemand kann so etwas vorhersagen. Aber irgendwann muss die US-Wirtschaft ein echtes organisches Wachstum schaffen, wenn wir den Lebensstandard aufrechterhalten und eine hässliche inflationäre Realität vermeiden wollen. Keine noch so große geld- oder fiskalpolitische Maßnahme kann Kapitalakkumulation und eine höhere Produktivität ersetzen. Mehr Geld und Kredite sind kein Ersatz für mehr, bessere und günstigere Waren und Dienstleistungen. Politisches Geld kann nicht funktionieren, und wir sollten uns nie davor scheuen, es von Grund auf zu bekämpfen. Wir brauchen privates Geld, das einzige Geld, das immun ist gegen den unausweichlichen politischen Anreiz, jetzt für etwas zu stimmen und später dafür zu bezahlen. Wenn das radikal ist, dann soll es so sein.

Die Geschichte zeigt uns, wie Geld stirbt. Ja, es kann auch hier so weit kommen. Nur ein Narr kann dies ignorieren.

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Dieser Artikel erschien ursprünglich auf der Homepage des Mises Institute Auburn, Alabama (USA), unter dem Titel Inflation: State-Sponsored Terrorism. Ins Deutsche übersetzt von Florian Senne.

Jeff Deist ist Präsident des Mises Institute, Auburn, Alabama (USA). Er war mehrere Jahre Berater von Ron Paul, sowie Fachanwalt für Steuerrecht, spezialisiert im Bereich „Mergers and Acquistions“. Er war Ron Pauls Stabschef während der Wahl im Jahr 2012 und dessen Kongress-Pressesekretär in den Jahren 2000 bis 2006.

Beitragsfoto Jeff Deist: Mises.org

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Hinweis: Die Inhalte der Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Ludwig von Mises Instituts Deutschland wieder.

Titel-Foto: Adobe Stock.

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