Wer sich nicht selbst befiehlt, bleibt Knecht

11. Dezember 2020 – 2020, Marxismus reloaded: Karl Marx stellte Staatszwang über eigenständige Menschen – so wie unsere Regierungen heute.

von Claudio Grass

Claudio Grass

Was wir während dieser „Corona-Krise“ erleben, erinnert im Grundsatz an die vergangenen „Kulturrevolutionen“. Es ist der Versuch, uns in die Zeit vor der Aufklärung zurückzuwerfen und die Werte des Individualismus erneut durch den zerstörerischen Kollektivismus zu ersetzen.

Der Staat degradiert den Bürger zum „Mittel zum Zweck“ und spricht ihm seine Mündigkeit als einzelner Mensch ab.

Die US-Freiheitsikone Ron Paul schrieb zu Beginn dieser „Plandemie“ Folgendes:

„Regierungen haben weder das Recht noch die Autorität, uns zu sagen, welche Geschäfte oder andere Aktivitäten ‚wesentlich‘ sind. Nur in totalitären Staaten beansprucht die Regierung diese Autorität.“

„Wir sollten all diejenigen ermutigen, die friedlich aufstehen und von ihren gewählten Repräsentanten Rechenschaft verlangen. Sie sollten damit nicht ungestraft davonkommen.“

Unsere freiheitlich-liberale Gesellschaftsordnung beruht auf der Erkenntnis, dass der Mensch das unverhandelbare Eigentum an seinem Körper und Geist besitzt.

Nicht ein Kollektiv, sondern das Individuum entscheidet über sein Leben. Denn wenn ihm der Selbstbesitz nicht gestattet ist, gibt es in den Worten des Sozialphilosophen Hans-Hermann Hoppe lediglich zwei weitere Möglichkeiten:

Entweder die kommunistische eines universellen und gleichen Eigentums am anderen, oder die mit Eigentum einer Gruppe an einer anderen, somit ein System der Herrschaft einer Klasse über eine andere.

Weitere Alternativen gibt es nicht.

Die westliche Kultur beruht auf dem Verständnis, dass der Mensch im Gegensatz zum Tier über die Gabe der Vernunft verfügt. Zudem ist der Mensch in Freiheit geboren, und sofern er kein Zwang oder Gewalt (mit Ausnahme der Selbstverteidigung) gegenüber anderen anwendet, hat er das Recht, in Ruhe gelassen zu werden.

Der klassische Liberalismus definiert Freiheit als die Abwesenheit von Verletzungen der Person oder des Eigentums eines Menschen durch einen anderen. Zudem existiert das Bewusstsein, dass man alle Rechte in Form einer Argumentation vertreten können muss.

Dies setzt voraus, dass der Argumentierende sich selbst besitzt, denn sonst gäbe es kein handelndes Ich.

Niemand kann somit die Aussage „Es gibt privates Eigentum, und jeder Mensch ist ein Selbstbesitzer“ bestreiten, ohne sich in Widersprüche zu verwickeln.

Was recht und unrecht ist, hängt somit nicht von der menschlichen Willkür ab, sondern bestimmt sich nach objektiven (natürlichen) Sachverhalten, die die menschliche Vernunft ergründen kann.

Nehmen wir als Beispiel die kollektive Maskenpflicht. Wenn ich einem gesunden Menschen, gegen seinen Willen, eine Maske aufzwinge, so ist diese Handlung unrecht, und zwar völlig unabhängig davon, ob ich gerne hätte, dass sie recht sei.

Ich mag alle anderen Menschen von der Richtigkeit meines Tuns überzeugen. Ich mag eine Abstimmung organisieren, in der mir alle beipflichten. Dennoch ist meine Tat unrecht. Sie ist unrecht, auch wenn alle Menschen meinen oder phantasieren, sie sei recht. (vgl. J. G. Hülsmann)

Derjenige, der bewusst respektive eigenständig denkend durchs Leben geht, erkennt, dass unsere politischen und wirtschaftlichen Systeme erneut durch marxistisch-zentralistische Thesen korrumpiert wurden und zwangsläufig das Kollektiv über den Einzelnen stellen.

Marx und seine Glaubensbrüder verabscheuten natürliche Autorität, die Menschen zur freiwilligen Annahme eigener Vorschläge bewegt. Sie ersetzten diese durch willkürliche Macht.

Marx und seine kollektivistischen Glaubensanhänger stehen für die Herrschaft des Menschen über den Menschen.

Als „fremdfinanzierter Intellektueller“, der nie für den eigenen Unterhalt in der Privatwirtschaft gearbeitet hatte, sah er nur zwei Klassen von Menschen und kaschierte seine Machtgier und sein „Anmaßen von Wissen“ hinter dem Etikette eines „Gutmenschen“.

Marx und seine Anhänger versprechen, den Himmel auf Erden zu erschaffen, das Paradies durch Menschenhand geformt.

Doch der wundervollen Dinge nicht genug, sie propagieren zudem Sicherheit im Tausch gegen Freiheit.

Das süße Versprechen, ein Leben ohne Risiken zu führen im Austausch gegen die lästige Eigenverantwortung und individuelle Selbstbestimmung, ist es, was sie anzubieten haben.

Dies sind die pseudo-philosophischen Grundsätze, die bewusst oder unbewusst den Diktaturen des 20. Jahrhunderts und, wie es scheint, erneut des 21. Jahrhunderts zugrunde liegen.

Es ist die daraus resultierende Selbstüberschätzung, wonach sich manch einer aufgrund seiner „Weisheit“ befähigt sieht, an Stelle Gottes auf Erden zu schalten und zu walten.

Deshalb gilt es, die Perspektive der Angst zu überwinden und Corona in einem größeren Kontext zu sehen.

Wie wahrscheinlich ist es, dass wir unsere Rechte und Freiheiten, die wir „vorübergehend“ an Regierungen und Institutionen abtreten, jemals wieder zurückbekommen?

Die Geschichte zeigt, dass „Notfall“-Beschränkungen und -Konzessionen auch noch lange nach dem Ende der Krise bestehen bleiben und zu einer dauerhaften Tatsache werden können.

Wir sehen bereits heute, wie dieser Prozess Gestalt annimmt. Die „gesalbten Technokraten“ des World Economic Forum (WEF) propagieren einen „Great Reset“ (Video Juni 2020) und haben Vorschläge für „Immunitätspässe“ und „Digitale IDs“ eingebracht.

Sie fordern eine Totalüberwachung zum „Wohle aller“, um sicherzustellen, dass „soziale Distanzierung und Selbstisolation“ Teil der neuen Normalität sein wird.

Wenn diese irrwitzigen Ideen nicht gestoppt werden, können Regierungen und Bürokraten jederzeit Geschäfte schließen.

Der Mensch wird zu einem Algorithmus, während datengesteuerte Bewertungssysteme sein Leben dominieren und ihn jederzeit willkürlich dominieren.

Unter solchen Umständen können nur staatlich geformte oder privilegierte Großkonzerne, die sogenannten „Too big to fail“, überleben. Für private Unternehmer wie Laden- oder Restaurantbesitzer oder KMUs wird es das Ende sein.

Dies ebnet den Weg für die Abschaffung von Privateigentum und der vollständigen Verstaatlichung. Das „Heilmittel“ wird uns in Form der Einführung des „Bedingungslosen Grundeinkommens“ verkauft, welches auf den betrügerischen und totalitären Prinzipien der marxistischen „Modern Monetary Theory“ (MMT) beruht.

Die staatliche Zwangsagenda führt gleichzeitig zu einem nicht zu unterschätzenden Misstrauensverlust innerhalb der Gesellschaft, da menschliche Nähe als Gesundheitsrisiko propagiert wird.

Diese Form von „Social engineering“ dient wie einst im Kommunismus der Zerschlagung von horizontalen Beziehungen. Eine freie Gesellschaft kann nur existieren, wo Vertrauen unter den Menschen herrscht.

Die willkürliche weltweite Abriegelung und die erzwungene Einschränkung des freien Personen-, Waren- und Dienstleistungsverkehrs hat bereits große Teile der Weltwirtschaft und der internationalen Arbeitsteilung zerstört.

In der Praxis werden diese schädlichen Maßnahmen, die einzig auf der „Anmaßung von Wissen“ beruhen, bald zu einem massiv tieferen Lebensstandard führen.

War wir nun brauchen, sind offene und freie Debatten und Gespräche. Wirklich wünschenswert ist ein Wettbewerb der Ideen anstelle der Denkverbote des Marxismus.

Es war der Individualismus, der zum Sturz autokratischer Regierungen führte. Freihandel und private Initiative bildeten die Basis für technische Verbesserungen und führten zu einem beispiellosen Anstieg des Lebensstandards. (Der Freihandel) ersetzte Aberglaube durch Aufklärung (Ludwig von Mises).

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Dieser Beitrag ist zuerst erschienen auf insideparadeplatz.ch.

Claudio Grass ist unabhängiger Edelmetallberater und Publizist in der Schweiz und hilft weltweiten institutionellen und privaten Anlegern, massgeschneiderte Lösungen im Bereich Kauf, Verkauf und Lagerung von physischen Edelmetallen zusammenzustellen. Dank seiner langjährigen Erfahrung verfügt er über ein ausgewähltes Netzwerk von Partnern in der Schweiz und Liechtenstein, welche Metalle nur unter direktem und uneingeschränkten Eigentum des Kunden ausserhalb des traditionellen Bankensystems einlagern. Er ist ebenfalls Botschafter des Mises Institutes in Auburne, Alabama. claudiograss.ch

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Hinweis: Die Inhalte der Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Ludwig von Mises Institut Deutschland wieder.

Foto: Adobe Stock

 

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