Geschichte des Kommunismus

10. August 2020 – Der nachstehende Auszug ist das Schlusskapitel aus dem Buch „Geschichte des Communismus“ von Alfred Sudre, französischer Rechtsanwalt und Ökonom. Das Werk wurde im November 1848 veröffentlicht – also kurz nachdem das „Manifest der Kommunistischen Partei“ von Karl Marx und Friedrich Engels im Februar 1848 veröffentlicht wurde. Sudre erwähnt das kommunistische Manifest in seiner Geschichte des Kommunismus jedoch nicht. Der hier dargestellte Auszug ist der 1882 erschienenen deutschen Übersetzung von Otto Wenzel entnommen. Daneben existieren eine spanische und eine katalanische Übersetzung, eine englische Übersetzung existiert nicht. Von Lord Acton ist bekannt, dass er über zwei Ausgaben verfügte. Das Buch wurde bei seiner Erscheinung mehrfach aufgelegt und durch die Académie française mit dem Prix Montyon ausgezeichnet.

Über Sudre selbst ist nur wenig bekannt. Er soll 1820 in Paris geboren worden sein und ist wohl 1898 verstorben. Er wirkte an der französischen Revolution von 1848 mit und verstand sein Buch als eine Warnung an die neu gegründete 2. Republik. Bei Sudres Werk handelt es sich wohl um die erste systematische, geschichtliche Zusammenfassung über den Sozialismus überhaupt. Es fasst die geistesgeschichtliche Entwicklung des Sozialismus zusammen und veranschaulicht dessen inhärenten Tendenzen aus einer Zeit vor Marx, dem heutigen omnipräsenten Übervater des Sozialismus. Marx Rolle wird somit zu einem Mosaiksteinchen in der brutalen Geschichte des Sozialismus.

Wer mit dem Werk „Der Todestrieb in der Geschichte“ (1975) des russischen Mathematikers Igor Schafarewitsch (1923-2017) vertraut ist, wird selbst in diesen kurzen Schlussbemerkungen viele Parallelen zu der historischen Aufzählung bei Schafarewitsch erkennen. Schafarewitsch selbst hat in seinem Buch Sudre nicht zitiert, es ist also davon auszugehen, dass dem 2017 Verstorbenen das Werk nicht bekannt war. George Watson stellt in seinem Werk „The Lost Literature of Socialism“ die These auf, dass kritische Literatur zum Sozialismus in regelmäßigen Abständen entsteht, aufblüht, verschwindet und nach wenigen Jahrzehnten einer neuer Zirkel beginnt, ohne dass sich die Autoren über die Werke ihrer geistigen Vorfahren bewusst sind. Ironischerweise führt Watson in seinem 1998 erstmals veröffentlichten Werk und in der überarbeiteten Version von 2010 Schafarewitsch selbst auch nicht auf. Umso wichtiger erscheint es, Sudres „Geschichte des Communismus“ als zeithistorisches Dokument wieder aus der Versenkung hervorzuholen und sich bewusst zu werden, dass der Sozialismus eine Plage ist, die die Menschheit schon länger in unterschiedlichsten Facetten heimsucht, und noch wichtiger, dass der geistige Kampf gegen diese Menschheitsgeisel immer wieder geführt werden muss.

Arno Stöcker

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Wir haben die Geschichte der hauptsächlichsten Manifestationen des Communismus geschildert, seine Thaten und Ideen verfolgt. In Creta und Lacedemon [Lakedaimonier, antikes Synonym für die Spartaner, A. d. V.], in den mönchischen Orden und den mährischen Verbrüderungen, in den Millionen Paraguay´s und bei den Wiedertäufern des 16. Jahrhunderts sahen wir abwechselnd die Verschmelzung des Communimus mit dem Princip der Vaterlandsliebe, der Ascese und dem religiösen Enthusiasmus versucht. Wir haben gesehen, wie Plato die Keime der communistischen Theorie, wie sie in den Gesetzen des Minos und der Verfassung von Lacedemon niedergelegt waren, entwickelte und der Nachwelt jene verhängnißvolle Erbschaft vermachte, die von den ersten Gnostikern und Sophisten Alexandria’s angetreten, bis auf die kühnen Geister unserer Zeiten gekommen ist.

Morus, Campanella, Morelly, Mably, Babeuf und seine Genossen entrollen vor unseren Augen ihre Pläne zur Organisation der Gütergemeinschaft. Endlich haben wir uns bemüht, das innige der Verhältniß zu bezeichnen, welches die modernen Utopien mit dem alten Irrthum des Communismus verknüpft.

Betrachten wir noch einmal die ernsten Lehren, die uns die Geschichte dieser Ereignisse und Doctrinen an die Hand gibt. Wenn es einen Punct gibt, über welchen die Resultate des Denkens und die Autorität der Beispiele übereinstimmt, so ist es die unvermeidliche Beziehung einer Uebertreibung des Princips der Gleichheit zum Communismus. Die Gütergemeinschaft ist die Schlußfolgerung, zu der eine unerbittliche Logik die philosophischen Doctrinäre, die religiösen Secten und politischen Parteien getrieben hat, welche die absolute Gleichheit der Verhältnisse und Genüsse zum Ausgangspunct nahmen und die Schranken der Gleichheit der Rechte, der Gleichheit vor dem Gesetze überschritten. Das ist der Weg, den Lycurg und Plato, Morus und Campanella, Morelly, Mably, Owen und Louis Blanc gegangen, das der verhängnißvolle Abgrund, in den die Carpocraten und Wiedertäufer, die das Dogma der religiösen Gleichheit in das Reich der materiellen Thatsachen überzuführen versuchten, gestürzt sind, das ist endlich der Endpunct, bei dem die Bergpartei von 1793 ankam, die in der communistischen Verschwörung der Gleichen ihr schauderhaftes Ende erreichte.

Der Grundirrthum dieser Lehren und Secten besteht in der Aufopferung der Freiheit zu Gunsten der Gleichheit. Dieser Irrthum zeigte sich erst neulich in seiner ganzen Schärfe, als die Ultrademokraten aus dem Wahlspruch der Republik das Wort Gleichheit vertilgten, um es durch die Solidarität zu ersetzen. Dies heißt die innige Beziehung, welche die Idee der Gleichheit mit der Freiheit verknüpft, verkennen, dies heißt geradezu die menschliche Natur verkennen. In moralischer Hinsicht ist der Begriff der Gleichheit dem der Freiheit keineswegs vorausgehend, er ist im Gegentheil seine Consequenz und sein Correlat. Richtet der Mensch sein Denken und Sinnen auf sein eigenes Wesen, so findet er in sich energische Triebe, die sich unwiderstehlich zu entwickeln und zu entfalten bestrebt sind. Steigt er in die Tiefe seines Bewußtseins, so entdeckt er eine selbstthätige und autonome Kraft, einen unabhängigen Willen, er fühlt und nennt sich thätig, frei und verantwortlich. Er begreift, daß diese Thätigkeit nicht gefesselt, diese Freiheit nicht auf sein Inneres beschränkt, diese Verantwortlichkeit nicht durch Knechtschaft vernichtet werden darf. Er strebt daher, nach Außen hin jene wesentlichen Attribute seiner Natur zu entfalten, er sieht in ihrer Existenz die Offenbarung eines Rechts, er bäumt sich gegen die Hindernisse, welche die Willkür seiner Ausübung entgegenstellt. Frei in den Augen der Psychologie und der Moral, will er auch frei sein im politischen Leben. Die Freiheit ist also das erste seiner Rechte, dessen Schutz er vor Allem von der Gesellschaft verlangt. Dieses Recht ist aber ein gleiches für Alle, Niemand kann dessen beraubt werden zum Vortheil eines Anderen. Hieraus entspringt der Begriff der politischen Gleichheit, der dem der Freiheit wesentlich subordiniert ist. So aufgefaßt, sichert die Gleichheit der Rechte, die Gleichheit vor dem Gesetze nur die Freiheit eines Jeden, die volle und ganze Entfaltung seiner Fähigkeiten. Sie will nicht die natürlichen Ungleichheiten dieser Fähigkeiten in den verschiedenen Individuen corrigiren und beseitigen, nein, sie begünstigt gerade die Entwicklung derselben und erlaubt einem Jedem, sich nach seinem Werthe seinem Platz in der Gesellschaft zu suchen.

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Die glänzendsten und bedeutendsten Manifestationen der Freiheit und des menschlichen Willens sind nun das Eigenthum und die Bildung der Familie. Das erste, die Furcht der Occupation und der Arbeit, constatiert die Herrschaft seiner Intelligenz über die todte Materie, die zweite befriedigt die natürlichen Regungen seines Herzens. Aus der Familie und dem Recht zu disponiren, welches das Wesen und der Kern des Eigenthums ist, entspringt das Erbrecht. Alles in dieser Ordnung der Thatsachen ist cosequent und logisch. Die productive Thätigkeit, angespornt durch den Sinn für das individuelle Eigentum und die Familie, triumphirt über die Kargheit der Natur, und die Gesellschaft erhebt sich in steigendem Fortschritt zu Wohlstand und Bildung.

Isolirt man dagegen die Idee der Gleichheit von der der Freiheit, hält man die Gleichheit für das Endziel der socialen Ordnung, während sie doch nur das Mittel zum Zweck ist, dann wird man zu einer Reihe verhängnißvoller Consequenzen genöthigt, man verliert sich im Labyrinthe der Widersprüche. Die Negative des Eigenthums, die sich am Anfang des Systems befindet, zeigt sich offener und gehässiger in all‘ seinen Entwicklungen, überall tritt eine zügellose Willkür zu Tage. Zuerst sind es die Verbote und Beschränkungen der Ansammlung von Reichthümern, Maxima, progressive und Luxussteuern ohne Schranke und Norm, ein absolutes Recht des Staats an dem Vermögen der Individuen, die Verpflichtung der Gesellschaft, ihren Mitgliedern Kapital und Arbeit zu gewähren. Bald zeigt sich die Ohnmacht dieser Mittel, und die Vernichtung des individuellen Eigenthums und der Familie erscheint als die nothwendige Vorbedingung der Gleichheit. Das Opfer der Freiheit ist dann vollbracht. Der Mensch gehört mit Leib und Seele jener Abstraction, die man Staat nennt, und wird der Sclave eines unbeugsamen Gesetzes, dessen Despotismus nothwendig sein Ende in der tyrannischen Herrschaft einiger weniger zu finden bestimmt ist.

Die Anhänger der absoluten Gleichheit können sich auch nicht verhehlen, daß all‘ jene Ungleichheiten, die die Natur selbst geschaffen zu haben scheint, das Thun und Lassen der Menschheit beherrschen: Ungleichheiten der physischen Kraft und Geschicklichkeit, Ungleichheiten der Intelligenz, des Muthes, der Energie und der Ausdauer. Sie bemühen sich deshalb, diese Thatsache abzuschwächen und zu leugnen, sie behaupten, daß in Wahrheit nur Verschiedenheiten der Fähigkeiten und Neigungen existiren, daß alle Functionen einen gleichen Werth in der Gesellschaft besitzen, und daß die Ursache der offenbaren Ungleichheiten nicht in der Natur, sondern der Erziehung zu suchen ist. Auch wollen sie, daß der Staat sich der Kinder von ihrer Geburt an bemächtige, sie einer gleichen Erziehung unterwerfe, ihr Herz und ihren Verstand nach einer einförmigen Schablone zurechtschneide.

„So ist der Staat“, sagt de Lamenais, „absoluter Herrscher über Geist und Körper der Individuen. Intelligenz und Gewissen, Alles hängt von ihm ab, Alles ist seinem Gebot unterworfen. Keine Familie mehr, keine Vaterschaft, keine Ehe. Es gibt nur Männer, Weiber und Kinder, welche der Staat lenkt und leitet, aus denen er physisch und moralisch macht, was er will und kann; nur eine allgemeine und so gewaltigen Knechtschaft, daß Nichts ihr entgeht, daß sie ihren Weg findet bis in die Seele des Menschen.“

Dieses System geistiger Tyrannei erstreckt sich auf jedes Alter. Wie man Gymnasien hat und Lyceen, um die Tugend zu bilden, ebenso wird man auch für das reifere Alter eine officielle Wissenschaft besitzen, Bücher und eine Presse, die ausschließlich von Staatsbeamten redigiert wird; und glücklich noch, wenn man nicht eine allgemeine Verbrennung der Denkmäler der Wissenschaft, der Kunst und Literatur verordnet!

Was die schönen Künste betrifft und die Poesie, die unter anderen Millionen auch die hat, die höchsten Güter der Menschheit, Tugend, Muth, Genie und Schönheit zu verherrlichen, die das Gefühl der Individualität erhebt und erbaut, in denen der Mensch nur gilt durch die Originalität seines Talents, so sind fast alle Communisten und Anhänger der absoluten Gleichheit, einig über ihre Vernichtung. Lycurg verbannte sie aus Sparta, Plato trieb die Poeten aus seiner Republik, Babeuf und seine Genossen opferten alle Künste auf dem Altare der Gleichheit.

Durch die Vernichtung des individuellen Interesses, der zarten Fürsorge des Vaters, der Hoffnung eines jeden Individuums, sich durch die Arbeit und Energie eine würdigere Stellung zu erwerben und die Zukunft seiner Nachkommen zu sichern, müssen freilich die Utopisten gestehen, daß sie damit die energischste Triebfeder der menschlichen Thätigkeit zerstört und der Industrie ihren belebenden Nerv entzogen haben. Um sie zu ersetzen, greifen sie zu den widersprechendsten Principien. Bald behaupten sie, daß die geschickt organisirte Arbeit an sich Annehmlichkeit genug besitzt, um den Menschen zu bestimmen, sich ihr mit Eifer zu ergeben, bald appelliren sie an das Princip der Pflicht und das Gefühl der Brüderlichkeit und erkennen gerade dadurch an, daß die Arbeit, ihrem Wesen nach wiederstrebend und gemieden, nur von Statten geht unter dem Einfluß eines außer ihr liegend Princips.

Die Utopie ist nicht weniger in Widerspruch mit sich selbst, wenn sie die Verderbtheit der Gesellschaft behauptet und zugleich die angeborene Güte des Menschen, wenn sie gegen den Individualismus eifert und auf der anderen Seite die Leidenschaften und die materiellen Genüsse auf den Thron hebt, wenn sie endlich bald den Despotismus bald die Anarchie proclamirt.

Kurz, wenn alle Systeme, die der Phantasie der Schwärmer ihren Ursprung verdanken, darin einig sind, das individuelle Eigenthum zu verwerfen, die Vortrefflichkeit des Collectiveigenthums und des gemeinsamen Lebens zu preisen, einer unumschränkten Staatsgewalt die Fürsorge für die Vertheilung der Arbeit und der Bedürfnisse des Lebens zu überlassen, wenn sie sämmtlich theils ausdrücklich theils stillschweigend die Beseitigung der Familie verlangen und somit alle beim Communismus ankommen, so sind sie doch uneinig und in Kampf mit einander über die Grenze, die jede Gemeinschaft umschließen muß, und über die Vertheilung der Producte der gemeinsamen Arbeit.

Die Einen wollen ganze Nationen einer einheitlichen und centralisirten Gütergemeinschaft unterwerfen, Andere versuchen die Association in die engen Grenzen eines Phalansteriums zu bannen und eine große Anzahl kleinerer Mittelpuncte für landwirtschaftliche und industrielle Production zu schaffen, von denen ein jeder Eigenthümer des Grund und Bodens, der Gebäude und beweglichen Kapitalien der anderen sein würde.

Die Saint-Simonisten vertheilen die Producte nach der Fähigkeit und der Arbeit, die Phalansterier [allumfassende landwirtschaftliche oder industrielle Produktions- und Wohngenossenschaft mit bis zu 1.620 Mitgliedern. Anm. A. Stöcker], nach dem Kapital, der Arbeit und dem Talent, die Communisten im engeren Sinne huldigen dem Gesetz der Gleichheit, die communistischen Democraten und Louis Blanc an ihrer Spitze wollen die Arbeit vertheilen nach der Fähigkeit und die Producte nach dem Bedürfniß.

So herrscht also Anarchie in dem Lager der Utopie. Ihre Repräsentanten, einig, wenn es gilt zu zerstören und die Gütergemeinschaft zu proclamiren, bekämpfen und befehden sich, wenn es gilt, sie zu organisiren und ihr Gesetze zu geben. Aber die socialistischen Meinungsverschiedenheiten sind nur häretische Abweichungen von der Religion, deren orthodoxe Richtung der reine Communismus vertritt. Die letztere Lehre ist die einzig logische und leicht verständliche; sie allein knüpft an eines jener großen Principien der Moral und Politik, die der Menschengeist begriffen hat, an das der Gleichheit: sie entstellt es allerdings, indem sie es übertreibt, aber von ihm hat sie auch ihrem mächtigen Einfluß.

Alle Socialisten zeigen einen bemerkenswerthen Mangel an Logik, Klarheit und Einfachheit. Man kann sie in drei Klassen eintheilen. Die Einen huldigen dem Princip des Communismus, d.h. der wirklichen Gleichheit, aber sie wollen doch nicht offen die Herrschaft der Gütergemeinschaft, die nur die nothwendige Consequenz der ersteren ist. Sie beschränken sich darauf, Eigenthum und Erbrecht in enge Schranken zu bannen, den Staat zum Herrn der Großindustrie zu machen, das Recht auf Arbeit zu proclamiren und willkürlich fortschreitende Steuern zu verlangen. Das sind die socialistischen Anhänger der Gleichheit, die Ultrademocraten, die Communisten ohne es zu wissen. Sie sind verurtheilt, die Reihe der Consequenzen ihrer Principien zu durchlaufen und beim Communismus zu enden oder doch wenigstens ihm die Wege zu ebnen.

Die Anderen ziehen die Consequenzen des Princips der Gleichheit, d.h. die Abschaffung des individuellen Eigenthums und das gemeinschaftliche Leben, aber in Folge eines ganz sonderbaren Paralogismus weisen sie das Princip selbst zurück und huldigen der Ungleichheit der Vertheilung, geregelt durch absolute Gewalten.

Das sind die Saint-Simonisten, auch noch die Fourieristen, deren Schöpfung in Ansehung des Kaijonnements und der Philosophie vollständig null ist. Sie müssen entweder die Ungleichheit opfern oder die Gütergemeinschaft.

Bereits fangen sie an, diese Nothwendigekeit zu begreifen, von Tag zu Tag nähern sie sich mehr den Reihen der Communisten und Ultrademocraten und den Theorien der absoluten Gleichheit.

Der reine Communismus ist also der Grundpfeiler, auf dem alle Systeme der Utopie beruhen, der Mittelpunct, zu dem eine geheimißvolle Gewalt sie unwiderstehlich hinzieht. Er ist das Resultat, welches ein vernünftiges Denken als richtig erkennt, und das sich in dem Schauspiel der historischen Thatsachen und der Verkettung der Doctrinen bestätigt findet.

Der Communismus, das Resultat, das Band und die Schlußfolgerung aller Utopien ist daher durch die gehässigen Consequenzen, die er nach sich zieht, und deren Nothwendigkeit sich in den Theorien seiner Vertheidiger und in dem Schauspiel der Versuche seiner Verwirklichung manifestiert, unwiderruflich verurtheilt. Vernichtung der persönlichen Freiheit, Unterdrückung der Poesie, der Künste und Wissenschaften, erniedrigender Despotismus und Vermischung aller Stände, das ist die Ausführung der Formel des Communismus, das letzte Wort der Utopie.

Um die Utopie richtig zu beurtheilen, ist es endlich nothwendig, die Rolle, welche sie in der Geschichte der Menschheit und der Entwicklung der Civilisation gespielt hat, etwas näher zu betrachten.

Der Communismus hat sich in vier großen Epochen der Weltgeschichte gezeigt. In Griechenland zur Zeit des Aufblühens der Künste und Wissenschaften, in den ersten Jahrhunderten des Christenthumes, zu Anfang der Reformation des 16. Jahrhunderts, endlich während der französischen Revolution. Creta und Lacedämon, die Karpocraten und Wiedertäufer, Bebeuf und seine Genossen sind in verschiedenen Zeiten seine Vertreter gewesen. Und in jeder dieser Epochen hat der Communismus, weit entfernt, die Entwicklung des menschlichen Geistes und den Forschritt der Civilisation zu fördern, sie stets geschädigt und sich immer durch seine hemmenden und barbarischen Tendenzen bemerklich gemacht.

In Griechenland entwickelte Athen, die Eigenthum schützende Stadt, Schifffahrt und Industrie und vereinigten die Völker durch seinen Handel. Seine Bürger pflegten die Wissenschaften, maßen die Bahn der Gestirne und versenkten sich in die Tiefen philosophischer Speculation. Sie erbauten die Propyläen und den Parthenon, schufen Jupiter und Venus und vertieften sich in die Theorie der Harmonien.

Sparta, das communistische Gemeinwesen, ächtete alle Bequemlichkeiten des Lebens, isolirte sich von der übrigen Menschheit, hatte zu den Völkern keine anderen Beziehungen als die des Kriegs und der Verwüstung, unterjochte die Heloten und zerstörte Mossene [vermutlich Messenien. Anm. A. Stöcker]. Sein Streben ging nur dahin, seine Bürger in den Banden der Unwissenheit, Trägheit und des Aberglaubens zu erhalten. Es erbaute sich zunftlose Hütten, errichtete unförmliche Götterbilder auf rohen Altären und raubte der Lyra mit den Saiten ihren Wohlklang.

Athen erleichterte die Lage der Sclaven, beschützte ihr Leben und näherte sich so schon dem großen Fortschritt, der der Menschheit noch zu thun bevorstand; Sparta verschärfte die Härte der Sclaverei und machte aus seinen Heloten Lastthiere und menschliches Wild.

Während so das Vaterland Zolon´s, als Vertreter des Princips des Eigenthums, dem Denken die Wege eröffnete und der Nachwelt die fruchtbaren Keime seine Wissens, unsterbliche Muster der Kunst und das Vorbild gesitteter Zustände überlieferte, strebte das Volk des Lycurg, im Communismus versunken, danach, die Menschheit in die Finsterniß zu bannen und zur Barbarei zurückzuführen.

Als dann das Christenthum der Welt die göttlichen Lehren der Nächstenliebe und der moralischen Reinheit offenbart hatte, zeigt der Communismus sich wieder in der gleichen Gestalt. Damals hatte sich die Menschheit von dem Joch brutaler Leidenschaften zu befreien, sich aus dem Abgrund von Verkommenheit und Sittenlosigkeit, in den das Heidenthum sie gestürzt hatte, zu erretten. Auch forderte die christliche Religion die Einheit der Ehr, das Verdienst der Jungfräulichkeit und die Abtödtung des Fleiches.

Aber bald errichtete die communistischen Häresie der Gnostiker und Carpocraten Altar gegen Altar, forderte Gemeinschaft der Weiber und überbot selbst das Heidenthum an sittlicher Verkommenheit. Sie lieferte den Feinden des Christenthums willkommene Argumente und seinen Verfolgern gewichtige Anklagen. Indem sie dem Epiphanes, einem ihrer Stifter, einen Cultus weihte, fiel sie in den Götzendienst des Heidenthums zurück.

Im 16. Jahrhunderte vertheidigte Europa den Schatz der christlichen Wahrheiten gegen den siegenden Muhamedanismus in Constantinopel, es betrieb die Abstellung der Mißbräuche, die das Mittelalter in der Kirche gezeitigt hatte, es suchte aus dem Staube der Jahrhunderte die Trümmer des Alterthums und ließ mit Geduld und Genie die Wissenschaft, Kunst und Literatur von Griechenland und Rom von Neuem erstehen, um von diesem Punct aus sich zu neuen Entdeckungen zu erhaben und neue Meisterwerte den alten hinzuzufügen. In politischer Hinsicht protestirten die unterdrückten Völker gegen den Mißbrauch des feudalen Regiments und verlangten für Alle Eigenthum, Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz. Da kam die ewige Utopie, der Communismus, von Neuem zum Vorschein. Als Religion verfällt er in die Verirrungen des Mysticismus und der Extase, er entlehnt dem Muhamedanismus die Polygamie und übertreibt sie bis zur Promiscuität der Geschlechter. Als Moral leugnet er die Verantwortlichkeit des Menschen und nennt ihn sündlos, wenn er nur wiedergewaschen ist im Wasser der neuen Taufe.

Als Politik predigt er die vollständigste Aussaugung des Individuums durch den Staat und einen unerhörten Despotismus. Durch seine Excesse entehrt er die gute Sache der zwölf Artikel, er schleudert die erschreckten Nationen unter das Joch des Absolutismus und der feudalen Herrschaft zurück. In geistiger Beziehung überliefert er die Bibliotheken den Flammen, vernichtet die Manuscripte, die kostbaren Reste des Alterthums, zerbricht die Statuen, vernichtet die Kirchen und preist die Unwissenheit und prophetische Vision.

Während der französischen Revolution vergießt die Utopie, zuerst nur unbestimmt und nebelhaft in dem Halbcommunismus eines Saint-Just und Robespierre enthalten, Ströme von Blut, ohne sich selbst zu verstehen und einen practischen Gedanken zu verfolgen. Sie besudelt und entehrt die Sache der Freiheit und der Democratie, sie kommt schließlich in der Verschwörung des Babeuf beim radicalsten Communismus an, und läßt Europa und Frankreich sich mit Abschau und Schauder von ihren schändlichen Projecten abwenden. Frankreich geht einen Schritt zurück, es opfert die politische Freiheit der Sicherheit der socialen Ordnung, es sucht bei einem glänzenden und organisirenden Despotismus einen Schutz gegen den gehässigen und zerstörenden Despotismus der Utopie.

So ist also die Utopie, der Socialismus, mit einem Wort der Communismus zu allen Zeiten ein Hinderniß des Fortschritts gewesen, zu allen Zeiten hat er den Gang der Civilisation gehemmt und gestört. Die Menschheit ist nicht vorwärts gekommen durch ihn, sondern trotz ihm, sie hat sich entwickelt durch eine fortschreitende Ausbildung des Eigenthums und der Freiheit, der Gleichheit der Rechte und der Gleichheit vor dem Gesetz, durch die successive Vertiefung und Läuterung des Princips der Ehe und Familie, durch die Wissenschaft und Kunst. Der Communismus dagegen ist stets bestrebt gewesen, all‘ diese Elemente des Fortschritts zu vernichten, ihnen den Despotismus, die Gleichheit in der Verkommenheit, Promisecuität und Unwissenehit zu substituiren. Alle großen Umwälzungen haben sich außerhalb seiner Sphäre vollzogen. Die Abschaffung der Sklaverei geschah unter dem Einfluß des Schriftenthums, die Befreiung des menschlichen Gedakens durch die Reformation, durch Galilei, Baco und Descartes, die Beseitigung der feudalen Rechte und der Ungleichheiten des Rechts in der Nacht des vierten August. Diesem erhebenden Schauspiel hat die Utopie nichts anderes entgegenzustellen, als Immoralität, Ruinen und Blut.

Wenn wir uns die Mittel vergegenwärtigen, welche der Communismus gebraucht hat, um sich der politischen Gewalt zu bemächtigen und seine Pläne zu verwirklichen, so reduciren sie sich auf Gewalt, List und Betrug. Lycurg führt sein System ein durch Furcht und Gewalt, die Wiedertäufer verheimlichen zuerst ihre Tendenzen, schleichen sich in Mühlhausen und Münster ein, benutzen den Streit der Katholiken und Protestanten, um festen Fuß in den Städten zu fassen, dann plündern, vertreiben und morden sie Alle, die Widerstand leisten, vergewaltigen die Frauen und überlassen sich allen Ausschweifungen der rohesten Sinnlichkeit. Sie täuschen die Regierung durch eine erheuchelte Reue und benutzen ihre Milde und Vertrauen nur, um einen blutigen Aufstand in Amsterdam zu erregen.

Die Jacobiner verleumden ihre Gegner, treiben sie zu falschen und gefährlichen Maßregeln, drohen und bedrücken, und wenn man ihnen widersteht, schreien die über Tyrannei und Unterdrückung. Sie organisiren den Waffenmord, köpfen ihre Gegner, ermuthigen zur Plünderung, rauben und confisciren. Endlich fallen sie! Im Brairial versuchen sie von Neuem das Repräsentationsrecht der Nation zu verletzen. In den Gefängnissen bereiten sie die Organisation des Communismus vor, und kaum entlassen und auf freiem Fuße, planen sie eine schändliche Verschwörung, um jenem die Herrschaft zu erringen.

Sich eindrängen zwischen die Partei, ihre Spaltungen benutzen, sich durch Ueberraschung oder Handstreich der Gewalt bemächtigen alle Regierungssysteme angreifen, Monarchie oder Republik, Aristocratie oder Democratie, ihre Strenge oder Milde in gleicher Weise als Waffen gegen sie selbst gebrauchen: das sind zu allen Zeiten die Kunstgriffe der utopistischen Partei, des Socialsmus und Communismus gewesen. Was die Gedanken anbetrifft, so hat der Communismus überhaupt keine, er lebt nur von Entlehnungen, er bemächtigt sich der Ideen, welche die Entwicklung der Zivilisation, die auf dem Eigenthume basirt ist, entstehen ließ, um sie zu fälschen und zu entstellen. Im Alterthum lehnt er sich an das Princip der kriegerischen Tüchtigkeit und der politischen Unabhängigkeit, und verdirbt es durch seine Uebertreibungen. Dem Christenthum entlehnt er die Brüderlichkeit und bethätigt sich in Acten der Barbarei; in der Nationalöconomie ergreift er die Idee der Emancipation der Arbeit und der Industrie, um alle Menschen zu Arbeitern und Tagelöhnern zu erniedrigen. Die moderne Philosophie erkennt die Berechtigung des persönlichen Wohlbehagens an; sofort bemächtigt er sich dieser Idee, interpretirt sie auf seine Weise und proclamiert die Emancipation des Fleisches, die Vortrefflichkeit der Leidenschaften und die Heiligkeit des sinnlichen Genusses. Er macht aus dem Menschen ein sinnliches, gefräßiges, und lüsternes Thier, das sich nur wohl fühlt im Schlamm der niedrigsten Wollust.

Auch in unseren Tagen zeigt sich der Communismus seiner Rolle und seinen Gewohnheiten getreu. Wer hindert den Fortschritt der Freiheit in Europa, gibt ihren Feinden gefährliche Waffen und trägt Zweifel und Entmuthigung in die Herzen ihrer alten Vertheidiger? – Die Utopie, der Socialismus, mit einem Worte der Communismus. Wer verstopft die Quellen des Reichthums und lähmt die Kraft der Industrie, jenes Kampfes des Menschen mit der feindlichen Natur? – Der Communismus. Wer hat unsere Straßen mit Blut überschwemmt und unseren Feinden die willkommene Freude bereitet, uns selbst mit eigenen Händen zerfleischen, unsere besten Generale, unsere tapfersten Soldaten opfern zu sehen? – Der Communismus. Kurz, warum schreitet Frankreich unruhig und schwankend, mit der Hand auf seinen Wunden furchtsam vorwärts, wie ein von versteckten Feinden rings umgebener Mensch? – Weil es weiß, daß ein besiegter, aber nicht entwaffneter Gegner es umlauert und umspäht, um aus dem Hinterhalte es zu fassen und ihm den Todesstoß zu versetzen.

So also der politische Fortschritt, die Entwicklung der Industrie und des Reichthums, das Ansehen des Landes nach Außen gehemmt und untergraben durch die Existenz stets drohender Utopien.

Aber was vielleicht noch schmerzlicher ist, das ist die Erkenntniß, daß der gesunde Sinn eines großen Theils der Bevölkerung Gefahr läuft, inmitten der beklagenswerthen Discussionen über die Ziele der Utopie sich zu täuschen und zu trüben. Die Geschichte bietet uns Beispiele eines solchen Niedergangs der Vernunft eines Volkes, die immer ein Anzeichen seines Verfalles oder seiner Auflösung gewesen sind. Der Socialismus droht für uns zu werden, was für die Juden zur Zeit Vespacian´s die Feindschaft der Sadducäer und Pharisäer war, für die Griechen des oströmischen Reichs die Streitigkeiten über das Jota der Homoiusier, für die Athener die unfruchtbaren Kämpfe in der Volksversammlung in Gegenwart Philipp´s. Ist uns vielleicht ein ähnliches Schicksal bestimmt? Soll Frankreich, der älteste Sprößling des Christenthums, die Mutter der modernen Zivilisation, sich auflösen und zu Grunde gehen inmitten der eigenthumsfeindlichen Wortgefechte, der socialistischen Anarchie und der Verirrungen des Communismus? Man könnte es fürchten Angesichts der Hartnäckigkeit der falschen Lehren, des Widerstands der schlimmen Leidenschaften und der inneren Schwäche unseres Gemeinwesens. Es scheint, als wären wir die Beute jener falschen Propheten, deren Ankunft der Apostelfürst prophezeite, die er mit Brunnen ohne Wasser verglich, mit Wolken, vom Sturmwind bewegt, mit den Geistern der Finsterniß, denen die Dunkelheit von Ewigkeit bestimmt ist. Es scheint, als wäre die Zeit gekommen, in der jene alte Tradition, von dem Abfall der Leiden in Erfüllung gehen sollte, eine Tradition, die von verschiedenen christlichen Vereinigungen bewahrt und nach der die dem Heidenthum entrissenen Völker eines Tages Christus selbst verschmähen und in den Cultus der Materie und des Fleisches zurückfallen würden. Was gibt es in der That dem christlichen Princip der Selbstverleugnung und Entsagung Widersprechenderes, als jene wüthenden Aufrufe, durch die man die rohesten Leidenschaften und materielle Gelüste erweckt, was der Nächstenliebe, jener wesentlich freien, selbstthätigen und freiwilligen Tugend, Zuwiderlaufenderes, als jene unter dem Namen der Brüderlichkeit und menschlichen Solidarität versteckten Beraubungspläne, was der von Christus selbst gelehrten Achtung vor der Autorität Widerstrebenderes, als jener Geist des Aufruhrs und des Hochmuths, der sich keiner Gewalt unterwirft, selbst nicht der Majestät der nationalen Souveränität, repräsentirt durch des allgemeine Stimmrecht?

Die Utopisten behaupten allerdings, von einer glühenden Liebe zu den Massen beseelt zu sein. Im Namen der leidenden Armuth, zur Verbesserung des Looses der arbeitenden Klassen schlagen sie ihre Refomprojecte vor. Wir wollen gern gestehen, daß dies von ihrer Seite aufrichtig gemeint ist. Es würde in der That peinlich sein zu glauben, daß Leute zum Umsturz aller bestehenden Verhältnisse aufreizen aus Absichten persönlichen Ehrgeizes und aus Sucht nach einem werthlosen Ruhm. Aber die modernen Repräsentanten der Utopie begehen das schwere Unrecht, daß sie allein sich für berechtigt halten, diese Sympathien zu hegen und diesen edeln Zweck zu verfolgen, und alle Diejenigen, welche ihre beklagenswerthen Mitteln, durch die sie zum Ziel zu gelangen sich schmeicheln, zurückweisen, der Gefühllosigkeit und des Egoismus beschuldigen. Dank dem Himmel besitzt Niemand das Monopol der Hingebung und christlichen Liebe. Diese Eigenschaften sind Gemeingut aller Personen. Nun, welcher Mensch von Herz und Verstand erkennt nicht an, daß Leiden zu lindern, Wunden zu heilen, Fortschritte zu machen sind, daß sie Verbesserung des Looses der großen Massen das fortwährende Ziel der gemeinsamen Anstrengungen sein muß? Wer widmete der Lösung dieses großen Problems nicht sein Denken und Wollen, wer steuerte zu diesem heiligen Werke nicht bei durch Wohlthätigkeit und Menschlichkeit? Aber dieses Werk ist mit Schwierigkeiten und Hindernissen verbunden, deren geringste wahrlich nicht diejenigen sind, welche aus dem Verhalten derjenigen, um deren Verbesserungen es sich handelt, entspringen. Die Aufgabe erfordert Geduld und Zeit; sie ist ewig, denn sie ist die Aufgabe der Menschheit.

Die Mittel, durch welche dieses Werk vollbracht werden muß, sind nicht diejenigen der Utopie, des Communismus und seiner verschiedenen socialistischen Zweige. Was den Fortschritt auf diesem Wege beschleunigen kann, ist nur die friedliche Entwicklung der wahre Democratie[1] die die Freiheit eines Jeden respectirt und das Recht des Individuums achtet, ohne das sociale Interesse zu verletzen; es ist die Hebung des Credits, des Sinns für Association, die allgemeine Gründung von Instituten zur gegenseitigen Unterstützung und Förderung des Einzelnen, die Liebe zur Arbeit, die nur möglich ist durch die Sicherheit des Eigenthums, das allein Vertrauen erweckt und zu productiver Thätigkeit anregt. Es ist die Verbreitung der Bildung, die Hebung und Verbesserung unseres Erziehungssystems, das sich mehr mit dem Nützlichen, als dem Glänzenden und Angenehmen zu beschäftigen hat. Es ist endlich die Rückkehr zu den religiösen Ideen, eine allgemeine moralische Erneuerung, die Belebung und Kräftigung des Sinns für die Familie, der Quelle aller öffentlichen und privaten Tugenden.

Aber vor Allem ist es nothwendig, daß die ungeheure Majorität, die den großen Principien, auf denen die Grundlagen der Gesellschaft ruhen, und deren Erhaltung die Pflicht und die Ehre der Nationen erfordert, ihren Sieg durch Einigkeit und Festigkeit sichere. Es ist nothwendig, daß alle Spaltungen der Parteien, aller Neid und Eifersucht, die nur zu oft bei uns das allgemeine Interesse übersehen, vor der gemeinsamen Gefahr verschwinden. Das Wohl der Völker und das Heil der Zivilisation steht auf dem Spiele.

[1] Das Werk ist von einem Republicaner geschrieben. Anm. des Uebersetzers, Otto Wenzel.

Hinweis: Die Inhalte der Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Ludwig von Mises Institut Deutschland wieder.

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