Klimakrise, Migrationskrise, Coronakrise – vom Verlust der Freiheit

21.07.2021 – Buchbesprechung

von Andreas Tiedtke

In seinem Buch Vom Verlust der Freiheit: Klimakrise, Migrationskrise, Coronakrise untersucht der politische Autor, ehemalige Therapeut und bildende Künstler Raymond Unger, wie Klimakrise, Migration und Coronakrise politisch instrumentalisiert werden. Er arbeitet heraus, wie diese großen „Narrative“ unserer Zeit von politischen Akteuren genutzt werden, um politische Ziele umzusetzen. Dabei „leugnet“ der Autor keineswegs, dass es sich bei Klimaveränderungen, bei Umständen, die zur Migration motivieren, oder bei Krankheitswellen um reale Phänomene handelt. Er zeigt jedoch auf, dass die einseitige Parteinahme in den Leitmedien für bestimmte politische Positionen nicht den einmütigen Stand der Wissenschaft widerspiegelt, sondern dass unter Experten sowohl Ursache-Wirkung-Zusammenhänge als auch Maßnahmen zum Umgang mit den Phänomenen viel strittiger sind, als dies von Politikern oder Leitmedien dargestellt wird.

Der Autor weist auf Widersprüche in der politischen Argumentation und Maßnahmenbegründung hin, ohne sich hierbei „Verschwörungstheorien“ zu bedienen. Vielmehr zeigt er anhand von offiziellen und veröffentlichten Dokumenten und Agenden internationaler Organisationen, welche kollektivistischen, zentralistischen und technokratischen Ziele im Zuge dieser Krisen politisch umgesetzt werden sollen. Die nationalen Politiken beschränkten sich oftmals nur noch auf das „Wie“ der Umsetzung dieser globalen Agenden. Mit Hilfe seiner These vom „transgenerationalen Kriegstrauma“ der Deutschen erläutert Raymond Unger, wieso gerade deutsche Politiker die internationalen Ziele besonders extrem umsetzen. Wieso sind gerade in Deutschland beispielsweise die Abgabenlasten am höchsten oder wird die Energiewende so drastisch umgesetzt?

Raymond Unger untermauert seine Ausführungen mit zahlreichen Quellen – das Buch beinhaltet fast 400 Fußnoten. Eloquent führt der Autor den Leser durch die großen politischen Problemlagen unserer Zeit. Ein wichtiges Buch für jedermann, der den aktuellen Zeitgeist besonders in Deutschland verstehen und künftige Entwicklungen einschätzen möchte.

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Zitate des Autors Raymond Unger aus einem Interview über das Buch mit dem Ludwig von Mises Institut Deutschland:

Wer – aus welchen Gründen auch immer – nur unvollständig zu einem selbstbewussten Erwachsenen ausreifen konnte, befindet sich ein Leben lang in einem Angst- und Kompensationsrahmen, der ihm den Weg zu einem selbstbestimmten Leben verstellt. Unter ständigem Konformitätsdruck stehend, lebt ein derart verunsichertes Individuum das ‚falsche Leben‘ oder das ‚Leben der Anderen‘. Was sich wie ein individualpsychologisches Problem anhört, bekommt jedoch enorme politische Bedeutung, wenn zu viele Menschen mit diesem letztendlich narzisstischen Psychogramm herumlaufen. Gesellschaftspolitische Unfreiheit, bis hin zu totalitären Strukturen, können als solche nicht mehr erkannt werden.

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Eine quasi nicht auszurottende, toxische Idee ist gewiss der Sozialismus. In meinem Buch zitiere ich den Russen Igor Schafarewitsch, Philosoph und Mathematik-Genie, der sehr schön herausgearbeitet hat, dass Sozialismus eine Form von Religion ist. Unglücklicherweise scheint diese Ersatzreligion ohne Gott in verschiedenen Epochen und Orten der Welt immer wieder autark zu entstehen. Demnach handelt es sich um eine Gedankenform, Jungianer würden sagen um einen Archetyp, der aufgrund der Beschaffenheit der menschlichen Psyche wie von selbst entsteht, sobald Menschen in ihren zentralen, innerpsychischen Bedürfnissen brüskiert werden. Deshalb nützen auch die historischen Erfahrungen des fulminanten Scheiterns wenig. Fast scheint es so, als wenn jede Generation den Irrweg erst nach der bitteren Erfahrung eines neuen Fiaskos erkennen kann.

Raymond Unger

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Das könnte Sie auch interessieren: Ein Vortrag von Raymond Unger im Rahmen der 7. Jahreskonferenz des Ludwig von Mises Institut Deutschland am 19. Oktober 2019. Das Thema der Konferenz lautete: „Logik versus Emotion. Warum die Welt so ist, wie sie ist“.

 

Dr. Andreas Tiedtke ist Rechtsanwalt und Unternehmer.

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Hinweis: Die Inhalte der Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Ludwig von Mises Institut Deutschland wieder.

Foto: Adobe Stock Foto

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