„Vom Verlust der Freiheit“

28. Mai 2021 – Interview mit Raymond Unger über sein neues Buch „Vom Verlust der Freiheit: Klimakrise, Migrationskrise, Coronakrise“das Buch ist am 22. April im Europa Verlag erschienen. Die Fragen stellte Andreas Marquart. (Hinweis der Redaktion: Raymond Unger war Vortragender bei der 7. Jahreskonferenz des Ludwig von Mises Institut Deutschland am 19. Oktober 2019. Das Video seines Vortrages „Generation ‚Babyboomer‘: Warum das transgenerationale Kriegstrauma die deutsche Gesellschaft spaltet“ finden Sie hier, oder als Podcast hier.)

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Herr Unger, ist Ihr neues Buch ‚Vom Verlust der Freiheit‘, das vor wenigen Wochen erschienen ist, eine Art Nachfolgerbuch von ‚Die Wiedergutmacher‘ aus dem Jahr 2018?

Raymond Unger

Im Prinzip ja. Allerdings stand „Die Wiedergutmacher“, geschrieben 2016/2017, noch ganz im Zeichen der sogenannten Flüchtlingskrise. Damals ging es um die gesinnungsethischen Übersteuerungen einer kaum durchdachten Zuwanderungspolitik, mit der sich Deutschland moralisch profilierte, seine europäischen Nachbarn brüskierte und schlussendlich selbst isolierte. Das Folgebuch sollte drei weitere Themenfelder umfassen, bei denen dieselben kurzsichtigen Mechanismen greifen: Klimapolitik, Gender und Rassismus. Als ich das Buch zur Hälfte fertig geschrieben hatte, brach die Coronakrise über die Welt herein. Als ehemaliger Therapeut für ganzheitliche Medizin und Psychotherapie nahm mich der Umgang mit Corona sofort gefangen. Auf dem Gipfel der Pandemie ließ ich das Buchprojekt erst einmal ruhen und schrieb vier Artikel zur aktuellen Situation. Allerdings wurde mir sehr schnell bewusst, dass ich mein viertes Buch um Corona erweitern musste. Der zunehmend radikalere Umgang mit der Krise und die immer absurderen Lösungsansätze deckte die kollektiv-neurotischen Schuld- und Angstprozesse, die ich ohnehin beschreiben wollte, umso klarer auf. Das ursprünglich auf 330 Seiten angelegte Projekt wuchs so auf 520 Seiten an – zum Glück hat mein Verleger diese drastische Neuausrichtung mitgetragen.

Sie haben in Ihrem Buch mit ‚Klimakrise, Migrationskrise und Coronakrise“ drei Themen angepackt, über die man im Grunde jeweils ein eigenes Buch schreiben könnte. Vielleicht widmen wir uns, wenn Sie einverstanden sind, in diesem Interview daher eher dem Unterbau, also den tieferen Ursachen für diese Krisen, und wohin sie uns möglicherweise führen. Ich will mal mit der Tür ins Haus fallen, denn ein Satz gleich zu Beginn Ihres Buches hat mich sehr nachdenklich gemacht: „Verunsicherte, unreife Individuen können nichts zur Sicherung und Ausgestaltung freier Gesellschaften beitragen.“ …

Danke für diese gute Frage, diese Metaebene wird einem kurzen Interview vermutlich auch gerechter. Auf den ersten Blick wirken meine drei Themenblöcke unzusammenhängend, doch mittlerweile bekomme ich von vielen Lesern Feedback, dass mein Konzept stimmig ist. Zum einen wird schnell deutlich, dass ich neuzeitliche Angstnarrative beschreibe, deren bewusste Lancierung sich immer wieder auf dieselben Protagonisten zurückführen lässt. Zum anderen beleuchte ich die Frage, warum insbesondere Deutschland in seinen Antworten auf die globalen Krisen so besonders „gut“ sein will. Egal ob Klimaschutz, Pandemieschutz oder Migration – Deutschland tut immer ein Quäntchen mehr als andere Nationen. Über die Hintergründe des neudeutschen Gutmenschentums ist viel geschrieben worden. Ich muss immer wieder darauf hinweisen, dass mein Ansatz, das transgenerationale Kriegstrauma, nur ein Beitrag unter vielen ist. Ich beanspruche keineswegs den Kern der Problematik erfasst zu haben, sondern glaube an eine Vielzahl von Faktoren. Doch letztendlich läuft es immer auf dasselbe hinaus, und eine zentrale Aussage haben Sie gerade zitiert: Wer – aus welchen Gründen auch immer – nur unvollständig zu einem selbstbewussten Erwachsenen ausreifen konnte, befindet sich ein Leben lang in einem Angst- und Kompensationsrahmen, der ihm den Weg zu einem selbstbestimmten Leben verstellt. Unter ständigem Konformitätsdruck stehend, lebt ein derart verunsichertes Individuum das „falsche Leben“ oder das „Leben der Anderen“. Was sich wie ein individualpsychologisches Problem anhört, bekommt jedoch enorme politische Bedeutung, wenn zu viele Menschen mit diesem, letztendlich narzisstischen Psychogramm herumlaufen. Gesellschaftspolitische Unfreiheit, bis hin zu totalitären Strukturen, können als solche nicht mehr erkannt werden.

Gar nicht viel weiter im Buch bin ich dann gar erschrocken, wo Sie schreiben, dass normierende, autoritäre Strukturen sogar als entlastend erlebt werden …

Es ist eine Binsenweisheit, dass die Kehrseite von Freiheit Verantwortung bedeutet. Nur wer in echter Wahlfreiheit handelt, kann auch zur Rechenschaft gezogen werden. Wenn es heißt „Eltern haften für Ihre Kinder“, bedeutet dies auch, dass Strafunmündigkeit entlastende Vorteile hat. Für den infantilen Charakter fungieren Wissenschaftler und Politiker in einer tiefenpsychologischen Übertragung als Elternteile, dann gilt das Motto: „Die da oben werden es schon wissen“. Die eigentliche Krux ist jedoch: Insbesondere Babyboomer, deren Eltern oftmals kriegstraumatisiert waren, erlebten in der Kindheit nicht selten emotionale Vernachlässigung. Anstatt jedoch zu erkennen, dass die eigenen Eltern egoistisch und emotional ablehnend reagieren mussten, um sich selbst zu schützen, kommt es beim Kind im Rahmen einer überlebenswichtigen Strategie zu einer Uminterpretation der realen Situation: Das Kind erlebt sich selbst als ungenügend und beginnt, die Eltern zu überhöhen. Emotionale Vernachlässigung wird in einer nachträglichen Legende ins Gegenteil verkehrt. Viele Betroffene behaupten später sogar, besonders wohlmeinende und liebevolle Eltern gehabt zu haben. Sobald diese Struktur greift, gilt jedoch nicht nur „die da oben werden es schon wissen“, sondern zudem noch „die da oben meinen es immer gut mit uns“. Die (falsche) Annahme, durchweg liebevolle Eltern gehabt zu haben, bleibt also auch bei der Übertragung auf Regierende und Führungspersönlichkeiten erhalten. Merkel mutiert so zur vorsorglichen und allwissenden „Mutti“, die mit ihren Maßnahmen stets das Beste will. Die Behauptung, dass es Kräfte geben könnte, die die Corona-Pandemie zum eigenen Machtausbau ausnutzen, empfindet der infantile Charakter als böswillige Diffamierung seiner (imaginierten) Elternteile. Deshalb werden Fakten, die diesen Missbrauch zweifelsfrei belegen, als krude Verschwörungstheorien seitens „Corona-Leugner“ oder „Schwurbler“ abgewehrt.

Können Sie das anhand eines Beispiels näher ausführen?

Nehmen wir beispielsweise das Hauptargument für den Lockdown, die Überlastung der Intensivstationen. Wie eine Forschungsgruppe um den Medizinprofessor und Gesundheitsökonom Matthias Schrappe nun endgültig aufgedeckt hat, handelt es sich bei dieser Behauptung um vorsätzliche Zahlentrickserei, um nicht zu sagen, um eine glatte Lüge. Zu keinem Zeitpunkt der Pandemie waren die Intensivstationen auch nur annähernd überlastet. Ein Fakt, den inzwischen sogar das Gesundheitsministerium einräumen musste. Derartige Tatsachen lösen bei Regierungsgläubigen allerdings große kognitive Dissonanzen aus, die unter allen Umständen abgewehrt werden müssen. Den Faden derartiger Ungereimtheiten aufzunehmen und womöglich zu entdecken, dass im Zuge der Corona-Pandemie ein systematischer, lang vorbereiterer, mannigfaltiger Machtmissbrauch stattfindet, wäre keinesfalls tolerabel. Denn diese Erkenntnis würde zu einer kompletten Implosion des falschen Ich’s und zu einer Hinterfragung der gesamten bisherigen Lebenswirklichkeit führen. Aufgrund dieser innerpsychisch notwendigen Abwehrreaktion spaltet sich im Zuge der Coronakrise die Gesellschaft immer tiefer, wobei Fakten immer weniger zählen.

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Es ist zweifellos erkennbar, dass ein Riss durch die Gesellschaft geht. Wie nehmen Sie diese zunehmende Polarisierung der Gesellschaft wahr?

Bereits lange vor Corona gab es die beiden Spaltpilze Migrationskrise und Klimakrise. Beide Debatten wurden gesinnungsethisch und hypermoralisch geführt, wobei stets nur eine richtige Meinung zulässig war. Die offensichtlichen und banalen Zielkonflikte anzusprechen, die ungebremste Migration sowie der gleichzeitige Atom- und Kohleausstieg mit sich bringen, führte zum reflexhaften Einsatz des gesamten Beschämungsarsenals, das Politische Korrektheit zu bieten hat. Am Ende mündete dieser Abwehrreflex nicht selten in dem Vorwurf-Trio: Rassismus, Rechtsradikalität und Antisemitismus. Derartige Reflexe vollziehen sich im Schulterschluss zwischen Regierung und etablierter Presse. Die für eine Demokratie so dringend nötige Debattenkultur wird seit 2015 systematisch unterbunden. Da sich kosmopolitische Eliten, Politiker, etablierte Journalisten und universitäre Strukturen vorwiegend in einer linksgrün-dominierten Echokammer aufhalten, koppeln sich ideologische Ideale und reale Bedürfnisse der Bürger immer weiter ab. In einer rigorosen Top-Down-Politik wird von oben verordnet, was für „total gut“ gehalten wird, wobei sich derart zwangsbeglückte Bürger in zwei Lager aufspalten. Die Spreu vom Weizen trennt sich nach meinem Eindruck jedoch nicht mehr innerhalb der überkommenen, politischen Richtungsangaben wie „rechts“ oder „links“, sondern zwischen den innerpsychischen Verfassungslagen „erwachsen“ und „infantil“. Die infantile Fraktion, gefangen in einer Übertragung auf die Eltern, reagiert oftmals sogar erleichtert, wenn klare, dominante Vorgaben gemacht werden. Auf diese Weise kann man durch Gehorsam beweisen, ein „braves Kind“ zu sein, das der „Mutti“ gefällt. Erwachsene Bürger reagieren hingegen genauso wie adoleszente Jugendliche, die sich von ihren Eltern abgenabelt haben: mit Widerstand. Der soziale Sprengstoff zwischen diesen beiden Fraktionen, Anpassung vs. Autonomie, liegt jedoch im hohen Aggressionspotential der Angepassten gegen die freien Bürger. Im ohnehin aufgepeitschten Angstraum von Klima- und Coronakrise gehen die „guten Bürger“ gegen die „Ungehorsamen“ immer rigoroser vor. Wer den Klima- und Pandemieschutz-Vorgaben der Regierung offen widerspricht, wird kurzerhand zum Unmenschen deklariert. Oder wie es Nikolaus Blome im Spiegel formuliert hat: „möge die gesamte Republik mit dem Finger auf sie zeigen“.

Wie sehr sind Freiheit, Wohlstand und Demokratie durch die herrschende ‚Alternativlos-Politik‘ gefährdet?

Offenbar befinden sich die wenigen „erwachsenen“ Intellektuellen in Deutschland noch immer in einer Art Schockstarre. Die Corona-Politik entwickelt eine Totalität ungeahnten Ausmaßes. Derzeit etablieren sich Strukturen, die mich an den Beginn des Dritten Reiches erinnern. Als hätte es Föderalismus, Gewaltenteilung und den Lobgesang auf das beste Grundgesetz der Welt niemals gegeben, lassen sich unter dem Angstnarrativ „Killerseuche“ sämtliche Bürgerrechte im Handstreich kassieren. Breiter Protest? Fehlanzeige. Stattdessen überbieten sich die etablierten Parteien mit immer rigoroseren Vorschlägen zum Freiheitsentzug. Noch dichtere Masken werden gefordert, noch frühere Ausgangssperren, noch strengerer Impfzwang und noch längere Lockdowns. Obwohl sich nach einem Jahr Krise inzwischen alle relevanten Daten zum realen Geschehen spielend erheben lassen, interessiert sich hierzulande kaum noch jemand für die revidierten Fakten. Die WHO selbst kann inzwischen sogar erklären, dass fast alle erhobenen „Fallzahlen“ Makulatur sind, da PCR-Tests mit hohen CT-Werten praktisch wertlos sind (Anmerkung der Redaktion: Der CT-Wert sagt, wie oft das Erbgut eines Erregers vervielfältig wird.). Außerdem liegen mittlerweile alle Daten für den Vergleich zwischen Staaten mit und ohne Lockdown vor. Die Auswertung ergibt zweifelsfrei, dass es nicht die geringste Korrelation zwischen Lockdowns und Corona-Fallzahlen gibt. So liegt der Abgleich zwischen Ländern wie Florida mit Kalifornien, North Dakota mit South Dakota, Schweden mit dem Rest der EU seit Beginn des Jahres vor. Nichtsdestotrotz befürwortet eine große Mehrheit der Deutschen den völlig unsinnigen, wirtschaftlich und gesundheitspolitisch geradezu suizidalen Regierungskurs. Mehr noch, nach derzeitigen Umfragen könnten ausgerecht die Grünen zur stärksten Kraft gewählt werden, also eine Partei, die die Maßnahmen der Bundesregierung als zu lasch bezeichnet. Um auf Ihre Frage zurückzukommen: Wenn ab Herbst 2021 eine grün-dominierte Politik das Land bestimmt, wird eine „alternativlose Politik“ ungeahnten Ausmaßes starten. Hierbei werden rigorose Energiewende, massive Ausweitung der Zuwanderung in die Sozialsysteme sowie Pandemieschutz gleichzeitig forciert. Nur eine dieser drei Agenden würde das Land schon an den Rand des Zusammenbruchs treiben – alle drei zusammen besiegeln den Untergang. In der zweiten Auflage meines Buches schreibe ich, dass der ohnehin gebeutelte Mittelstand längst verstanden hat, was dies für die Freiheit und die Steuerlast bedeutet. Ausgerechnet jene, die den Karren ziehen, bereiten sich noch in diesem Jahr auf ihre Migration vor.

Was haben Sie gedacht, als kürzlich das Bundesverfassungsgericht urteilte, dass das Klimaschutzgesetz in Teilen verfassungswidrig sei?

Nach diesem Urteil ist der Weg für ein linksgrünes Durchregieren endgültig frei. Alle Kräfte, die schon lange von einer kompromisslosen Klimapolitik träumen, haben sich die Entwicklungen im Zuge der Corona-Politik natürlich ganz genau angesehen. Wenn ein Robert Habeck auf seiner Homepage erklärt: „wenn wir realistisch sein wollen (bezüglich einer erfolgreichen Klimapolitik), müssen wir radikal werden“, kann man sich leicht vorstellen, dass jeder „Radikale“ bezüglich der Zwangsmaßnahmen rund um Corona feuchte Augen bekommen hat. Auf linksgrüner Seite hat man seit der Pandemie endgültig verstanden, dass die Bürger fast alle Einschnitte und Freiheitsverluste klaglos hinnehmen, sobald eine „Expertenelite“ die Maßnahmen als unbedingte Notwendigkeit zur Abwendung einer großen Gefahr propagiert. In meinem Buch habe ich bezüglich Corona vs. Klima etwas zynisch geschrieben „Ersticken schlägt Hitzetod“. Solange man derartige Angstnarrative aber glaubhaft befeuern kann, werden insbesondere die weniger ausgereiften Bürger fast alles mit sich machen lassen. Energiewende, Zuwanderung und Pandemieschutz werden schlussendlich eine Fragmentierung der deutschen Gesellschaft bewirken, die ganz im Sinne einer supranationalen Agenda ist, hinter der letzten Endes oligarchische Kräfte wie Big Data und Big Pharma stehen. Die Ironie dabei ist, dass diese Kräfte für ihre Pläne nützliche, sozialistische Idioten instrumentalisieren, weil sie deren humanistisches Wording perfekt imitieren. Schaut man sich die Schwärmereien des „Great Reset“ für eine neue, gerechtere und gesündere Welt an, hat man das Gefühl, ein kulturmarxistisches Pamphlet zu lesen. Da hinter diesen Plänen letztendlich aber eine Handvoll der reichsten Männer der Welt stehen, muss man bezüglich der blumigen Erklärungen entweder von Läuterung oder Taktik ausgehen. Ich neige Letzterem zu.

Ist das Problem nicht komplexer, als dass man es an einer ‚Handvoll der reichsten Männer der Welt‘ festmachen könnte? Sind es nicht eher in Summe die falschen Ideen, sozialistische Utopien, die falschen volkswirtschaftlichen Theorien, Machtstreben, Korporatismus … ?

Gewiss ist das Problem komplexer. Dennoch finde ich es nicht unproblematisch, wenn inzwischen einzelne Player mehr Geld an die WHO geben, als ganze Mitgliedsstaaten. Ich habe in diversen Artikeln gelesen, dass die WHO in ernste Zahlungsschwierigkeiten geraten würde, sofern Bill Gates sein Sponsoring einstellt. Vermutlich ist es naiv zu glauben, dass die aktuellen Änderungen der WHO-Statuten ohne jeden Lobbyeinfluss zustande gekommen sind. Ohne grundlegende Neudefinition des Pandemiebegriffes hätten wir die Corona-Krise in dieser Form nicht. Bezüglich der Fallzahlen wurden früher Kranke und Tote gezählt. Heute reichen positive Laborergebnisse, auch wenn es sich bei den neuen „Fällen“ um kerngesunde Menschen handelt. Außerdem finde ich es sehr bemerkenswert, dass „Herdenimmunität“ neuerdings nur noch über Massenimpfungen erreichbar sein soll. Immerhin erfolgt diese Neudefinition ausgerechnet in einer Zeit, in der der Hauptsponsor der WHO ein weltweites Impfmonopol aufgebaut hat.

Trotzdem haben Sie natürlich recht. Eine quasi nicht auszurottende, toxische Idee ist gewiss der Sozialismus. In meinem Buch zitiere ich den Russen Igor Schafarewitsch, Philosoph und Mathematik-Genie, der sehr schön herausgearbeitet hat, dass Sozialismus eine Form von Religion ist. Unglücklicherweise scheint diese Ersatzreligion ohne Gott in verschiedenen Epochen und Orten der Welt immer wieder autark zu entstehen. Demnach handelt es sich um eine Gedankenform, Jungianer würden sagen um einen Archetyp, der aufgrund der Beschaffenheit der menschlichen Psyche wie von selbst entsteht, sobald Menschen in ihren zentralen, innerpsychischen Bedürfnissen brüskiert werden. Deshalb nützen auch die historischen Erfahrungen des fulminanten Scheiterns wenig. Fast scheint es so, als wenn jede Generation den Irrweg erst nach der bitteren Erfahrung eines neuen Fiaskos erkennen kann.

Vielen Dank, Herr Unger.

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Das Interview wurde per email geführt.

Raymond Unger lebt als Autor und bildender Künstler in Berlin. Er ist als Kunstmaler in eigenem Atelier tätig, schreibt Essays und Bücher und hält Vorträge zu den Themen Kunst, Psychologie und Politik. Der ehemalige Therapeut besitzt 20 Jahre medizinische Berufserfahrung. Anfang der 1990er Jahre leitete er eine Naturheil- und Psychotherapiepraxis in Hamburg und bekleidete eine Dozentur für Naturmedizin an einer Hamburger Fachschule für Heilpraktiker. Als Kunstmaler erhielt Raymond Unger 2011 den internationalen Lucas-Cranach-Kunstpreis für Malerei. Seine großformatigen Ölgemälde befinden sich in Privatsammlungen in Moskau, Genf, Salzburg, Düsseldorf, Hamburg und Berlin.

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Hinweis: Die Inhalte der Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Ludwig von Mises Institut Deutschland wieder.

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