„Der Kompass zum lebendigen Leben“

19. Mai 2021 – Gestern ist im FinanzBuch-Verlag das Buch „Der Kompass zum lebendigen Leben“ unseres Autors Andreas Tiedtke erschienen. Darin beschäftigt er sich mit der Praxeologie, warum sie Kompass sein kann und wie wir mit unseren Mitmenschen friedlich und freundlich zusammenleben können. Lesen Sie nachfolgend ein Interview mit Andreas Tiedtke. Die Fragen stellte Andreas Marquart.

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Herr Tiedtke, können Sie bitte in Kürze skizzieren, worum es in Ihrem Buch „Der Kompass zum lebendigen Leben“ geht und was Ihre Beweggründe waren, dieses Buch zu schreiben?

Andreas Tiedtke

In dem Buch geht es darum, welche Schlussfolgerungen sich daraus ableiten lassen, dass der Mensch handelt, also Mittel einsetzt, um Ziele zu erreichen. Ludwig von Mises entdeckte bereits, dass sich die Ökonomik weder mit Erfahrungswissen noch mit Größen- und Messzahlen beschreiben lässt. Bei der Ökonomik geht es um Austausch, um menschliches Handeln und damit um Wollen und Wählen. Diese sind innere, nicht äußere Phänomene. Es geht um Vorlieben und Abneigungen, um Vorziehen und Zurückstellen.

Ludwig von Mises bezeichnete die Ökonomik als das am besten ausgearbeitete Teilgebiet der Praxeologie, der „Logik des Handelns“. Ich habe mich nun daran gemacht, aufbauend auf Mises‘ Schlussfolgerungen, die Praxeologie für den „Rest“ auszuarbeiten, also eine „Allgemeine Praxeologie“ des Handelnden in der Gesellschaft. Aber auch darzustellen, was die Praxeologie für die erfahrungsbasierten Wissenschaften zum Beispiel der Ethologie (Verhaltensforschung), Psychologie, Politologie oder Soziologie bedeutet. Denn soweit diese das Handeln von Menschen oder Tieren beschreiben, sind die Erkenntnisse dieser Wissenschaften anhand der Schlussfolgerungen der Praxeologie überprüfbar.

Mises ist mit seiner „Entdeckung“ der Praxeologie auf etwas gestoßen, das weit größere Bedeutung hat, als er annahm. Etwa wie Kolumbus auch nicht recht wusste, was er da entdeckt hatte, suchte er doch den Seeweg nach Indien. Meine Beweggründe waren, dieses Wissen um die Gesetzmäßigkeiten des Handelns einem größeren Publikum als dem ökonomisch interessierten zugänglich zu machen. Freilich behandle ich in dem Buch auch die Ökonomik, aber eben auch zum Beispiel die Psychologie oder die Neurobiologie und – im Anhang – auch die gemeinsame Tradition der „metaphysischen Denkschulen“, wie beispielsweise der des Dao De Jing, des Yoga oder des Buddhismus.

Das erinnert mich an eine Aussage von Professor Puster, der in einem Interview mit dem LvMID sagte, er sähe es als eine noch nicht geleistete Aufgabe an, die philosophische Substanz von Mises‘ Denken ans Licht zu heben und zu entfalten.

Ich würde Praxeologie nicht dem Bereich der Philosophie zuordnen, sondern – wie Mises – als eigenen Wissenschaftszweig einordnen. Es geht in der Praxeologie darum, was wir aus dem Axiom „Der Mensch handelt“ von vornherein – a priori – ableiten können.

Es gibt in der Welt materielle Phänomene, die im weitesten Sinne mess- und zählbar sind, und es gibt das Phänomen des Vorziehens und Zurückstellens, also des Wählens und Wollens. Und dieses Wollen ist nicht quantifizierbar, ist keine Größe der Außenwelt, die sich ins Verhältnis zu einem überpersönlichen Standard setzen ließe – wie etwa Meter oder Kilogramm, blau oder gasförmig solche objektiven Standards sind -, sondern Wollen ist subjektiv. Wollen heißt, A gegenüber B vorziehen oder erstens gegenüber zweitens vorziehen, und darin ist keine quantitative Information darüber enthalten, wie sehr jemand A gegenüber B oder erstens gegenüber zweitens vorzieht.

Die Praxeologie ist die Wissenschaft, die sich damit beschäftigt, was wir von vornherein über diesen Bereich des Wollens, des Abzielens auf etwas, aussagen können. Und mit der Praxeologie kann man eben nicht nur a priori etwas über ökonomische Austauschbeziehungen aussagen, wie Mises das in seinem Leitwerk Human Action hauptsächlich getan hat, sondern auch über das sonstige Handeln des Einzelnen, seine Ziele, seine Interaktionen im familiären und sozialen Bereich, ja sogar über das Handeln von Kleinkindern und von Tieren.

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Vielleicht gehen wir hier etwas ins Detail, beispielsweise im Hinblick die Interaktionen des Einzelnen im sozialen Bereich. Was lässt sich hier aus praxeologischer Sicht aussagen?

Wir können das Handeln im sozialen Bereich verschieden kategorisieren. Beispielsweise kann ein Einzelner einem anderen ein ablehnbares Angebot machen, wenn er sich eine Handlung von dem anderen wünscht. Er kann den anderen ins Kino einladen oder ihm ein Auto zum Kauf anbieten. Nimmt der andere das Angebot an, kommt es zu einer Win-win-Situation. Das Leben der an der zwischenmenschlichen Handlung Beteiligten wird aus ihrer subjektiven Sicht annehmbarer; ihre Unzufriedenheit vermindert sich durch die Interaktion. Im Buch beschreibe ich dieses Handeln als freundliches Handeln, weil alle Beteiligten aus ihrer subjektiven Sicht gewinnen.

Um die Handlung eines anderen zu bewirken, können aber auch andere Mittel eingesetzt werden als ein ablehnbares Angebot. Zum Beispiel Drohung, Zwang oder Täuschung. Wenn jemand einem anderen beispielsweise androht, dass er ihm ein Übel zufügt, ihn etwa einsperrt, falls dieser andere nicht eine bestimmte Geldsumme bezahlt, dann ist das eine feindliche Handlung, die von vornherein zu einer Win-lose-Situation. Einer gewinnt etwas auf Kosten und zu Lasten eines anderen, wenn der Bedrohte das Geld abliefert. Und schon das Drohen stellt einen Zwang dar, denn mit dem Mittel der Drohung soll auf die Willensbetätigung des Bedrohten eingewirkt werden.

Wir können bei Interaktionen im sozialen Bereich also stets sagen, ob sie feindlich, freundlich oder zumindest friedlich sind und zu welchem Ergebnis sie aus der subjektiven Sicht der Beteiligten führen.

Das eine klingt nach ‚freiem Markt‘, das andere nach ‚Staat bzw. Politik‘, richtig?

Naja, das kommt darauf an. Ein Staat könnte theoretisch durchaus so strukturiert werden, dass er auf freiwilligen Zusammenschluss setzt anstatt auf erzwungenen Gehorsam und dass er den Einsatz von Zwang gegen friedliche Menschen unterlässt, also Zwang nur zur Verteidigung, Wiedergutmachung oder Vergeltung ausübt.

Das Handeln des historisch dokumentieren Staates interpretierte der deutsche Ökonom, Soziologe und Arzt Franz Oppenheimer (1864 – 1943) in seinem Werk „Der Staat“ als die Bewirtschaftung des Menschen mit dem politischen Mittel Zwang. Franz Oppenheimer war im Übrigen Ludwig Erhards Doktorvater. Auch die USA, die von manchen klassischen Liberalen zumindest in ihren Gründungsjahren und ein paar Dekaden darauf als Staat angesehen werden, der alleine dem Bürger dienen sollte, können nicht als gegenläufiges historisches Beispiel zu Oppenheimers Interpretation angeführt werden, denkt man nur an die Sklaverei oder das politische Handeln gegenüber den schon länger in Nordamerika Einheimischen. Da wurden natürlich Gruppen von Menschen mit Zwang „bewirtschaftet“, um mit Oppenheimer zu sprechen, und mit Gewalt aus ihrem Besitz gesetzt.

Andererseits gibt es auch Gruppen von Menschen, die sich nicht unmittelbar der Gruppe Staat zuordnen, die aber das politische Mittel Zwang mittelbar nutzen, sich also Vorteile von staatlichem, zwangsweisen Handeln versprechen. Etwa durch Privilegien wie Lizenzen oder Urheberrechte, durch Marktzugangsbeschränkungen für unerwünschte Konkurrenz, Geldschöpfungsprivilegien, Zölle und Einfuhrbeschränkungen, Subventionen und staatliche Aufträge, die aus Zwangsabgaben finanziert werden, etc. Diese mittelbaren politischen Akteure würden heute viele als Kapitalisten bezeichnen, obwohl das mit Ludwig von Mises‘ Idee des Kapitalismus, also des freiwilligen, un-erzwungenen Austausches, nichts zu tun hat.

Ich möchte noch zu sprechen kommen auf das Thema ‚Einstellungen und Überzeugungen‘ der Menschen, dem Sie sich sehr ausführlich widmen. Können Sie dem Leser skizzenhaft erläutern, worum es hier geht?

Der Mensch handelt, um seine Unzufriedenheit zu vermindern – oder seine Zufriedenheit zu mehren, was dasselbe ist. Was seine Unzufriedenheit vermindert, wird bestimmt durch seine physischen und psychischen Einstellungen und Überzeugungen, seine Grundannahmen und Haltungen zu sich selbst und zum Leben. Mises meinte sinngemäß, die Praxeologie interessiere sich nicht dafür, aus welchem dunklen, unbewussten Urgrund die Vorlieben und Abneigungen des Menschen hervorgehen, welche psychischen Abläufe seinen Willen bilden. In der Praxeologie ginge es um den tätigen Willen, das in der Lebenshandlung ausgedrückte Wählen.

Allerdings hat er dabei übersehen, dass wir mit dem Mittel der Praxeologie etwas darüber aussagen können, ob die Einstellungen und Überzeugungen, die ein Mensch in seiner Lebensgeschichte erworben hat, mit der Lebenswelt eines handelnden Wesens übereinstimmt. Tun sie das nicht, ist das für den Einzelnen ungünstig, da seine Einstellungen und Überzeugungen dann im Widerspruch zu der Lebenswelt des Handelns stehen.

Die Einstellungen und Überzeugungen bestimmen, was die Unzufriedenheit vermindert. Aus ihnen folgen die Gedanken und Gefühle und diese bestimmen letztlich die Handlungen. Die Einstellungen und Überzeugungen prägen insofern das „Schicksal“, die Lebensgeschichte eines Menschen.

Das klingt schon fast nach glücklich oder unglücklich sein …

Handeln hat stets die Verminderung von Unzufriedenheit als letztes Ziel. Insofern gibt es keine vollkommen „glücklichen“ Handelnden, denn wer „absolut zufrieden“ ist, versucht nicht, seine Situation zu verbessern. Die Gegenwart ist stets vorläufig und die Zukunft ungewiss, sodass es für Menschen, die ihre Unzufriedenheit vermindern möchten, immer etwas zu entscheiden gibt.

Aber es gibt günstigere und ungünstigere Einstellungen und Überzeugungen. Ungünstig sind solche, die mit der Lebenswelt eines handelnden Wesens nicht übereinstimmen. Hat ein Mensch Einstellungen, wie zum Beispiel, dass er „unvollkommen“ sei oder „nicht genug“, dass er Fehler „machen“ könnte, dass er in der Vergangenheit etwas anderes hätte machen können, dass er jemandem etwas schuldig sei, dem er gar nichts versprochen hat, und dergleichen, dann stimmen all diese Einstellungen nicht mit der Lebenswelt des Handelns überein. Aus dem Satz „Der Mensch handelt“ ergeben sich nämlich zwingende Schlussfolgerungen: Es gibt Kausalität, also musste alles so kommen, wie es geschehen ist. Was geschieht, geschieht unvermeidlich. Die Zukunft ist ungewiss, deshalb können Fehler passieren. Fehler sind aber nie beabsichtigt, also nie Teil eines Handlungsplanes. Und eine Pflicht, also eine „Schuldigkeit“, kann einem von Dritten nicht willkürlich auferlegt werden, sondern Pflichten können sich nur aus persönlichen Verpflichtungen des Verpflichteten selbst ergeben.

Erkennt der Mensch, dass seine Einstellungen und Überzeugungen ungünstig sind, weil sie den Denkgesetzen des Handelns widersprechen, kann er sie – mit verschiedenen Techniken – in günstigere Einstellungen und Überzeugungen ändern. Das ist ein großer Vorteil. Bislang kann ein Psychotherapeut sagen: Diese Einstellung ist aber ungünstig – oder gar „krankhaft“, weil sie in einer amtlichen Diagnoseklassifikation beschrieben ist. Aber welche Einstellungen sollte sein Klient denn haben? Kennt der Therapeut oder Psychologe die Praxeologie, sind ihm die Denkgesetze des Handelns bekannt? Oder meint er, durchschnittliche Einstellungen seien „die richtigen“, also die Haltungen der Mehrheit? Oder „ideale“ Einstellungen? Aber welches Ideal dann? Ein Psychotherapeut mag über die Techniken verfügen, ganz oder teilweise unbewusste Grundhaltungen zu ändern, aber wo soll die Reise dann hingehen? Was kann man dem Klienten anbieten anstatt der ungünstigen Haltungen, die er oder sein Umfeld gerne loswerden möchten?

Das ist im Übrigen keine Kritik an der Tätigkeit der Psychologen und Therapeuten. Viele Therapeuten helfen Menschen, vermindern den Leidensdruck ihrer Klienten und/oder des Umfeldes der Klienten, das unter Umständen auch unter dessen ungünstigen Einstellungen leidet. Im Gegenteil, mit der Praxeologie steht den Psychologen und Therapeuten ein „Werkzeugkasten“ zur Verfügung, Einstellungen und Überzeugungen daraufhin „abzuklopfen“, ob sie zu den apriorischen Denkgesetzen des Handelns im Widerspruch stehen, und solche Einstellungen beim Klienten zu verankern, die nicht widersprüchlich in diesem Sinne sind.

Können Sie das noch etwas konkretisieren? Wann steht eine Einstellung im Widerspruch zu apriorischen Denkgesetzen?

Nehmen wir die obigen Beispiele. Manche Menschen denken, sie hätten einen Fehler in der Vergangenheit vermeiden können. Das ist falsch, denn aus den praxeologischen Schlussfolgerungen ergibt sich, dass alles, was geschieht, unvermeidlich geschieht. Auch meinen manche, dass sie Fehler „machen“ könnten, aber auch das ist falsch, weil ein Fehler nie Teil eines Handlungsplanes ist. Die Handlung zielt immer darauf ab, die Unzufriedenheit des Handelnden zu vermindern. Man begeht also keine Fehler, sie passieren einem. Darüber hinaus ist die Zukunft für einen Handelnden notwendig ungewiss. Man kann also die Zukunft nicht kontrollieren und auch nicht ausschließen, dass einem Fehler in der Zukunft passieren.

Dass man die Zukunft kontrollieren könnte, wenn man sich nur genug anstrengt, ist eine weitere verbreitete Haltung. Allerdings erfordert Handeln Ungewissheit. Wenn gewiss ist, was geschieht, gibt es kein Handeln mehr, kein Wählen zwischen A und B, kein Vorziehen einer Situation vor der anderen. Wer darauf hinarbeitet, die Zukunft zu kontrollieren, negiert das Handeln. Denn wenn die Zukunft gewiss ist, dann wird sie sozusagen zur Vergangenheit. Dann gibt es nichts mehr zu entscheiden. Handeln ist das, was Wesen tun, die davon ausgehen, dass sie etwas wissen. Sie wissen nicht nichts, sonst wäre Handeln unsinnig, da man keine Mittel einsetzen kann, um Ziele zu erreichen, wenn keinerlei Zusammenhänge zwischen äußeren Geschehnissen bekannt sind. Sie wissen aber auch nicht alles, sonst gäbe es kein Handeln mehr, wenn schon feststünde, was geschieht.

Haben Sie noch ein Beispiel bitte?

Eine weitere verbreitete Haltung ist beispielsweise, dass Menschen denken, sie wären irgendwie „nicht genug“, sie müssten sich verbessern oder wären anderen „etwas schuldig“; oder andere Menschen wären „nicht genug“ oder wären ihnen „etwas schuldig“. Aus der Praxeologie und der Erkenntnistheorie folgt, dass das, was geschieht, unvermeidlich geschieht. Zum Handeln gehört Kausalität, denn ohne kausale Zusammenhänge ist Handeln unmöglich. Über ein Geschehen, von dem ich glaube, es überhaupt nicht beeinflussen zu können, brauche ich mir keine Gedanken machen und auch keine Entscheidungen treffen. Aus dieser Perspektive ist jedermann jederzeit vollkommen in dem Sinne, dass er eben genau das Ergebnis seiner physischen und psychischen Lebensgeschichte ist, seiner Ontogenese. Er könnte gar nicht anders sein.

Und man ist anderen auch nichts schuldig – und diese anderen einem selbst auch nichts –, es sei denn, andere haben sich mir gegenüber zu etwas verpflichtet oder ich mich anderen gegenüber. Verdrehte Haltungen zu Schuldig-Sein können zu großer Unzufriedenheit führen. Derjenige, der glaubt, anderen etwas schuldig zu sein, quält sich unter Umständen unter dieser Vorstellung. Und derjenige, der glaubt, dass andere ihm etwas schuldig wären, obwohl sie sich ihm gegenüber zu nichts verpflichtet haben, quält womöglich andere.

Hier könnte man noch zahlreiche weitere geläufige „Denkfehler“ aufführen, die zu ungünstigen Haltungen führen oder aus ihnen herrühren. In meinem Buch gehe ich ausführlich darauf ein, und ich habe es „Der Kompass zum lebendigen Leben“ genannt, weil diese ungünstigen Einstellungen und Überzeugungen, diese „falschen Lebenskonzepte“ einen vom lebendigen Leben fernhalten. Man steckt sozusagen in einem „zombifizierten Leben“ fest, weil man mit falschen Konzepten von der Wirklichkeit umgeht. Man sorgt sich beispielsweise ständig um die Zukunft (Kontrolle/Angst) oder grämt sich wegen der Vergangenheit (Schuld/Scham) und ist so nie im Hier und Jetzt, dem einzigen Ort und der einzigen Zeit, an dem beziehungsweise in der Handeln überhaupt möglich ist.

Das klingt, als wäre es ein Stück weit unrealistisch, wenn Menschen in der Erwartung leben, dauerhaft ruhiger und entspannter werden zu können. Jedenfalls solange sie die, sagen wir, „falschen“ Einstellungen und Überzeugungen haben …

Richtig, es kommt auf die Einstellungen und Überzeugungen der Handelnden an. Handeln beinhaltet notwendig eine gewisse Unruhe, denn es geht ja beim Handeln um die Verminderung der Unzufriedenheit und ein Lebewesen, das am Leben bleiben will, „muss“ sozusagen handeln, um seine Struktur im ständigen Austausch mit seiner ökologischen Nische aufrecht zu erhalten. Dieser Unruhe kann man aber begegnen, indem man sie als etwas Notwendiges für ein handelndes Wesen erkennt und eine weitgehend bewertungsfreie Grundhaltung einnimmt; beziehungsweise wenn man erkennt, dass die Dinge an sich weder gut noch schlecht sind, sondern erst unsere Bewertung sie dazu macht. Im Buch nenne ich zahlreiche Beispiele, welche Einstellungen und Überzeugungen in der Lebenswelt des Handelns hilfreich sein können, weil sie nicht im Widerspruch stehen zur Logik des Handelns.

Ganz herzlichen Dank, Herr Tiedtke.

Ich danke Ihnen für das Interview!

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Hier sehen Sie einen Vortrag von Andreas Tiedtke: Umwelt- und Katastrophen-Meme im Dienste des Interventionismus –eine praxeologische Betrachtung (8. Jahreskonferenz des Ludwig von Mises Institut Deutschland am 10. Oktober 2020 in München)

 

Dr. Andreas Tiedtke ist Rechtsanwalt und Unternehmer.

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Hinweis: Die Inhalte der Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Ludwig von Mises Institut Deutschland wieder.

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