Die Tricks der Falschspieler

7.4.2014 – von Steffen Krug.

Steffen Krug

Als im Herbst 2008 das volle Ausmaß der Finanzkrise durch die Lehman-Pleite zum Vorschein kam, wurde mir bewusst, dass das seit 1971 bestehende ungedeckte Weltwährungssystem ökonomisch kollabiert war. Bei meinen Recherchen fand ich heraus, dass die wenigen Kapitalmarktexperten, die die Finanzkrise ebenfalls präzise prognostiziert hatten, allesamt über Kenntnisse der sogenannten Österreichischen Schule der Nationalökonomie („Austrian Economics“) verfügten.

In den Jahren zuvor hatte ich in meiner praktischen Tätigkeit bereits einen Investmentstil auf Basis der Österreichischen Geld- und Konjunkturtheorie sowie der Österreichischen Unternehmertheorie entwickelt und so entschloss ich mich im Jahr 2009, das Institut für Austrian Asset Management (IfAAM) zu gründen.  Mit der diesjährigen „5. Hamburger Mark Banco Anlegertagung“ wird somit bereits das erste kleine Jubiläum gefeiert.

Bis heute gaukelt uns eine unheilvolle Allianz bestehend aus „Finanzklerus“ (eine Wortschöpfung von Kristof Berking, Mitinitiator der Mark Banco Anlegertagungen) und  Politgaunern mit Hilfe von Kapitalmarkttricksereien und Politikerehrenwörtern eine scheinbare Währungsstabilität vor. Durch Banken- und Staatsbailouts, Marktpreismanipulationen und dem Einsatz der Notenbankpresse ist die ökonomische Fallhöhe immer weiter angestiegen.

Für Anleger ist darüber hinaus der Umstand fatal, dass Kapitalmarktpreise mittlerweile nicht mehr die relativen Knappheiten der realen Welt und somit die subjektiven Wertschätzungen der Menschen widerspiegeln. Und wenn jegliche Art von wirklicher Information fehlt, kommt es zwangsläufig immer häufiger zu Fehlinvestitionen. Es bedarf keiner Kristallkugel für die Prognose, dass die nächste Rezession die Finanzkrise von 2008 und 2009 in den Schatten stellen wird.

Nach 5 Jahren finanzieller Repression haben die Zinsniveaus mittlerweile fast den Nullpunkt erreicht. Somit werden sich Privatanleger in den nächsten Jahren zwangsläufig auf politische Repressionen einstellen müssen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) diskutiert bereits seit Ende 2013 eine Vermögensabgabe in Höhe von 10 Prozent für alle Besitzer von Ersparnissen, Wertpapieren und Immobilien, um die wuchernden Staatsschulden und maroden Bankenbilanzen insbesondere in der Euro-Zone in den Griff zu bekommen.

Um in solch kritischen Phasen einen „Bank-Run“ und den damit einhergehenden Währungskollaps zu vermeiden, müssen zwangsläufig Bankfeiertage sowie Kapital-, Devisen und Bargeldverkehrskontrollen eingeführt werden. Gerade wurden unter Punkt 21 der Abschlusserklärung des EU-Gipfels auch die Bankgeheimnisse in Österreich und Luxemburg gekippt. Nach dem wirtschaftlichen Kollaps Großbritanniens dauerte es beispielsweise über 30 Jahre, bis Maggie Thatcher in den 80er Jahren die Devisen- und Kapitalverkehrskontrollen  wieder aufhob. Insbesondere in der Euro-Zone ist in den nächsten Jahrzehnten eine ähnliche Entwicklung zu erwarten, denn in keiner anderen Region der Erde sind so viele Menschen abhängig von staatlichen Transferleistungen bei gleichzeitig negativer demographischer Entwicklung. Diese und andere Themen werden Gegenstand der 5. Hamburger Mark Banco Anlegertagung.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung wird die ROLAND BAADER Auszeichnung 2014 an Dr. Bruno Bandulet sein. Die Laudatio wird Peter Boehringer (Träger der ROLAND BAADER Auszeichnung 2013) halten. Der Goldexperte und Wirtschaftshistoriker Dr. Bruno Bandulet beschreibt in einem seiner exzellenten Bücher „Vom Goldstandard zum Euro – Eine deutsche Geldgeschichte am Vorabend der dritten Währungsreform“ wie es zum heutigen geldpolitischen Schlamassel kommen konnte. Eine Lektion, die man aus der deutschen Geldgeschichte ziehen kann, und die Dr. Bruno Bandulet seinen Zuhörern immer wieder mit auf dem Weg gibt, lautet: Merken Sie sich als Anleger vor allem eines: Politiker und Banker sind nicht Ihre Freunde!

Insgesamt werden 22 Referenten, allesamt bankenunabhängige Kapitalmarktexperten und Kenner der Österreichischen Schule der Nationalökonomie eingeladen. Sie werden sich nicht nur zu den aktuellen wirtschaftlichen und politischen Problematiken, denen sich die Sparer gegenübersehen, äußern, sie werden dem Anleger vor allem auch Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.

Programm und Referenten der 5. Mark Banco Anlegertagung:
http://www.ifaam-institut.de/wp-content/uploads/2014/04/IfAAM_2014_Programm_web.pdf

Programmheft mit Beiträgen von Daniel Baader und Peter Boehringer zur ROLAND BAADER Auszeichnung 2014
http://www.ifaam-institut.de/wp-content/uploads/2014/04/IfAAM_2014_Programmheft_web.pdf

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Dipl. Volkswirt Steffen Krug studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Heidelberg und der ESC Reims in Frankreich sowie an der Europa-Universität-Viadrina in Frankfurt an der Oder. Nach einem Traineeprogramm bei der Vereins- und Westbank in Hamburg war er dort anschließend als Wertpapierspezialist tätig. 2001 machte er sich als Vermögensberater und Finanzmakler selbständig. Während seiner praktischen Tätigkeit entwickelte er den Investmentstil des Austrian Asset Management, gründete 2009 das Institut für Austrian Asset Management sowie die Hamburger Mark Banco Veranstaltungsreihe und organisiert seit 2012 das Go-AHEAD! Powerbreakfast in der Tradition der „Ehrbaren Hamburger Kaufmannschaft“.

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