Eine Deutsche Goldmark ist der Schlüssel zur Beendigung der Papiergeld-Inflation

5.12.2012 – von Godfrey Bloom und Patrick Barron.

In seinem kürzlich auf www.mises.org erschienenen Beitrag „Fools Gold Standards“ warnte John P. Cochran seine Leser, keine andere Neuordnung der Währung außer einer marktwirtschaftlichen Geldordnung zu akzeptieren. Daher sah er sich gezwungen, unseren zuvor erschienenen Beitrag „A Golden Opportunity“ zu kritisieren, in dem wir Deutschland den Rat gaben, die Europäische Währungsunion zu verlassen, die D-Mark wieder einzuführen und diese an Gold zu binden. Obgleich er zugab, dass „unsere Empfehlung ein Schritt in die richtige Richtung sein könnte, … hätte Deutschland nach wie vor eine Notenbank und somit weiterhin eine manipulierbare Geldpolitik “. Das ist richtig … für den Moment. In keinster Weise wollten wir mit unserem Beitrag den Anschein erwecken, dass wir eine Geldreform anstrebten, die bei einer durch eine Notenbank kontrollierten goldgedeckten Währung enden solle. Als Ökonomen der Österreichischen Schule ist uns dies natürlich vollkommen bewusst und unser Ziel ist selbstverständlich das Erreichen einer marktwirtschaftlichen Geldordnung, die am ehesten Freiheit, Wohlstand und Frieden ermöglicht. Die Frage ist nur, wie können wir dies erreichen?

Wir glauben, dass nur Deutschland in der Position ist, den zerstörerischen Kräften des sich immer weiter ausdehnenden Papiergeldsystems ein Ende zu setzen. Das ist der eine Punkt. Bevor wir aber perfektes Geld bekommen, brauchen wir besseres Geld – und Deutschland ist in der Lage, auf dem Weg dorthin voranzugehen. Alle, die wir uns nach Freiheit, Wohlstand und Frieden sehnen, sollten Deutschland daher auffordern, die Chance zu nutzen, der endgültigen Zerstörung der freien Marktwirtschaft ein Ende zu setzen. Durch die Wiedereinführung der D-Mark und deren Bindung an seine enormen Goldbestände könnte Deutschland zum Katalysator werden, ein Feuerwerk ähnlicher Kraftakte auszulösen, die vielleicht sogar zu einer völlig freien Geldordnung führen könnten.

Man sollte sich darüber klar werden, was es bedeuten würde, wenn die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt eine zu 100 Prozent goldgedeckte Währung einführen würde. Diese Währung würde den Welthandel dominieren, weil alle Handelsnationen ihre Rechnungen nach Möglichkeit in der stabilsten Währung fakturieren würden. Für eine geraume Zeit jedenfalls wäre das die D-Mark. Die Nachfrage nach allen anderen Währungen würde zurückgehen, zumindest bis diese Ländern den gleichen Weg gingen. Ein kräftiger Aufschwung wäre die Folge, wenn ein Land nach dem anderen seine Währung an Gold bindet. Das Land, das am meisten zu verlieren hat, wäre die USA, deren Dollar derzeit den internationalen Handel dominiert. Aber mit der ansteigenden Nachfrage, zunächst nach der D-Mark, danach nach den Währungen der Ländern, die dem Beispiel Deutschlands folgten, würde der Dollar zunehmend an Wert verlieren und es käme zu massiven Preisanstiegen in den USA. Es würde zunehmend unattraktiv, US-Dollar als Devisenreserve zu halten. An diesem Punkt wäre die USA gezwungen, zum Gold zurückzukehren. Unserer Ansicht nach ist dies die einzige Möglichkeit, die Supermacht der Welt zur Vernunft zu bringen; freiwillig wird die USA nicht zu Gold zurückkehren, profitiert man dort doch am meisten vom inflationären Papiergeldsystem. Wie auch immer, sollten die wichtigsten Industrienationen der Welt Goldwährungen einführen, wären sogar die USA gezwungen, diesem Beispiel zu folgen.

Aber das wäre erst der Anfang. Würden die Menschen erst die Vorteile von Goldwährungen erkennen, würden sie auch beginnen zu verstehen, warum man für ein funktionierendes Geldsystem keine Notenbanken braucht. Warum sollten die HSBC, die Citibank, Barclays, die Deutsche Bank oder jede andere angesehene international tätige Privatbank dies nicht auch können? Diese Banken sind wesentlich flexibler als irgendeine unbewegliche Regierungsbank, um die Anforderungen der Wirtschaft zu erfüllen. Darüber hinaus sind diese Banken vertrauenswürdiger als Zentralbanken, die in größter Geheimhaltung operieren und die Risiken zu verstecken suchen, die sie mit unserem Geld eingehen. Private Banken haben sich ihren Aktionären gegenüber zu verantworten und beschäftigen ihre eigenen unabhängigen Revisoren.

Man muss sich nur einmal überlegen, wie sich im Westen eine immer höhere Toleranz gegenüber anderen Glaubensrichtungen zeigte, zunächst – nur aus Opportunitätsgründen – bei Fürsten im Machtkampf mit der katholischen Kirche. Unterschiedlichste Religionen wurden vom Staat anerkannt und beschützt. Aber im Laufe der Zeit wurde Glaubensfreiheit zu einem Gut an sich und heute betrachten wir sie im Westen als eine Sache der Selbstverständlichkeit, obgleich es sich um ein recht junges Phänomen handelt.

In diesem Sinn empfehlen wir, dass Deutschland die Tyrannei des inflationären Euro beendet und eine Goldmark einführt. Ein solch couragiertes Tun wird zu einer Kehrtwende im Geldwesen führen, weg von der Geldwertzerstörung hin zu einem immer besseren Geld, und das überall.

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Der Originalbeitrag ist am 4.12.2012 unter dem Titel „A Golden Path: Reply to Professor Cochran“ auf www.mises.org erschienen – übersetzt von Andreas Marquart.

Die Autoren:

Patrick Barron is a private consultant in the banking industry. He teaches in the Graduate School of Banking at the University of Wisconsin, Madison, and teaches Austrian economics at the University of Iowa, in Iowa City.

Godfrey Bloom is a financial economist by profession and winner of international fund management awards. He is a member of the European Parliament Economic and Monetary Affairs Committee.

Foto: © B. Wylezich – Fotolia.com

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