ROLAND BAADER Auszeichnung 2012

10.6.2012 – Im Rahmen der „3. Hamburger Mark Banco Anlegertagung“ – veranstaltet vom IfAAM-Institut Hamburg – wurde ertsmals die ROLAND BAADER Auszeichnung verliehen – die Preisträger: „Freitum“ – „Mises-Media“ – „Students For Liberty“ und „Misesinfo“.

von links: Jonathan Danubio, Tomasz M. Froelich, Dominik Hennig (alle freitum.de), Steffen Krug (IfAAM-Institut), Lukas Schweiger (European Students for Liberty), Mario Fleischmann (mises-media), Andreas Marquart (misesinfo)


Daniel Baader über die „Roland Baader Auszeichnung“:

Die ROLAND BAADER Auszeichnung[1] erhalten Studenten und Unternehmer, die in besonderer Weise dazu beitragen, die Ideen Roland Baaders und die Erkenntnisse der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, deren großer Popularisierer er war, zu verbreiten und tätig in die Praxis umsetzen.

Insbesondere werden Einzelpersonen, Gruppierungen oder Organisationen ausge­zeichnet, die, wie Roland Baader, die ökonomischen Lehren und Freiheitsideen der Austrians in verständlicher und ansprechender Form vermitteln und so einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen, oder die als findige Unternehmer diesen Ideen zum Durchbruch verhelfen.

„Alles, was heute im sozialen und wirtschaftlichen Leben geschieht, das Gute und das Schlechte, ist das Ergebnis von Ideen. Was not tut, ist der Kampf gegen schlechte Ideen. (…) Wir müssen die falschen Ideen durch bessere Ideen ersetzen. (…) Ideen, und nur Ideen können Licht in die Dunkelheit bringen. Diese Ideen müssen der Öf­fentlichkeit so vorgestellt werden, dass die Menschen sie verstehen und überzeugt werden. Wir müssen ihnen klarmachen, dass diese Ideen richtig sind.“ [Ludwig von Mises, Vom Wert der besseren Ideen, 1983, S. 109]

Roland Baader wusste um den „Wert der besseren Ideen“ und hat sich diese Auffor­derung seines Lieblingsökonomen Ludwig von Mises stets zu Herzen genommen. Zeit seines Schriftstellerlebens hat er sich, so Baader über Baader, als „Übersetzer“ ver­standen, „der die großen Freiheitsideen und die wichtigen Erkenntnisse der Ökono­mie und anderer Gesellschaftswissenschaften einer breiten (Laien-) Leserschaft in ansprechender Verpackung vermittelt“. Tausende von Leserzuschriften bestätigten ihm den Erfolg dieser Bemühung.

Roland Baader (1940 - 2012)

„Die aktuelle Weltfinanzkrise“, so Roland Baader im Jahr 2010, „wurde von den Austrians – und nur von den Austrians – richtig vorhergesehen, und nur mit ihrem theoretischen Instrumentarium kann sie richtig diagnostiziert und therapiert wer­den.“ Allerdings sah er noch einen langen und steinigen Weg vor uns liegen. Denn, so Baader weiter: „Die Essenz der Politik ist die Macht. Und Macht steht der ökonomi­schen Vernunft diametral entgegen.“ [Quelle: Grußwort zu „GO AHEAD! business summit 2010″ irn Oktober 2010]

Roland Baader hat, wie kaum ein Zweiter, betont, dass die derzeitige Weltfinanz- und Staatsschuldenkrise in erster Linie eine Geldsystemkrise ist. „Wir müssen“, warnte er, „Leviathan sein Mastfutter – das beliebig vermehrbare Scheingeld – nehmen, be­vor er uns alle verschlingen wird.“ [Roland Baader: „Das Geld der Knechtschaft und das Geld der Freiheit“, in: ders.: Markt oder Befehl, 2007, S. 270]

Im Jahr 1958 sagte Mises vor Studenten in Südamerika: „Unsere Kultur wird und muss überleben, wenn wir an die Stelle der Ideen, die heute einen großen Teil der Welt regieren, bessere Ideen setzen. Es ist die Aufgabe der her­anwachsenden Generation, diese besseren Ideen zu entwickeln.“ [Ludwig von Mises, s.o., 109] [Mises hatte, als er dies schrieb, vor allem – aber keineswegs ausschließlich – die Hardcore-Varianten von Sozialismus und Kollektivismus im Blick. Doch an den zugrundeliegenden falschen Ideen und Grundübeln – dem Staatsinterventionismus, dem etatistischen Machbarkeitswahn und der naiven Staatsgläubigkeit – hat sich bis heute nichts geändert. Ganz im Gegenteil: die globale Dimension des inzwischen gänzlich entfesselten staatsmonopolistischen Falschgelds und die astronomischen Ausma­ße der Weltverschuldung sind ein relativ junges Phänomen.]

Nach Ansicht von Roland Baader steht die (freiheitlich-abendländische) Zivilisation, wie wir sie kennen, heute wieder – oder besser gesagt: immer noch am Scheideweg: „Die Frage, ob sich erst spätere Generationen – oder vielleicht schon die heute Le­benden in der Lage sehen, die schrecklicken Dimensionen eines solchen irrationalen Systems zu begreifen, wird darüber entscheiden, ob und in welcher Form es in den kommenden Jahren um mehr geht als um Krise und Depression, nämlich um nicht weniger als um die Frage des Überlebens der Zivilisation.“ [ Roland Baader: „Es geht nicht nur um Krise und Depression, eigentümlich frei, Heft 100, März 2010]

Das Produkt: die Methoden und die Erkenntnisse der Österreichischen Schule, ist bereits vorhanden, und es ist ein hervorragendes Produkt – aber ein Verkaufsschla­ger ist es trotz allem nicht. Was es jetzt vor allem braucht, sind gute Marketingideen und Vertriebsstrategien. Deshalb zielt die ROLAND BAADER Auszeichnung vor al­lem auf kreative Köpfe ab, die sich als „schöpferische Zerstörer“ der vorherrschenden Irrlehren und llusionen betätigen, indem sie neue Wege finden, den besseren Ideen zum Sieg zu verhelfen. Natürlich immer mit friedlichen, gewaltfreien Mitteln, denn: „Mit der Faust zerschlägt man alles, auch die Freiheit.“ [Roland Baader, Kreide für den Wolf]

Doch die Widerstände gegen die Abschaffung des staatsmonopolistischen fiat money und des Zentralbankunwesens sind riesengroß, denn „diese Lösung des Weltfinanz­problems und der astronomischen Weltverschuldung würde die politischen Kasten der Gegenwart hinwegspülen und die Herrschaftseliten des Filzkartells aus Politik und Hochfinanz auf Jahrzehnte oder dauerhaft ihrer Macht und Pfründe berauben. Deshalb ist diese vernünftige Lösung nicht zu erwarten.“ [Roland Baader: „Warum die Finanzkrise nicht vernünftig gelöst wird“, in: eigentümlich frei, Heft 105, Sept. 2010] Also doch keine Rettung? In einem Artikel aus dem Jahr 2004 schrieb Roland Baader unter der Zwischenüberschrift „Hoffnung“: „Professor Hayek hat einmal ge­sagt, die Ökonomen der Österreichischen Schule seien ein Teil der Hoffnung, die er für die Welt hege. Und Pascal Salin, [damals] Ökonomie-Professor in Paris und einer der besten Köpfe der Österreichischen Schule, hat darauf erwidert: Nicht ein Teil der Hoffnung, sondern unsere einzige Hoffnung.“ [Roland Baader: „Blutvergiftung“; in: Zeitreport Nr. 145, Jan/Feb 2004]

Im Besitz der besseren Ideen zu sein genügt nicht. Es gilt, das Interpretationsmono­pol der Systemprofiteure, die Deutungshoheit der Machteliten zu brechen. Die größte Gefahr in der aktuellen Krise besteht darin, dass die Menschen den Politikern die völ­lig falsche These vom Versagen des Kapitalismus und das Märchen vom Staat als ul­timativem Retter abkaufen. „In Wahrheit ist es der Sozialismus in Form des staats­monopolistischen Papiergeldes und des zentralplanwirtschaftlichen Zinsdiktats, die seit Jahrzehnten den Blutkreislauf und die Signalmechanismen der Marktwirtschaft zerstört haben. (…) Das Märchen vom Retter Staat ist das Trojanische Pferd, mit des­sen Hilfe die Herrschaftseliten die letzten Mauern um die Bürgerfreiheit schleifen werden.“ [Roland Baader: unveröffentlichte Notiz, 2009]

Die Deutungshoheit brechen! – „Das Internet ist eine große Chance: Wenn sich die Wahrheit unsubventioniert verbreiten kann, schlägt sie die subventionierte Lüge“, lautet ein „Freiheitsfunke“ Roland Baaders. In diesem Sinne gehen in diesem Jahr die Auszeichnungen an 3 junge Blogger und eine Studentenorganisation, die sich für die Verbreitung der Ideen der Österreichischen Schule sowie libertären Gedankenguts engagieren. Die Saat, die Roland Baader (und andere) ausgebracht haben, sie geht auf.

[1] Mit freundlicher Unterstüttzung der Familie Roland Baaders

Gewinner ROLAND BAADER Auszeichnung 2012

freitum.de (Tomasz M. Froelich, Jonathan Danubio, Niklas Frohlich, Kalle Kappner, Henning Lindhoff, Dominik Hennig

mises-media.de (Mario Fleischmann)

studentsforliberty.org (Lukas Schweiger)

misesde.org (Andreas Marquart)

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