Politik oder ökonomisches Gesetz.

19.3.2012 – von Roland Baader.

Roland Baader

Politik und Ökonomie scheinen in einem ganz engen, fast symbiotischen Verhältnis zu stehen. Darauf deutet schon der Begriff „Politische Ökonomie“ hin, der das Tätigkeitsfeld der Ökonomen besser trifft als der Ausdruck „Nationalökonomie“ (oder Volkswirtschaftslehre). In Wahrheit handelt es sich bei Politik und Ökonomie um die schärfsten Widersacher, die man sich vorstellen kann. Die Frage „Politik oder ökonomisches Gesetz“ (man beachte das Wort „oder“!) ist so alt wie die nationalökonomische Wissenschaft selbst. Die Politik kann die ökonomischen Gesetze nicht außer Kraft setzen, aber sie kann so tun, als ob sie dazu in der Lage wäre. Das ist sogar ihr hauptsächliches, ja fast ihr einziges Geschäft. Leider dauert es jeweils eine ganze Weile, bis diese Täuschung ihre desaströsen Wirkungen voll entfaltet und damit offenbar wird. Bis dahin ist dann eine neue Generation von Wählern herangewachsen, der man den Bären vom Primat der Politik erneut aufbinden kann.

So wie aber in der Luft (für die Piloten) andere Gesetze und Verhaltensregeln gelten als auf der Erde (bspw. für Wanderer, für welche Stehenbleiben ein Ausruhen und Kräftesammeln sein kann, während das für den Piloten in der Luft den Absturz bedeuten würde), so gelten in der Politik andere Gesetze als im privaten oder geschäftlichen Leben. Wenn die einen (die Gesetze der Politik) die anderen (die Gesetze der Ökonomie) zu dominieren beginnen, wird die Ökonomie zerstört – und damit auch das Leben der Menschen. Um Politik und Ökonomie unterscheiden zu können, genauer: um feststellen zu können, ob eine politische Maßnahme die ökonomischen Gesetzte verletzt und somit einem freien und prosperierenden Gemeinwesen auf die eine oder andere Weise Schaden zufügt – also schlechte Politik ist, muss man die ökonomischen Gesetze kennen, wenigstens in ihren Grundzügen. Diese Kenntnis ist die einzige Möglichkeit, um rechtzeitig vor dem Eintritt sichtbar desaströser Folgen feststellen zu können, was gute und was schlechte Politik ist.

aus: „Die belogene Generation“ von Roland Baader, Resch-Verlag.

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