Die österreichische Konjunkturtheorie

1912 führt Ludwig von Mises in seiner Habilitationsschrift „Theorie des Geldes und der Umlaufmittel“ die Grundzüge jener Konjunkturtheorie aus, die die Österreichische Schule, auch Wiener Schule genannt, von allen anderen ökonomischen Ansätzen fundamental unterscheidet. Das konjunkturelle Auf und Ab ist nicht ein der freien Marktwirtschaft inhärentes Phänomen. Vielmehr liegt das Übel in der Ausweitung der ungedeckten Geldmenge, kurz Inflation, über den Kreditmarkt, die von der Zentralbank durch die planwirtschaftliche Festlegung des Zinssatzes in Zusammenarbeit mit den Geschäftsbanken verursacht wird. Der derart künstlich gesenkte Geldzins verzerrt das Zinssignal und damit die intertemporale Allokation der realen Ersparnisse. Die Unternehmer werden in die Irre geleitet und nehmen Projekte in Angriff, die nicht durch genügend reale Ersparnisse gedeckt sind. Die Ersparnisse werden falsch eingesetzt. Sobald der Fehler auftaucht, und dies ist früher oder später immer der Fall, kommt es zur Korrektur. Die Rezession heilt jene Verzerrungen in der Produktionsstruktur, die der Boom ursächlich hervorgerufen hatte.

Mit freundlicher Genehmigung entnommen aus Krankes Geld, kranke Welt, Gregor Hochreiter, Resch Verlag

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