Die „Roaring Twenties“ und die Große Depression von 1929

19.9.2012 – von Jesús Huerta de Soto.

Prof. Jesús Huerta de Soto

Die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg waren durch eine große Kreditausweitung gekennzeichnet, die ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten nahm. Die neu aufgebaute Federal Reserve (gegründet 1913) organisierte diese Kreditausweitungs­phase, die sich um Programme zur Geldwertstabilisierung drehte. Theoretiker wie Irving Fisher und andere Monetaristen unterstützten diese Programme, die zu die­sem Zeitpunkt eine große und anhaltende Beliebtheit erworben hatten. Da die De­kade der 1920er-Jahre einen beachtlichen Produktivitätsanstieg sah, in dem viele neue Technologien eingesetzt wurden und eine große Menge Kapital akkumuliert wurde, wäre es ohne diese Ausweitung des Geldangebots in Form von Darlehen zu einem signifikanten Fall der Preise der Konsumgüter und Dienstleistungen und da­mit zu einem beachtlichen Reallohnanstieg gekommen. Die Kreditausweitung hielt jedoch die Konsumgüterpreise während der ganzen Periode praktisch konstant.

Benjamin M. Anderson stellt in seiner bemerkenswerten Wirtschafts- und Finanz­geschichte dieser Periode in den Vereinigten Staaten das Volumen der Kreditaus­weitung des amerikanischen Bankensystems detailliert dar. In wenig mehr als fünf Jahren wuchs die ex nihilo durch das Bankensystem geschaffene Darlehensmenge von 33 Milliarden Dollar auf über 47 Milliarden Dollar. Anderson schreibt:

„Between the middle of 1922 and April 1928, without need, without justification, lightheartedly, irresponsibly, we expanded bank credit by more than twice as much, and in the years which followed we paid a terrible price for this.“[1]

Murray N. Rothbard berechnet einen Anstieg des Geldangebots in den Vereinigten Staaten von 37 Milliarden Dollar im Jahr 1921 auf über 55 Milliarden Dollar im Januar 1929.[2] Diese Zahlen nähern sich eng den Schätzungen von Milton Fried­man und Anna J. Schwartz an, nach denen das Geldangebot von über 39 Milliar­den Dollar im Januar 1921 auf 57 Milliarden Dollar im Oktober 1929 anstieg.[3]

F. A. Hayek selbst war ein qualifizierter Augenzeuge dieser expansiven Kreditpo­litik der Federal Reserve in den 1920er-Jahren. Tatsächlich studierte er von 1923 bis 1924 fünfzehn Monate lang in situ die Geldpolitik der Federal Reserve. Ein Ergebnis dieses Aufenthaltes war sein Artikel zur amerikanischen Geldpolitik nach der Krise von 1920.[4] In diesem Aufsatz analysiert Hayek kritisch das Ziel der Federal Reserve, nach dem

„jede Steigerung des Index um einen bestimmten Prozentsatz unmittelbar mit einer Erhöhung des Diskontsatzes, beziehungsweise sonstigen Kreditbeschränkungen, jede Senkung des allgemeinen Preisniveaus mit einer Herabsetzung des Diskontsatzes beantwortet werden müsse.[5]

Hayek weist darauf hin, dass der Vorschlag der Stabilisierung des allgemeinen Preisniveaus ursprünglich von Irving Fisher in den Vereinigten Staaten sowie J. M. Keynes und Ralph Hawtrey in England gemacht wurde und von verschiedenen Ökonomen, angeführt von Benjamin M. Andersen, auf Schärfste kritisiert worden ist. Hayeks grundlegender theoretischer Einwand gegen das Stabilisierungsprojekt ist, dass jeglicher Versuch der Stabilisierung, wenn das allgemeine Preisniveau im Fallen begriffen ist, unweigerlich die Form einer Kreditausweitung annimmt, was unvermeidbar einen Aufschwung, eine mangelhafte Ressourcenallokation in der Produktionsstruktur und danach eine tiefe Depression provoziert. Dies ist dann auch tatsächlich eingetreten.

In der Tat wurde das Ziel der Stabilität des allgemeinen Preisniveaus der Konsum­güter in den 1920er-Jahren nahezu vollständig auf Kosten einer großen Kreditaus­weitung erreicht. Dies erzeugte einen Aufschwung, der im Einklang mit unseren theoretischen Prognosen hauptsächlich die Kapitalgüterindustrien beeinflusste. Mithin stiegen die Aktienpreise an der Börse um das Vierfache, und während die Produktion der Güter des laufenden Konsums in dieser Periode um 60 Prozent wuchs, stieg die Produktion von langlebigen Konsumgütern, Eisen, Stahl und an­deren Anlagekapitalgütern um 160 Prozent.[6]

Eine weitere Tatsache, welche die österreichische Konjunkturtheorie illustriert, ist der Umstand, dass die Löhne während der 1920er-Jahre hauptsächlich in den Ka­pitalgüterindustrien anstiegen. In einem Zeitraum von acht Jahren stiegen sie in diesem Sektor real gesehen um rund 12 Prozent an, wogegen sie in den Kon­sumgüterindustrien nur ein durchschnittliches reales Wachstum von 5 Prozent verzeichneten. In gewissen Kapitalgüterindustrien stiegen die Löhne noch stärker. Beispielsweise stiegen sie in der chemischen Industrie um 22 Prozent und in der Eisen- und Stahlindustrie um 25 Prozent.

Neben John Maynard Keynes und Irving Fisher war Ralph Hawtrey, der Direktor für Finanzstudien im britischen Finanzministerium, ein weiterer besonders ein­flussreicher Ökonom, der die Kreditausweitung mit dem angeblich vorteilhaften Ziel der allgemeinen Preisniveaustabilisierung rechtfertigte. Haytrey:

„The American experiment in stabilization from 1922 to 1928 showed that early treatment could shake a tendency either to inflation or to depression in a few months, before any serious damage had been done. The American experiment was a great advance upon the practice of the 19th Century.“[7]

Die Kreditausweitungspolitik, die vorsätzlich zur Stabilisierung des allgemeinen Preisniveaus initiiert wurde, provozierte einen Aufschwung. Dieser Aufschwung und das Fehlen analytischer Werkzeuge, die notwendig sind, um zu verstehen, dass der Plan in Wirklichkeit eine tiefe Depression verursachen würde, veranlasste die Behörden dazu, mit dieser Politik fortzufahren, die, wie wir wissen, zum Scheitern verurteilt war.[8] Der Ausbruch der Krise überraschte Monetaristen wie Fisher, Hawtrey u. a., die inspiriert von einer mechanischen Quantitätstheorie des Geldes glaubten, dass, sobald einmal das Geldangebot erhöht worden sei, sein Einfluss auf die Preise stabil und unabänderlich sei. Diese Theoretiker verstanden nicht, dass das expansive Darlehenswachstum einen höchst ungleichen Effekt auf die Produktionsstruktur und die relativen Preise ausübte. Professor Irving Fisher war vielleicht der berühmteste amerikanische Ökonom dieser Zeit und seine Kommen­tare waren unter den am meisten beachteten. Fisher verteidigte hartnäckig die Theorie, dass der Aktienmarkt ein Niveau (ein hohes Plateau) erreicht hätte, unter das er niemals wieder fallen könnte. Die Krise von 1929 überraschte ihn und rui­nierte ihn nahezu.[9]

Das New Yorker Börsendesaster lief in mehreren Etappen ab. Von 1926 bis 1929 stieg der Aktienindex von 100 auf 216, also auf mehr als das Doppelte. Das erste Warnsignal zeigte sich am Donnerstag, den 24. Oktober 1929, als ein Angebot von dreizehn Millionen Aktien auf nahezu keine Nachfrage traf und die Preise zusammenbrachen. Banken intervenierten und waren in der Lage, den Preisverfall vorübergehend aufzuhalten. Die Preise fielen zwischen 12 und 25 Punkten. Ob­wohl erwartet wurde, dass die Panik über das Wochenende enden würde, brachte der Montagmorgen, es war der 28. Oktober, ein neues, unaufhaltbares Desaster: Über neun Millionen Aktien wurden zum Verkauf angeboten und der Markt fiel um 49 Punkte. Der verheerendste Tag war Dienstag, der 29. Oktober, als 33 Million Aktien angeboten wurden und der Markt um weitere 49 Punkte abstürzte.

An diesem Punkt schlug die Depression mit ihren typischen Eigenschaften zu. Zwischen 1929 und 1932 brachen mehr als 5.000 der insgesamt 24.000 Banken zusammen oder stellten ihre Zahlungen ein.[10] Außerdem kam es zu einer drama­tischen Kreditklemme und die privaten Bruttoinvestitionen gingen von über 15 Milliarden Dollar im Jahre 1929 auf knapp eine Milliarde Dollar 1932 zurück. Zu­sätzlich erreichte die Arbeitslosigkeit 1933 ihren Höhepunkt, als rund 27 Prozent der aktiven Bevölkerung ohne Arbeit waren.

Die Dauer und besondere Härte der Großen Depression, die eine ganze Dekade an­hielt, lassen sich nur verstehen, wenn man die wirtschafts- und geldpolitischen Feh­ler berücksichtigt, die hauptsächlich von der Hoover-Regierung (Präsident Hoover wurde 1928 wiedergewählt), aber auch von Roosevelt, einem interventionistischen Demokraten, begangen wurden. Nahezu alle der kontraproduktivsten Maßnahmen, die möglich sind, wurden ergriffen, was die Probleme verschärfte und den Be­ginn der Erholung verzögerte. Insbesondere trieb eine Politik der erzwungenen und künstlichen Lohnstützung die Arbeitslosigkeit in die Höhe und verhinderte den Transfer von Produktivkräften und Arbeit von einer Industrie zur anderen. Der enorme Anstieg der öffentlichen Ausgaben im Jahr 1931 war ein weiterer schwerwiegender wirtschaftspolitischer Fehler. In diesem Jahr stieg der Anteil der Staatsausgaben am Bruttoinlandsprodukt von 16,4 auf 21,5 Prozent – bei einem Haushaltsdefizit von über 2 Milliarden Dollar. Die staatlichen Behörden entschieden sich fälschlicherweise dafür, den Haushalt durch Steuererhöhungen auszuglei­chen (anstatt die Ausgaben zu senken): Die Einkommenssteuer stieg von zuvor 1,5 bis 5 Prozent auf nunmehr 4 bis 8 Prozent an. Zahlreiche Steuervergünstigungen wurden abgeschafft und die Grenzsteuersätze für die höchsten Einkommen dra­stisch angehoben. In ähnlicher Weise kletterten die Unternehmenssteuersätze von 12 Prozent auf fast 14 Prozent und die Vermögenssteuer- sowie Schenkungssteuer­sätze verdoppelten sich, wobei sie einen Höchstsatz von 33,3 Prozent erreichten.

Außerdem wurden die öffentlichen Arbeiten, die zur Linderung des Problems der Arbeitslosigkeit als notwendig angesehen wurden, durch eine groß angelegte Emission von Staatspapieren finanziert, die letztlich das knappe Angebot an ver­fügbarem Kapital absorbierten und den privaten Sektor einschnürten.

Franklin D. Roosevelt, der nach der Wahl von 1932 auf Hoover folgte, setzte diese schädliche Politik fort und trieb ihre desaströsen Folgen noch einen Schritt weiter.[11]

Auszug aus „Geld, Bankkredit und Konjunkturzyklen“ von Jésus Huerta de Soto (Stuttgart 2011), mit freundlicher Genehmigung der Verlagsgesellschaft Lucius & Lucius.

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Jesús Huerta de Soto ist Professor für Politische Ökonomie an der Universität Rey Juan Carlos in Madrid. Er errang die Doktorwürde der Volkswirtschaftslehre und der Rechtswissenschaften durch die Universität Complutense in Madrid. Im Jahr 1983 wurde er mit dem Internationalen „Rey Juan Carlos“ Preis ausgezeichnet. Der „Adam Smith“ Preis wurde ihm durch das C.N.E. in Brüssel (2005); der „Franz Cuhel Memorial Prize for Excellence in Economic Education“ durch die Prager Wirtschaftsuniversität angetragen. Mehrere Universitäten verliehen ihm die Ehrendoktorwürde. Zu seinen zahlreichen Werken gehören: Socialism, Economic Calculation and Entrepreneurship; Money, Bank Credit and Economic Cycles (auch in Deutsch erschienen: Geld, Bankkredit und Konjunkturzyklen – Verlag Lucius u. Lucius), The Austrian School: Market Order and Entrepreneurial Creativity and The Theory of Dynamic Efficency.

[1] Anderson, Economics and the Public Welfare, S. 145-57. Der oben zitiert Ausschnitt ist auf der Seite 146 zu finden.

[2] Rothbard, America’s Great Depression, S. 88, Spalte 4. Rothbard untersucht alle typischen Merk­male des Inflationsprozesses, besonders deren Übereinstimmung mit der vorsätzlichen Politik der Federal Reserve, die unter anderem von Finanzminister William G. McAdoo gutgeheißen wurde.
McAdoo: „The primary purpose of the Federal Reserve Act was to alter and strengthen our banking System that the enlarged credit resources demanded by the needs of business and agricultural enterprises will come almost automatically into existence and at rates of interest low enough to stimulate, protect and prosper all kinds of legitimate business.“ (S. 113) Siehe zudem George A. Selgin, „The ,Relative‘ Inflation of the 1920’s“, in Less Than Zero, S. 55-59.

[3] Milton Friedman und Anna J. Schwartz, A Monetary History of the United States, 1867-1960 (Princeton, N. J.: Princeton University Press, 1963), S. 710-12 (Tabelle A-1, Spalte 8). In diesem Kapitel, das sich mit den 1920er-Jahren beschäftigt, weisen Friedman und Schwartz daraufhin, dass eine der Hauptänderungen dieser Periode die Entscheidung war, erstmals in der Geschichte die Macht von Zentralbanken zu nutzen, „to promote internal economic stability as well as to preserve balance in international payments and to prevent and moderate strictly financial crises. In retrospect, we can see that this was a major step toward the assumption by government of explicit continuous responsibility for economic stability.“ (S. 240)

Obwohl Friedman und Schwartz mit dieser Beobachtung den Finger in die Wunde legen, veranlasst sie die Unzulänglichkeit der monetären Analyse, mit der sie ihre Daten interpretieren, dazu, die Ursache der Großen Depression von 1929 in geldpolitischen Fehlern der Federal Reserve seit diesem Datum zu suchen und nicht, wie es die Theorie der Österreichischen Schule aufzeigt, in der Kreditausweitung der 1920er-Jahre. Den Einfluss einer solchen Ausweitung auf die Produktionsstruktur übersehen Friedman und Schwartz völlig und begreifen diesen Zusammenhang nicht.

[4] F. A. von Hayek, „Die Währungspolitik der Vereinigten Staaten seit der Überwindung der Krise von 1920″, Zeitschrift für Volkswirtschaft und Sozialpolitik (Nr. 5, 1925, Vol. 1-3, S. 25-63, und Vol. 4-6, S. 254-317). Der Hinweis ist wichtig, dass Hayek in Fußnote l dieses Artikels (S. 267-68) zum ersten Mal die grundlegende Argumentation präsentiert, die er später detailliert in Prices and Production entwickeln wird. Mit dieser Argumentation baut er auf Mises auf. Dieselbe Fußnote enthält außerdem Hayeks erstes explizites Bekenntnis zur Wiedereinführung einer hundertprozentigen Reservepflicht für das Bankwesen: „Eine konsequente Fortbildung des Grundgedankens der Peelakte, die auch für die Bankdepositen eine 100prozentige Golddeckung vorschreiben müßte, würde denn auch das Problem der Krisen­verhütung radikal lösen.“ (S. 267)

[5] Hayek, „Die Währungspolitik der Vereinigten Staaten seit der Überwindung der Krise von 1920″, S. 270.

[6] Mit anderen Worten war eine hohe „Inflation“ definitiv ein diese Periode prägender Faktor, der sich jedoch im Sektor der Finanzwerte und Kapitalgüter und nicht im Konsumgütersektor mani­festierte (Rothbard, America’s Great Depression, S. 154). In seinem Artikel „The Federal Reserve as a Cartelization Device: The Early Years: 1913- 1930″, Kapitel 4 in Money in Crisis, hrsg. von Barry N. Siegel, S. 89-136, bietet uns Murray Rothbard eine faszinierende Übersicht der Entwicklung der Geldpolitik der Federal Reserve von 1913 bis 1930 zusammen mit einer Analyse der engen, expansionsbezogenen Zusammenarbeit zwischen Strong, Präsident der Federal Reserve, und Montagu Norman, Präsident der Bank of England. Aus dieser Zusammenarbeit entsprangen die Offenmarktoperationen der 1920er-Jahre. Ihr Zweck war die Inflationierung des amerika­nischen Geldangebots, um dem Vereinigten Königreich mit seinem selbst zugefügten Deflations­problem zu helfen.

[7] Ralph G. Hawtrey, The Art of Central Banking (London: Longman, 1932), S. 300. Rothbard beschreibt Hawtrey als „one of the evil geniuses of the 1920s“ (Rothbard, America’s Great De­pression, S. 159). Der schwerwiegendste Fehler Fishers, Hawtreys und der übrigen „Stabilisierungstheoretiker“ war es, nicht verstanden zu haben, dass es die Hauptfunktion des Geldes ist, als ein Vehikel für die kreative Ausübung des Unternehmertums zu dienen und dabei alle krea­tiven Optionen für die menschliche Handlung in der Zukunft offenzuhalten. Deshalb dürfen die Geldnachfrage und die Kaufkraft des Geldes niemals aufhören, sich zu verändern. Wie Mises schreibt:

„In der gegebenen Welt des Handelns und der unaufhörlichen Veränderung, in der Welt die nicht starr sein kann, weil sie lebt, kann es Neutralität, wie man sie vom Gelde verlangt, ebensowenig geben wie Stabilität der Austauschverhältnisse. Eine Welt, in der die Bedingungen, die neutrales Geld und starre Austauschverhältnisse voraussetzen, gegeben wären, wäre eine Welt, in der nicht gehandelt wird.“ (Mises, Nationalökonomie, S. 378)

[8] Nach Phillips, McManus und Nelson: „The end result of what was probably the greatest pricelevel stabilization experiment in history proved to be, simply, the greatest depression.“ (Phillips, McManus und Nelson, Banking and the Business Cycle, S. 176)

[9] Am 17. Oktober 1929 erklärte Fisher: „Stocks have reached what looks like a permanently high plateau.“ (Anderson, Economics and the Public Welfare, S. 210) Zu dem Vermögen, das Fisher mit der Entwicklung einer Rechenmaschine machte, und seiner Unfähigkeit, die von ihm durchlebten Ereignisse theoretisch zu erklären und den Börsenkrach, in dem er praktisch sein gesamtes Ver­mögen verlor, zu prognostizieren, vgl. Robert Loring Allens fesselnde Biografie Irving Fisher: A Biography (Oxford: Blackwell, 1993). Fishers große Prognosefehler erklären den Schaden für seine akademische und öffentliche Reputation und die Tatsache, dass seine spätere Theorie der Ursachen der Großen Depression nicht sehr ernst genommen wurde. Vgl. Robert W. Dirnand, „Irving Fisher and Modern Macroeconomics“, American Economic Review 87, Nr. 2 (Mai 1997): 444.

[10] Elmus Wicker, The Banking Panics of the Great Depression (Cambridge: Cambridge University Press, [1996] 2000).

[11] Murray N. Rothbard folgert in seiner Analyse der Großen Depression:

„Economic theory demonstrates that only governmental inflation can generate a boom-and-bust cycle, and that the depression will be prolonged and aggravated by inflationist and other interventionary measures. In contrast to the myth of laissez-faire, we have shown how government intervention generated the unsound boom of the 1920’s, and how Hoover’s new departure aggravated the Great Depression by massive measures of interference. The guilt for the Great Depression must, at long last, be lifted from the shoulders of the free market economy, and placed where it properly belongs: at the doors of politicians, bureaucrats, and the mass of ,enlightened‘ economists. And in any other depression, past or future, the story will be the same.“ (Rothbard, America’s Great Depression, S. 295)

Wir haben bis jetzt noch nicht die europäische Erfahrung der Großen Depression erwähnt. Eine Ana­lyse des europäischen Teils der Großen Depression ist in Lionell Robbins Buch, The Great Depression (1934) zu finden. In einem neueren Werk, The Credit-Anstalt Crisis 0f 1931 (Cambridge University Press, 1991), gibt Aurel Schubert eine klare Übersicht der Krise des österreichischen Bankensystems, obwohl die der Analyse zugrunde liegende Theorie bisweilen zu Wünschen übrig lässt.

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