Fünf Wege zum Monopol

6.11.2013 – von Brian LaSorsa.

Bei starker Konkurrenz und sonstigen Widrigkeiten ist es unheimlich schwer, eine Monopolstellung auf freien Märkten zu behaupten.
Zwischen stetig sinkenden Konkurrenzpreisen und neuen innovativen Produkten, die jeden Tag auf den Markt geworfen werden, scheint es fast, als wären die fetten Jahre von Rich Uncle Pennybags (Maskottchen des Spiels Monopoly, Anmerk. des Übersetzers) vorbei. Doch ärgert euch nicht!

Die Politiker dieser Welt demonstrieren immer wieder ihre Bereitschaft, jedem, der einen kompletten Industriezweig kontrollieren will, diese Möglichkeit auch zu gewähren. Drum zögert nicht, kommt und hört genau her – Mitarbeiter von Regierungsbehörden, deren Kumpane und all ihre Freunde – wenn wir die fünf besten Wege vorstellen, wie man ein Monopol schafft und sicherstellt, dass man keinerlei Konkurrenz mehr zu befürchten hat.

1. Regulierung

Wenn die Kosten von Unternehmen hoch sind, macht sie höher! Kleine Firmen können staatlich oktroyierte Regulierungen nicht so einfach stemmen, große Firmen hingegen schon – zumindest eine Weile. Steuern, Anordnungen und vor allem Sicherheitsauflagen (wie etwa klinische Studien in der Lebensmittel- und Medikamentenindustrie) halten Ihnen die Konkurrenz vom Hals, bevor diese überhaupt nachfragen kann, was es denn mit den neuen Regularien überhaupt auf sich hat. Und dann gönnen Sie sich einen Lobbyisten in Washington. Ich bin mir sicher, dass er einen guten Grund finden wird, warum die Industrie unter noch strengere und teurere Richtlinien gestellt werden sollte.

2. Subventionen

Es gibt keinen free lunch. Aber wenn der Staat bezahlt, fühlt sich die Mahlzeit in der Tat wie geschenkt an. Subventionen sind ein alternativer konsumentenfokussierter Ansatz, um eine Monopolstellung zu erlangen. Willkürliche Umsatzturbos von Seiten der Regierung werden Ihnen helfen, die Preise bis auf nahezu null zu senken, und dabei profitabel zu bleiben. Sie können ein Produkt, das vormals 10$ kostete, nun gratis an den Mann bringen, und werden durch millionenschwere Subventionen, abgezwackt vom Nationalprodukt, weiterhin oben schwimmen. Ihre Konkurrenten jedoch müssen der Wahrheit ins Auge blicken. Selbst wenn Sie ihre Preise auf 1$ je Stück senken könnten, wer würde auf den „free lunch“ verzichten? Und die Subventionen müssten nicht einmal für immer gezahlt werden. Wenige Wochen ohne Umsätze könnten bereits ausreichen, um die Konkurrenz in die Zahlungsunfähigkeit und den Ruin zu stürzen.

Sie können einen ähnlichen Plan auch ohne staatliche Umsatzsteigerung verfolgen, nämlich genau dann, wenn Ihnen im Ernstfall ein Rettungspaket gewiss ist. Alle werden Pleite gehen – Sie und die Konkurrenz gleichermaßen – aber nur einer (die Daumen sind für Sie gedrückt) wird eine Herz-Lungen-Wiederbelebung bekommen.

3. Verstaatlichung

An alle Regierungsbeamte! Der hier ist für euch! Der einfachste und direkteste Weg ein Monopol zu erschaffen, besteht darin, es einfach direkt ins Gesetz zu meißeln. Staatliche Kontrolle über einen gesamten Industriezweig – ähnlich wie wir es mit dem nationalen Postwesen getan haben – ist schlicht und einfach das Verbot von Konkurrenz aus dem privaten Sektor. Aber verweisen sie dabei bloß nicht auf unser Postwesen. Es ist ein schreckliches (wenn auch reales) Beispiel für ein staatliches Monopol. Was ist mit seiner Ineffizienz, seinen fortwährenden Defiziten und den mangelnden Innovationsanreizen in der Postzustellung? Behaupten Sie stattdessen, dass das geplante Monopol „allein dem Allgemeinwohl“ diene und reden Sie über die öffentliche Bildung oder einen anderen öffentlichen Sektor, den Menschen in Gesellschaft üblicherweise nicht kritisieren würden.

4. Zölle

Nachbarn können nervig sein. Manche sind laut, andere einfach nur seltsam. Aber die absolut schlimmsten Nachbarn sind die, die mit Ihnen konkurrieren (und dann auch noch gewinnen). Im wunderschönen Südwesten heißt der Nachbar Mexiko. Manche Unternehmen südlich der Grenze produzieren Güter wesentlich günstiger als amerikanische Unternehmen und wagen es dann auch noch, ihre günstigen Güter kurzerhand in Amerika anzubieten. Wir halten das für anmaßend! Wenn mexikanische Unternehmen Zucker für 2$ das Pfund anbieten, und Sie für 3$, dann lassen Sie sie nicht einfach gewähren und die Konsumentenwünsche befriedigen, als ob ihnen der Markt gehöre. Nein, gehen Sie sicher, dass ein Einfuhrzoll von 1,01$ für jedes Pfund Zucker erhoben wird, und Sie gewinnen garantiert Marktanteile. Sie haben jedes Mal um einen Cent die Nase vorn. Oder besser noch, verlangen Sie ein komplettes Einfuhrverbot ausländischer Güter in Ihren Staat, Ihre Provinz oder Stadt, bis man derart isoliert vom Rest der Welt ist, dass den Menschen gar keine andere Wahl mehr bleibt, als von Ihnen zu kaufen.

5. Intellektuelles Eigentum   

Wenn Sie eine gute Idee haben, warum sollten Sie zulassen, dass ein anderer diese auch haben darf? Nehmen Sie die Idee, schreiben Sie sie auf, halten Sie sich dabei aber möglichst wage. Schicken Sie ihre Idee direkt zum amerikanischen Patent- und Markenamt und (mit etwas Glück) wird ein Regierungsbeamter Ihnen das ausschließliche Recht zur Nutzung dieser Idee aussprechen. Und machen Sie sich keine Sorgen, sollte jemand anderes zu einem späteren Zeitpunkt auf die gleiche Idee kommen … sein Pech! Sie waren der Erste. Auch wenn ein anderer irgendwo auf dieser Welt unabhängig von Ihnen auf die gleiche Idee gekommen ist …  ebenfalls sein Pech. Sie haben als erster eingereicht. Melken Sie ihr Monopol bis auf den letzten Tropfen. Erheben Sie einen exorbitanten Preis und sorgen Sie sich nicht zu sehr um Qualität. Was sollen die Konsumenten schon tun: Ihr exklusives Produkt anderswo kaufen?

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Projekt. Sie haben es sich verdient!

Aus dem Englischen übersetzt von Karl-Friedrich Israel. Der Originalbeitrag mit dem Titel Five Ways to Create a Monopoly ist am 31.10.2013 auf der website des Mises-Institute, Auburn, US Alabama erschienen.

Fotos: © iQoncept – Fotolia.com

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Brian LaSorsa ist Kolumnist in Phoenix, Arizona. Er veröffentlichte in ‚Washington Examiner‘ und ‚The American Conservative‘ und schreibt regelmäßig für die ‚Huffington Post‘.

 

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